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"Nicht den Laden dichtmachen"
Die Johanneskirche Bad Rotenfels (rechts) mit dem sanierungsbedürftigen Kirchturm muss erhalten werden, fordert ein Freundeskreis und will dafür einen Verein gründen. Foto: Senger
07.11.2017 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn und Thomas Senger

Gaggenau - Ein Abriss der Johanneskirche ist für Achim Rheinschmidt und seine Mitstreiter undenkbar. Aus diesem Grund wollen sie einen Verein gründen. Ziel: Kauf des Gotteshauses und Fortführung als überkonfessionelles Gebetshaus. Die Resonanz ermutigt die Akteure. Die Gründungsversammlung am Sonntag, 12. November, ist vom Musiksaal der Eichelbergschule in die große Festhalle in Bad Rotenfels verlegt worden.

Hintergrund: Im Zuge der Fusion der drei Kirchengemeinden Johannes-, Markus- und Lukasgemeinde und Konzentration auf den Standort Markuskirche soll die sanierungsbedürftige Johanneskirche verkauft werden. Der Erlös wird für den Bau des neuen Gemeindehauses an der Markuskirche benötigt. In Sachen Neubau Gemeindehaus neben der Markuskirche sagt Jutta Walter, Vorsitzende des Kirchengemeinderats: "Wir schieben das nicht vor uns her." Voraussichtlich im ersten Quartal 2018 soll eine Entscheidung zum Bau getroffen werden. Bereits am 30. November gebe es den internen Juryentscheid für einen Modellentwurf und einen Architekten, der beauftragt werden soll. Am 3. Dezember sollen die Pläne in einer Gemeindeversammlung öffentlich vorgestellt werden. "Wenn alles gut läuft", so die Vorsitzende des Kirchengemeinderats, könnte im Frühsommer 2018 der erste Spatenstich für das neue Gebäude erfolgen.

Achim Rheinschmidts Intention: Das Gebetshaus in der heutigen Johanneskirche solle alles andere als eine Konkurrenz zu den bestehenden Kirchengemeinden sein, betont Rheinschmidt im BT-Gespräch. "Hineinstrahlen in die Gemeinden" solle es stattdessen, verweist er auf Vorbilder in Karlsruhe, Freiburg oder Augsburg. Gerade im Reformationsjahr gelte es, "die Denkweise zu reformieren: Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, da nicht eine Spaltung entsteht, sondern Christen aller Konfessionen zusammenstehen und ihren Glauben bekennen." Man dürfe sich nicht damit abfinden: "Wir werden immer weniger, dann machen wir halt den Laden zu." Dies sei als eine Art Weckruf zu verstehen. Das Gebetshaus solle nicht eine Kirchengemeinde ersetzen, sondern die Gläubigen anregen, in ihren jeweiligen Gemeinden tätig zu sein.

Was spricht für den Standort Johanneskirche? Zentralität, Parkplätze, Stadtbahnanschluss, sagt Rheinschmidt. Dazu vier Schulen in unmittelbarer Nachbarschaft - darunter die Eichelberg-Grundschule. Auch im Rahmen des Ganztagsunterrichts könne das Gebetshaus eine sinnvolle Rolle spielen. Darüber hinaus seien Musical-Aufführungen denkbar, Arbeitskreise, Firmenveranstaltungen und insbesondere ökumenische Gottesdienste "an einem neutralen Ort".

Organisatorisches: Eine Satzung für den künftigen Verein ist vorbereitet - auf Grundlage der Satzung des Gebetshauses Freiburg. Zu möglichen Kandidaten für künftige Vorstandsposten will sich Rheinschmidt bewusst nicht äußern: Es gebe einige Personen, die infrage kämen. Sie kommen aus dem Murgtal und gehören unterschiedlichen Konfessionen an. Achim Rheinschmidt legt Wert darauf, dass er sich für das Gebetshaus "als Murgtäler" engagiere und nicht als Mitglied des Gospelhouse Baden-Baden.

Die Frage des Geldes: Rheinschmidt schätzt, dass ein Bauträger der evangelischen Kirchengemeinde 350 000 Euro geboten habe.

Nicht nur das Gebäude, sondern insbesondere der Kirchturm müssten aber erhalten bleiben: "Ich zahle doch keine 50000 Euro, um den Kirchturm abzureißen, sondern lieber 80000 bis 100000 Euro, um ihn zu erhalten. Und wir möchten, dass das Herzstück hier in Bad Rotenfels bewahrt bleibt und dass es hineinstrahlt in die evangelische, katholische Kirchengemeinde und in die freikirchlichen Gemeinden." Zur Finanzierung des Kaufes sollten sich bis zum 24. Dezember 500 Leute finden, die jeweils 1000 Euro zur Verfügung stellen. Kleinere und auch größere Zuwendungen seien selbstverständlich ebenso willkommen. Es gebe derzeit Zusagen für fast 20 000 Euro.

Was sagt die evangelische Kirchengemeinde: Noch in diesem Monat soll Rheinschmidt seine Überlegungen dem Kirchengemeinderat vorstellen, erläuterte dessen Vorsitzende Jutta Walter. Diese Präsentation wäre nach der für 12. November vorgesehenen Vereinsgründung. Eine deutliche Mitsprache hat bei einem Verkauf des Kirchengebäudes die Landeskirche. An ihr liegt es, ob an einen Verein verkauft wird. Ein solcher wäre ein Rechtsträger - mit dem der Verkauf abgesichert werden könnte. Im Gegensatz zu früheren Zeitangaben soll der Beschluss, wer den Zuschlag für die Kirche bekommt, nicht im November fallen. Aktuell gebe es zwei Kaufinteressenten. Einer davon sei Achim Rheinschmidt. Am heutigen Dienstag sei ein weiterer Besichtigungstermin mit einem Interessenten, so Walter.

www.gebetshaus-freiburg.org

www.gebetszentrum.org

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