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Der Partybus für Gaggenau
Bis zum Boxenstopp auf dem Gaggenauer Marktplatz wird der Oldtimer in Partybereitschaft versetzt sein. Foto: pr
04.11.2017 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Es begann mit etwas, das man Schnapsidee nennen könnte - doch nun ist ein richtiges Projekt daraus geworden: der "Rote Bus" auf dem Adventsmarkt Gaggenau. Ein Freundeskreis aus Gaggenau will mit ihm und vor allem in ihm rund zweieinhalb Wochen lang für Geselligkeit auf dem Marktplatz sorgen.

"Club Rosé" nennt sich die muntere Truppe, verrät Margit Hettich. Der Name verweist vielsagend auf eine private Rosé-Weinprobe. Und seit diesem feucht-fröhlichen Abend unternehmen die neun Freunde so einiges an Freizeitaktivitäten, von gemeinsamen Urlauben bis zu Kochabenden, Genusswanderungen und einfach schönen Festen. "Und genau bei einem dieser Feste wurde die Idee geboren, den Gaggenauer Adventsmarkt mit dem Roten Bus um eine Attraktion zu bereichern", erinnert sich Margit Hettich.

Ihre Freundin Ines Ebert aus Bad Rotenfels, mittlerweile auch sie eine "Hummelbergerin", weiß genau, welches Fest es war: "Uwe Eckhardt hat unlängst in dem Bus seinen Vierzigsten gefeiert. Da kam die Idee auf, dass wir am Adventsmarkt mitmachen." Auch Ines war sofort begeistert. "Ich sorge für die Musik", sagte sie - und somit wird sie beim Adventsmarkt für passende Begleitung zuständig sein.

Der doppelstöckige Oldtimer aus London hat unten eine kleine Theke mit Zapfhahn - und im Obergeschoss ist weiterer Platz für die "Party-People". Schon sind die zweieinhalb Wochen durchorganisiert: "Wir haben einen Dienstplan", erzählt Ines Ebert. Vor allem an den Donnerstags-, Freitags- und Samstagsabenden wird auf allen Etagen reger Betrieb herrschen, ist sie sich sicher. Auch den anderen "Rosé"-Mitgliedern Uwe Eckhardt, Susanne und Harald Krieg, Peter Merz, Karlheinz Dehmer, Angelika Metzler, Frank Schnepf und Jutta Mast wird es gewiss nicht langweilig werden. Unterstützt werden sie zusätzlich von Heinz Schäfer und Gertrud Heck.

Doch wie kommt das knallrote Unikum überhaupt auf den Gaggenauer Marktplatz? Die Spur führt über Rheinstetten-Mörsch nach Heidelberg. Dort hatte Noch-Besitzer Eberhard Bücher, Metzgermeister, Gastronom und Ex-Motoballtrainer, Nationalspieler und mehrfacher Deutscher Meister, den Oldie vor rund drei Jahrzehnten gekauft. "Für 49000 Mark, Theke und Kühlmaschine waren schon drin", erinnert er sich. Schöne Zeiten hat er mit dem "Routemaster" Baujahr 1952 erlebt - aber im Januar wird Bücher 70, da war er nicht unglücklich, als Neffe Uwe Eckhardt von einem potenziellen Käufer berichtete: Karlheinz Dehmer - man ahnt schon - auch ein "Hummelberger" und Rosé-Clubber -, liebäugelt seither mit dem Gedanken, das Gefährt sein Eigen zu nennen.

Der Adventsmarkt wird eine erste Bewährungsprobe sein, verrät er im BT-Gespräch. Dass er Ahnung von Kraftfahrzeugen hat, das wissen seine Freunde. Nicht nur eine jahrzehntelange Mitgliedschaft im Motorsportclub Bernstein hat er vorzuweisen, sondern eine etwa ebenso lange berufliche Erfahrung als Lkw-Versuchsfahrer bei Daimler in Wörth. Zehn Liter Hubraum, sechs Zylinder und 102 PS weist der alte Morris-Dieselmotor auf, weiß Eberhard Bücher - für Karlheinz sollte das ja wohl ein Klacks sein. Er aber gibt zu bedenken: "Allein schon von Lkw zu Bus ist es ein großer Unterschied. Und zu einem Bus von damals, da liegen Welten dazwischen", sagt er fachmännisch. "Heute elektropneumatische Bremsen, damals war davon keine Rede - das merkt man schon."

Aber zunächst einmal muss der Oldie nur von seinem Rastplatz im Murgtal auf den Gaggenauer Marktplatz gefahren werden. Nicht nur für Karlheinz ein Testlauf sozusagen: "Wir wollen mit unseren Freunden eine schöne Adventszeit haben und unsere Auslagen wieder hereinbekommen, dann sehen wir weiter", sagt Margit Hettich.

Zu den Gästen im Bus werden gewiss Eberhard Bücher und seine aus Gaggenau stammende Frau Isolde, geborene Strobel, zählen. Ein kühler Rosé wird ihnen mehr als sicher sein.

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