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Ziel: Gebetshaus für alle Christen
21.10.2017 - 00:00 Uhr
Von Elke Rohwer

Gaggenau - Ein Gebetshaus ohne eigene Kirchengemeinde, das ist die Vision: "Kirchengemeinden gibt es schon genug. Was wir brauchen, sind Christen aus allen Konfessionen, die zusammenstehen", sagt Achim Rheinschmidt. Am Donnerstagabend präsentierte er seine Überlegungen zur Zukunft der evangelischen Johanneskirche Bad Rotenfels.

"Der heutige Abend soll in die Zukunft weisen und die Vergangenheit bewusst da lassen, wo sie ist. Wenn es uns gelingt, diese Zukunft positiv zu prägen, haben wir eine realistische Chance, dass das Gotteshaus ein Gotteshaus bleibt", sagte Rheinschmidt in der Johanneskirche vor rund 50 Besuchern.

Nach einem Gebet nahm Rheinschmidt, der sich der Johanneskirche als Organist und als Leiter der benachbarten Eichelbergschule verbunden fühlt, seine Zuhörer auf eine visuelle Reise. Er berichtete, wie er vom geplanten Verkauf der Johanneskirche erfuhr und erschrocken reagierte. Nach verschiedenen Gesprächen fand er sich zunächst mit der Situation ab. Dann der Gedanke, das Kirchengebäude zu kaufen: "Ich stellte fest, dass ich nicht der einzige war, der wollte, dass die Kirche ein christlicher Ort bleibt. Mein Gedanke ist, ein ganzes Gebäude als Gebetshaus zu errichten. Gott soll hier an oberster Stelle stehen. Darüber hinaus soll es aber auch ein Haus zum Feiern, Musizieren, Staunen, Kommunizieren, Lernen, ein Haus der Begegnung sein."

Als Beispiele nannte er die Gebetshäuser in Augsburg und Karlsruhe und stellte die zentrale Lage des Gebäudes in den Vordergrund. In Verbindung mit Schulen und Kindergarten könne daraus ein großes Zentrum werden "mit Strahlkraft weit über den Landkreis hinaus. Es soll ein Ort des lebendigen christlichen Glaubens werden, mit Räumen unter anderem für Konzerte und Kongresse."

So sei es denkbar, dass das Gebetshaus an fünf Tagen in der Woche geöffnet hätte, auf keinen Fall jedoch an Tagen, an denen in den Kirchengemeinden Gottesdienst ist. "Es soll ein kooperatives Miteinander sein, keine Konkurrenzveranstaltung", betonte Rheinschmidt. Er forderte die Anwesenden auf, in den kommenden Wochen mit Menschen über das Projekt ins Gespräch zu kommen, sie über die Vision zu informieren und dafür zu begeistern.

Bis auf weiteres kein Verkauf

Außerdem schlug er das Auslegen von Unterschriftenlisten in örtlichen Geschäften vor. "Jetzt geht es darum, das Ganze anzugehen. Dieses Gebäude hat als christliches, überkonfessionelles Haus Zukunft, wenn sich viele Menschen zusammenfinden, denen der Glaube an Gott wichtig ist. Auch Jugendliche und junge Erwachsene sollen sich von dem Gebetshaus angesprochen fühlen."

Er habe Jutta Walter, Vorsitzende des Kirchengemeinderats, um etwas Zeit gebeten. "Sie hat mir versichert, dass der Kirchengemeinderat vorerst keinem der Kaufinteressenten einen Zuschlag geben werde." Im Raum steht nun die Gründung eines Trägervereins. Außerdem sei die Eröffnung eines Treuhandkontos sinnvoll, auf das Spenden eingezahlt werden können. Rheinschmidt geht von einem Kaufpreis zwischen 350000 und 400000 Euro aus. "Sollte das Projekt unerwartet scheitern, bekommt jeder der Spender sein Geld zurück." Der Kirchturm soll saniert werden, schließlich gehöre er zum Gesamtbild dazu.

Der Gernsbacher Architekt Markus Sangermann gab eine erste Einschätzung zum Gebäude ab. Als Manko betrachtete er die Heizung, die teilweise erneuert, teilweise durch eine Photovoltaikanlage mit Elektrospeicher optimiert werden könnte. Auch auf Energiesparmaßnahmen ging er ein. "Aus baulicher Sicht hat das Gebäude Zukunft, und zwar für mehrere Generationen."

Nach einer Gebetsgelegenheit, musikalisch gestaltet von Thorsten Rheinschmidt (Flügel), Henning Wolf (Gitarre) und Ann-Sophie Heidel (Gesang), zeigten sich viele der Anwesenden begeistert von der Idee eines Gebetshauses. Eine Frau dankte Rheinschmidt für dessen Mut. "Lassen Sie uns nicht ängstlich sein, sondern mutig mit einem ängstlichen Herzen", entgegnete dieser.

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