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"Gemeinsam statt einsam"
Gern gesehener Gast bei den rund 100 Senioren: Werner Roth (rechts, an der Geige) sorgt für musikalische Kurzweil.  Foto: Uebel
07.11.2017 - 00:00 Uhr
Von Dagmar Uebel

Gernsbach - Unter dem Motto "Gemeinsam statt einsam" entstand vor 50 Jahren in Gernsbach das Projekt "Seniorentreff", das von der evangelischen Seniorenarbeit und dem katholischen Altenwerk getragen wird. Damals war das Projekt unter dem Namen "Nachmittage für Ältere und Alleinstehende" noch im Landkreis Rastatt einmalig. Inzwischen fanden derartige Veranstaltungen zahlreiche Nachahmer.

In Gernsbach war es zunächst Henny Fischer-Zach mit ihrem Wunsch, etwas für die älteren und alleinstehenden Mitbürger tun zu wollen. Unterstützt von Gleichdenkenden krempelte sie die Ärmel hoch, und 1967 konnte im Club-Zimmer des Karl-Barth-Hauses das erste Treffen stattfinden. Von den damals etwa 25 bereitstehenden Stühlen blieben nur wenige unbesetzt. Sehr zufriedenstellend für Fischer-Zach, Anneliese Göhring, Elise Hutt, Helmut Junge und Lore Möll, die Initiatoren des Treffs. Es verging nur wenig Zeit, bis das Club-Zimmer nicht mehr ausreichte, die Treffen im großen Saal stattfinden mussten, besser: konnten.

Bald über Konfessionsgrenzen hinweg folgte die katholische Pfarrgemeinde der Einladung zur Beteiligung gerne. Der Gefahr des Scheiterns, nachdem sich Gabriele Overlack und Lydia Schmalfuß aus dem Organisationsteam zurückzogen, setzte Reiner Sontheimer sein Engagement entgegen. Und auf seine Veranlassung hin änderte sich bald der Veranstaltungsname: Aus den "Nachmittagen für Ältere und Alleinstehende" wurden "Ökumenische Seniorentreffs". "Man muss nicht erst sehr alt und allein sein, um dabei sein zu können", betont Sontheimer. Geschätzte 100 Senioren sind es inzwischen, die sich an jedem zweiten Donnerstag auf den Weg zum evangelischen Gemeindezentrum machen. Nach der Begrüßung und einer kurzen Andacht, im Wechsel von einem Vertreter der evangelischen und der katholischen Gemeinden gehalten, folgt nach gemeinsamem Singen sowohl christlicher Lieder, von Volksliedern als auch selbstgetexteter Weisen auf bekannte Melodien bald der genüssliche Teil: der Kaffeeplausch. Das war von Anfang an so, und so soll es nach Meinung der Besucher bitte auch bleiben.

14 Veranstaltungen im Winterprogramm

Die Vermutung jedoch liegt nahe, dass sich manche Themen der sich anschließenden Vorträge oder auch der Musikgeschmack im Verlauf der Jahre geändert haben. Im Winterhalbjahr 2017/2018 wird bei insgesamt 14 Veranstaltungen bis zum 26. April 2018 Professor Dietmar Lutz über "Gefahren für das Gehirn", Dr. Elisabeth Rölleke zum Thema "Diabetes im Alter" referieren. Ganz aktuell in diesem Jahr befassen sich Cornelia Zorn und Fritz Walter mit der Reformation in Gernsbach. Die Jubiläumsfeier der Stadt unter dem Motto "50 Jahre Seniorennachmittage" ist im Februar ebenfalls ein Thema.

Neben Musikvorträgen durch Musikschüler von Roswitha Friedel, amüsanter Unterhaltung durch die "Los Dilettantos" und einem kleinen Konzert des Männergesangvereins Scheuern/Staufenberg, werden Josef Kerns Bilder zum Thema "Jahreszeiten im Murgtal" und Kurt Bartenschlagers Eindrücke von einer Reise nach Kuba zu bestaunen sein. Walter Fischer gewährt im März einen "Blick in Gottes kleine Welt" und für J. Yamamoto stehen "Bierdeckel aus dem Murgtal" im Mittelpunkt des Interesses.

Natürlich dürfen sowohl eine gemeinsame Adventsfeier beider Kirchen als auch ein Ökumenisches Abendmahl durch Pfarrer Ulrich Eger im März nicht fehlen. Dass die Donnerstagnachmittage auf so gute Resonanz stoßen, liegt zum großen Teil an der Bewirtung mit Kaffee und Kuchen, aber noch mehr am Zusammensein in schönem Rahmen, am Gedankenaustausch mit Bekannten und an der Gelegenheit, bisher unbekannte Nachbarn kennenzulernen.

Zur Wohlfühlatmosphäre trägt natürlich das "Rückgrat der Veranstaltung", das Helferteam bei: sechs Frauen, die sich um die Bewirtung der Gäste und das Drumherum davor und danach kümmern. "Eine sinnvolle Arbeit, eine schöne Aufgabe", finden Elke Hartmann, Bärbel Schoch, Traudel Steimer, Uta Kelting, Christel Kessler und Traudel Wetzel. "Motor" Sontheimer verspricht auch deshalb lächelnd: "Solange ich kann, mache ich weiter."

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