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Ära findet auf der Teufelsmühle ihren Abschluss
Seine letzte Waldbegehung führt Bürgermeister Erich Steigerwald (links) mit dem Loffenauer Gemeinderat zur Teufelsmühle.  Foto: Gareus-Kugel
30.10.2017 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Loffenau - Am Freitag ging in Loffenau mit der Gemeinderatssitzung auf der Teufelsmühle eine Ära zu Ende - zumindest was die öffentlichen Sitzungen des Gemeinderats betrifft. Es war die letzte für den scheidenden Bürgermeister Erich Steigerwald. Einmal vor Ort schauten sich die Gemeinderäte den zweiten Startplatz des Drachen- und Gleitschirmfliegerclubs Loffenau "Die Teufelsflieger" und die Parksituation vor dem Turm und dem Jugendwanderheim des Schwarzwaldvereins an. Auch über das Forstwirtschaftsjahr 2017 und die entsprechenden Planungen für 2018 hatte das Gremium abzustimmen.

Die Teufelsmühle ist ein Sorgenkind für die Gemeinde. Das Gipfelgasthaus steht seit gut drei Jahren zum Verkauf. Was danach kommt, ist ungewiss. Deshalb, so Steigerwald, habe er für seinen Nachfolger eine Denkschrift verfasst. Auch erinnerte der scheidende Schultes an vergangene Investitionen der Gemeinde, den Anschluss des Gasthauses ans örtliche Stromnetz und den Bau einer Kleinkläranlage, verbunden mit einer Abwasserleitung nach Bad Herrenalb. Eine dauerhafte Trinkwasserversorgung für das Höhengasthaus wäre nun das Nächste, was anstünde. "Das kann ein Betreiber nicht alleine stemmen", sagte Steigerwald und meinte deshalb, dass diesbezüglich in naher Zukunft eine Entscheidung herbeigeführt werden sollte. Auf der Teufelsmühle haben es die Forstleute nicht nur mit Wald zu tun, sondern mit den unterschiedlichsten Ökosystemen, darauf verwies Markus Krebs, der Bezirksleiter des Forstamts Gaggenau. Deshalb war die Anlage eines zweiten Startplatzes in südwestliche Richtung auch ein aufwendiger Prozess für alle Beteiligten. Mit der Freiräumung einer Fläche von 0,9 Hektar wurde nicht nur ein sehr beliebter Startplatz für Drachen- und Gleitschirmflieger geschaffen, sondern auch ein hervorragendes Panoramafenster "mit einer gigantischen Fernsicht", führte Krebs aus. Er erläuterte, der Zustimmung der Gemeinderäte gewiss, dass für das Gipfelgebiet der Teufelsmühle ein Gesamtkonzept entwickelt werden müsse, das die Waldnutzung, Erholung und die jeweiligen vorherrschenden Ökosysteme berücksichtige.

Kein Rummel vor dem Turm

"Zu überlegen sei die Gesamtzielsetzung", so der Forstmann. Er berichtete, dass man dort oben an manchen Tagen unhaltbare Zustände auf der Fläche vor dem Wanderheim antreffe. Es würde in Wohnmobilen genächtigt und Autos geparkt, obwohl ein Sperrschild die Durchfahrt zum Turm eigentlich verbietet. Eine bessere Abstimmung müsse her, die dem Lieferverkehr erlaube, zum Ausladen bis zum Turm zu fahren, doch die Autos müssten vorne auf dem Parkplatz abgestellt werden. "Das Gebiet sollte nicht zum Rummel verkommen".

Auch einen Ausflug in die Geschichte hatte der Bezirksleiter vorbereitet. Er führte das Gremium an die alte Landesgrenze zwischen Baden und Württemberg und machte auf die dortigen Grenzsteine aufmerksam. Es sind Relikte aus einer Zeit, in der noch regelmäßig Grenzumgänge stattfanden. Alle fünf Jahre hatte sich eine gemeinsame Kommission aus Vertretern beider Länder, Förster und Jugendliche zu einem solchen Umgang aufzumachen und nachzuschauen, ob noch alle Steine an der richtigen Stelle liegen. Auf den kulturhistorischen Sandsteinen ist heute noch das württembergische und badische Wappen zu sehen, eingemeißelt ist das Jahr der Umgehung sowie die Namen der Amtspersonen.

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