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Erst "Emotionen raus" - dann das Gift?
Erst 'Emotionen raus' - dann das Gift?
08.11.2017 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Gernsbach - Nach Jahrzehnten des Stillstands bringt Julian Christ Schwung in die unendliche Geschichte um das verseuchte Pfleiderer-Areal in Gernsbach. Der Neu-Bürgermeister ergriff die Initiative und lud am Montag die Bürgerinitiative Giftfreies Gernsbach (BiGG) zum Gespräch. Beide Seiten beschreiben es zufrieden als "sehr konstruktiv". Sollte der Gemeinderat sich überwinden, dürfte es 2018 einen Bürgerentscheid über das Areal geben.

"Die Emotionen müssen raus", stellte Christ am Montagabend klar, als er im Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) über das Treffen informierte. Der Rathauschef und Bauamtsleiter Jürgen Zimmerlin hatten sich am Morgen mit den BiGG-Vertretern Stefan Freundel, Dieter Köhler und Stefan Krieg getroffen, um den "weiteren Weg" auszuloten. Freundel, der ebenso wie Christ bei der Bürgermeister-Wahl angetreten war, bezeichnete gestern das "Gespräch als sehr angenehm und offen. Es herrschte eine sehr positive Atmosphäre". Vor allem "in einem Punkt waren wir uns einig: Der Stillstand ist nicht akzeptabel". Deswegen freute sich Freundel, dass Christ in die festgefahrene Situation "frischen Wind reinbringt".

Die BiGG sammelte fast 2000 Unterschriften für den Bürgerentscheid. Ziel der Initiative ist es, das Gelände zu sanieren und das Gift aus dem Boden zu holen - bisher hatte eine Mehrheit im Gemeinderat mit der Versiegelung des Pfleiderer-Areals geliebäugelt. Damit sich dieser nicht übergangen fühlt, betonte Christ im ATU: "Der Gemeinderat bleibt natürlich Herr des Verfahrens!"

"Neutraler Dritter" soll Fronten aufweichen

Um die verhärteten Fronten aufzuweichen, möchte der dynamische Jung-Bürgermeister "einen neutralen Dritten engagieren. Auch die BiGG will die Emotionen rausnehmen". Christ plant daher eine Zusammenarbeit mit einer Bürgerbeteiligungs-Agentur, die als "neutraler Moderator" dienen solle. "Herr Christ spielt unserem Eindruck nach mit offenen Karten", lobt Freundel seinen ehemaligen Wahl-Konkurrenten nicht nur für diesen Schritt. Die BiGG gedenkt daher auch auf den Gemeinderat zuzugehen. "Wir müssen raus aus der Beharrung. Schließlich sind wir uns einig, dass man etwas gegen das Gift machen muss."

Laut Christ ist die "ganz wichtige Botschaft" der Konsultation am Montagmorgen gewesen: "Die BiGG begrüßt den Weg, dass wir alles prüfen lassen und ein Rechtsgutachten erstellen, das klärt, ob wir Dritte haftbar machen können." Das könnte die Stadt von den drohenden Millionenkosten befreien. "Wir sind auch für das Rechts- und Ökogutachten und warten diese ab", zeigt Freundel für die BiGG ebenfalls Entgegenkommen. Möglichst schon im Dezember will Christ einen "Lenkungskreis aus Gemeinderat, Verwaltung und BiGG bilden und die Dinge ins Rollen bringen".

Lenkungskreis mit allen Beteiligten

Verlaufen die Gespräche weiter so erfreulich wie am Montag, könnte das Gernsbacher Stadtoberhaupt schon im nächsten Jahr einen erheblichen Schritt weiter sein. "Als zeitlichen Horizont nenne ich 2018", zeigt sich der Schultes mit Blick auf einen Bürgerentscheid optimistisch.

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