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Pfarrer zollt Respekt für die geleistete Hospizarbeit
Aktive und ehemalige Helfer der Hospiz-Gruppe Forbach. In der Mitte (weißer Pullover) Margarete Wunsch, die vor zehn Jahren den ersten Dienst absolvierte. Foto: Gareus-Kugel
06.11.2017 - 00:00 Uhr
Forbach (vgk) - Die Franziskanerin Schwester Blandina von den Gengenbachern Schwestern kümmerte sich in ihren letzten Arbeitsjahren im Forbacher Krankenhaus vornehmlich um schwer kranke und sterbende Patienten. Als sie vor zehn Jahren zurück ins Mutterhaus ging, war ihr größter Wunsch, dass diese Arbeit fortgesetzt wird. Es war die Geburtsstunde der Hospiz-Gruppe Forbach, deren Mitglieder sich am Freitag zur Dankesfeier trafen.

Blandina war in erster Linie Krankenschwester, doch sie sah es auch als ihre Aufgabe an, Menschen in den letzten oder in den schwersten Stunden ihres Lebens nicht alleine zu lassen, ihnen beizustehen, wie Manuela Sambale, die kaufmännische Leiterin der Krankenhäuser Forbach und Rastatt des Klinikums Mittelbaden, erzählt. Für die Schwester war die Seelsorge genauso selbstverständlich wie die Organisation der Gottesdienste zusammen mit den jeweiligen Pfarrern in der Kapelle des 1896 gegründeten und christlich geprägten Krankenhauses. Den Andachtsraum gibt es im Übrigen immer noch, wofür sich Pfarrer Thomas Holler von der Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach dankbar zeigt. Jeden Mittwoch finden dort Andachten statt.

Nach dem Weggang der zwischenzeitlich 80-jährigen Ordensschwester überlegten sich die Stationsleiterinnen Gudrun Weiler und Elisabeth Wiche, Ärzte und Seelsorger gemeinsam, wie man dem Wunsch Blandinas gerecht werden könne. Es fanden sich Frauen, die zunächst eine Ausbildung beim Ambulanten Hospiz-Dienst Baden-Baden, geleitet von Christa Götz, absolvierten.

Die Hospizhelferinnen agieren völlig unabhängig vom Klinikbetrieb. Sie kümmern sich eigenständig um die Ausarbeitung der Bereitschaften, wer an welchem Tag für Angehörige und Patient erreichbar sein soll. Der erste Dienst vor zehn Jahren wurde von Margarete Wunsch übernommen. Sie hat sich in der Zwischenzeit aus dem Ehrenamt zurückgezogen. Sie sagt: "Es war schwierig und schwer, aber man hat auch viel für sich mitgenommen."

"Den natürlichen Tod erlebt man nicht mehr so wie früher", meint Chefarzt Dr. Hans-Martin Wahl, seit 30 Jahren in Forbach tätig. Nur wenigen ist der Wunsch nach einem Sterben im eigenen Zuhause vergönnt. Die Aufgabe, der sich die sechs aktiven Frauen und ein Mann in diesem Zusammenhang stellen, ist nicht leicht. Gleichwohl ist es eine fröhliche Runde aus ehemaligen und jetzigen Hospiz-Mitgliedern, die sich am Freitagabend in einer örtlichen Gasstätte zusammen fand, um das zehnjährige Bestehen der Gruppe zu feiern.

"Zunächst ist unser Glaube Motivation. Viele Menschen sind älter und haben niemanden mehr", erklärt Monika Fritz, die sich aus persönlichem Erleben in die Gruppe einbringt. "Ich finde es ganz tragisch, wenn jemand alleine gehen muss", ergänzt Maria Clausnitzer, die weiter ausführt, dass die Personen ruhiger werden, wenn sie spüren, dass jemand bei ihnen ist.

Die Hospiz-Gruppe kann zu jeder Tages- und Nachtzeit über mehrere Kanäle, an der Pforte, auf der Station oder beim Besuchsdienst, angefragt werden. "Sie sind Hilfe und Unterstützung für das Personal", so Sambale.

Glaubensrichtung spielt untergeordnete Rolle

Die Wünsche der Patienten oder der Angehörigen sind für die Helfer die Richtschnüre. Nur eine untergeordnete Rolle spielt die Glaubensrichtung. Natürlich bieten die Helfer das Sprechen gemeinsamer Gebete und den Besuch eines Pfarrers und mit ihm Kommunion, Beichte und Krankensalbung an. Doch das ist für niemanden eine Verpflichtung, wie Fritz und Holler darlegen. Alles wird ganz individuell auf die Bedürfnisse des Sterbenden abgestimmt.

Der Pfarrer ist voller Respekt für die von den Ehrenamtlichen geleistete Hospizarbeit. "Ich habe noch nie erlebt, wo immer ich auch als Pfarrer war, dass eine Hospiz-Gruppe so nah am Klinikbetrieb ist. Für einen Seelsorger ist es ein schönes Geschenk, dass der Faktor Menschlichkeit an der Klinik so deutlich wird", so Holler.

"Ein Grund mehr, heute Dank zu sagen für eine ganz tolle Arbeit. Ich wünsche mir, dass das noch viele Jahre hält. Weitere Interessenten sind willkommen", so Sambale.

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