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"Ein Wahrzeichen von Gaggenau"
Achim Rheinschmidt, Irene Müller, Holger Großmann, Vorsitzender Helge Rieger (von links). Foto: Elke Rohwer
14.11.2017 - 00:00 Uhr
Von Elke Rohwer

Gaggenau - Die Entwicklung um die Einrichtung eines Gebetshauses in Bad Rotenfels ist am Sonntagabend einen entscheidenden Schritt vorangekommen. 38 Vertreter aus verschiedenen christlichen Kirchengemeinden haben am Sonntag in der Festhalle Bad Rotenfels den Verein Gebetshaus Bad Rotenfels gegründet. Als erster Vorsitzender wurde Helge Rieger gewählt. Zweiter Vorsitzender ist Achim Rheinschmidt.

Das Amt des Kassenwarts übernimmt Holger Großmann, und Irene Müller ist Schriftführerin. Als Kassenprüfer wurden Hermann Hornung und Arthur Drews ernannt. Vorsitzender Helge Rieger ist Rektor der Klingenbachschule in Forbach.

"Angesichts der rückläufigen Zahlen an Kirchenmitgliedern brauchen wir ein christliches, überkonfessionelles Gebetshaus für das gesamte Murgtal. Damit können wir diesen Trend aufhalten und unseren Anteil dazu beitragen, dass sich die Besucher des Gebetshauses als gläubige Einheit empfinden", sagte Helge Rieger zu Beginn der Versammlung.

Achim Rheinschmidt berichtete als Versammlungsleiter, wie der Gedanke, die Immobilie der Johanneskirche zu kaufen, in ihm Gestalt angenommen hatte (wir berichteten). "Ein Kauf macht aber nur Sinn, wenn die Immobilie als christliches, überkonfessionelles Gebetshaus genutzt wird, das die Christen des Murgtals verbindet. Kirchen haben oft das Problem der Schwelle. Ein Gebetshaus könnte die Chance bieten, das Gemeinsame aller Konfessionen herauszuholen. Um Jugendlichen einen Zugang zu ermöglichen, sollte Glaube außerdem attraktiv und spannend gestaltet werden."

"Haben Sie schon mal für den OB gebetet?"

Rheinschmidt betonte, dass das Gebetshaus keine Konkurrenz zu den Kirchen darstellen solle. In den Kirchengemeinden werden weiterhin Gottesdienste, Taufe, Kommunion und Konfirmation gefeiert.

Im Gebetshaus sollen Gebete stattfinden, manche untermalt mit Musik, manche still, manche bezogen auf Themen wie zum Beispiel Gesundheit oder Weltfrieden. "Haben Sie schon einmal für den Oberbürgermeister oder die Gemeinderäte gebetet? Diese hätten es nötig, denn wenn wir sie allein lassen, dann sind sie auch allein", sagte der Versammlungsleiter.

Anschließend referierte Rheinschmidt darüber, wie die Räumlichkeiten der Kirchenimmobilie genutzt werden könnten (wir berichteten). Im Bezug auf die geplante Finanzierung stellte er die Rechnung von 500 mal 1000 Euro in den Raum, also 500000 Euro, die bis 24. Dezember 2017 durch Spenden zusammenkommen sollen, um die Immobilie von der evangelischen Gemeinde erwerben zu können. Rheinschmidt zufolge gibt es bereits Zusagen über rund 20000 Euro.

Laut verabschiedeter Satzung soll der Verein unter anderem dem Zweck dienen, Gebetstreffen und christliche Seminare und Konferenzen zu veranstalten, verbunden mit der Zusammenarbeit mit christlichen Kirchen und Gemeinden. Mitglied im Verein kann jeder ab dem vollendeten 16. Lebensjahr werden.

Der Verein soll sich über Spenden finanzieren, ein Mitgliedsbeitrag soll nicht erhoben werden. Einstimmig beschlossen wurde, dass im Fall einer Auflösung des Vereins das Vereinsvermögen zu gleichen Teilen an die Lebenshilfe Rastatt/Murgtal und die Organisation "Open Doors" gehen soll. Letztere setzt sich für verfolgte Christen weltweit ein.

Auf die Frage, was passieren würde, wenn die evangelische Kirchengemeinde einem Bauträger den Zuschlag gibt, entgegnete Rheinschmidt: "Es wird auf jeden Fall ein Gebetshaus geben, wenn nicht hier, dann an anderer Stelle, aber Priorität hat die Johanneskirche.

Dies wäre der beste Standort im ganzen Murgtal. Es sind Parkplätze vorhanden, es gibt gute Anbindungen an Bus und Bahn, und das Gebäude ist ein Wahrzeichen von Gaggenau." Am Donnerstag wird eine Abordnung des Vereins "Gebetshaus Bad Rotenfels" ihr Projekt "Johanneskirche" im Rahmen der Sitzung des evangelischen Kirchengemeinderats vorstellen. Dabei soll es um die geplante Verwendung und Finanzierung der Immobilie gehen.

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