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Rasenmäher-Bande war nicht nur in Michelbach aktiv
Einer der beiden später gestohlenen Rasentraktoren des SV Michelbach. Foto: Daniel Herm
08.11.2017 - 00:00 Uhr
Rastatt/Gaggenau (mo) - Am Montag begann vor dem Rastatter Schöffengericht die Verhandlung gegen einen 24-jährigen polnischen Staatsbürger, dem die Anklage schweren Bandendiebstahl in drei Fällen sowie Sachbeschädigung vorwirft. Die Taten sollen in der Oberpfalz, im Landkreis Karlsruhe und schließlich im Murgtal, in Michelbach, begangen worden sein. Er wurde im Sommer in Polen festgenommen, wenig später nach Deutschland überstellt und sitzt seit 22. Juli in der JVA Offenburg in Untersuchungshaft.

Zum Prozessauftakt zeigte sich der angeklagte junge Mann bedeckt und machte nur Angaben zur Person, nicht zur Sache.

Als man am Morgen des 4. November letzten Jahres auf den Sportplatz des SV Michelbach kam, ließen aufgebrochene Türen und Toren nichts Gutes erahnen. In der Nacht hatten Unbekannte das Gelände aufgesucht und aus den Geräteschuppen alles mitgehen lassen, was abzutransportieren war. Darunter zwei hoch- und vor allem neuwertige Rasenmäher (Rasentraktoren). Der Wert des nächtlichen Beutezugs wurde auf 33000 Euro beziffert. Der verursachte Schaden, so war zu erfahren, sei von der Versicherung weitgehend ersetzt worden.

Sofort erstattete man Anzeige. Noch an diesem Tag kam nun vom Polizeipräsidium Karlsruhe der Hinweis, dass man gegen eine polnische Bande ermittelt, die sich auf den organisierten Diebstahl solch teurer Rasentraktoren bei Sportvereinen in Deutschland spezialisiert hatte. Im Zuge der Überwachung von Mobiltelefon-Nummern konnte schließlich verfolgt werden, wie die Halter dieser Handys zum nächtlichen Beutezug nach Deutschland einreisten. 21 Fälle werden mittlerweile der vielköpfigen Diebesbande zur Last gelegt.

Am 11. November 2016 gingen dann bei einem erfolgreichen Zugriff der Polizei fünf Polen ins Netz. Doch nur einer der festgenommenen Männer packte aus. Sie saßen bereits vor dem Landgericht Hof auf der Anklagebank, wurden dort zu Haftstrafen verurteilt und sollten nun vor dem Rastatter Schöffengericht aussagen. Doch da diese Urteilssprüche noch nicht rechtskräftig sind, haben sie das Recht, in dem Verfahren keine Angaben zu machen (Aussageverweigerungsrecht).

Und so zeigte sich erneut nur einer bereit und willig, im Zeugenstand zu reden. Danach war er vom polnischen Auftraggeber, zusammen mit dem angeklagten 24-Jährigen, zu zwei Diebestouren nach Deutschland, darunter auch nach Michelbach, geschickt worden. Ein Transportfahrzeug wurde gestellt. Und auf dem Navi war bereits der Zielort einprogrammiert. Für den nächtlichen Einsatz seien ihm 100 Zloty, was etwas mehr als 20 Euro entspricht, zugesagt worden. Das Verfahren wird am Freitag, 24. November, fortgesetzt.

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