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Mit Bierdeckeln auf Erfolgskurs
Katz-Mitarbeiterin Margit Bleier bestückt die neue Bierdeckel-Mischanlage.  Foto: Mack
10.11.2017 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Weisenbach - "Der Markt verändert sich, die Ansprüche der Kunden werden komplexer", sagt Daniel Bitton, der Geschäftsführer der Weisenbacher Katz-Unternehmensgruppe. Deshalb wurde im Murgtal, beim Weltmarktführer der Bierdeckelhersteller, weiter investiert. Zum Jahresbeginn war es eine neue Packstraße, mittlerweile ist eine neue Mischanlage für Bierdeckel in Betrieb.

Nach dem weltgrößten Bierbrauer Anheuser-Busch wird bald auch Heineken, der zweitgrößte Bauereikonzern, zu den Großkunden von Katz gehören. Die Produktion in Weisenbach wird sich von 1,2 Milliarden Bierdeckeln jährlich auf 1,4 bis 1,5 Milliarden erhöhen, prognostiziert der Geschäftsführer.

Gerade durch die Mischanlage sei es möglich, Konzerne mit verschiedenen Biermarken schnell zu versorgen. Diese Anlage wurde speziell für die Bedürfnisse in Weisenbach in Kanada gebaut, rund 250000 Euro kostet sie. Bis zu sechs verschiedene Motive kann die knapp fünf Meter lange Anlage in eine Rolle (100 Bierdeckel) mischen. Bei einem Standard-Bierdeckel schafft die Maschine so zehn Rollen in der Minute.

Bisher wurden solche Aufträge komplett von Hand erledigt. Durch die Anschaffung werden zum einen die Mitarbeiter entlastet, zum anderen werde der stetig gestiegenen Nachfrage entsprochen.

Zwei neue Stanzen sind ebenfalls in Betrieb, rund 500000 Euro hat das Unternehmen dafür investiert. "Wir müssen die Abläufe weiter optimieren", gibt der Geschäftsführer zu bedenken, denn die Konkurrenz sei stark. Die Wirtschaftlichkeit müsse dabei im Vordergrund bleiben. "Der Markt schätzt unseren Service, will ihn aber nicht bezahlen", berichtet Bitton.

Produzieren nur um des Produzierens Willen, das werde es bei Katz nicht geben, macht er deutlich. Die Investitionen dienen der Prozessoptimierung: Mitarbeiter, die in Rente gehen, könnten so ersetzt werden. Neue Mitarbeiter für die ausscheidenden einzustellen, das sei bei der derzeitigen wirtschaftlichen Situation nicht möglich, bedauert Bitton. Zur weiteren Produktionsoptimierung in Weisenbach zählt ein neues Silo, das auf dem Werksgelände errichtet wird. Dort wird Kreidepulver als Füllstoff für die Bierdeckelherstellung gelagert. Rund 80 Kubikmeter Füllmenge hat die Anlage, informiert der neue technische Leiter Tobias Franke. Die Abfülleinrichtung wird mit einer Zarge "eingehaust", um die Lärmbelastung so gering wie möglich zu halten. Durch die Beimischung von Kreide zur Holzschliffmasse, etwa fünf bis zehn Prozent der Gesamtmenge, wird zur Pappenherstellung weniger Holz benötigt. Auch der Energieaufwand wird geringer, weil nicht mehr so viel Wasser in dem Zellstoffbrei gebunden ist, das bei der Trocknung wieder entweichen muss. Weitere Umstrukturierungen im Produktionsbereich optimieren diesen. So werden beispielsweise die bisherigen Bottiche abgebaut, in denen die Stanzabfälle einweichen, um wieder der Produktion zugeführt zu werden. So gibt es mehr Platz. Neue Bottiche sind derzeit außerhalb der Produktionshalle im Bau. Allein für den Markt in den USA werden im Murgtal rund 9000 Tonnen Holzschliffpappe hergestellt.

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