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Glatteisfrühwarner in "kaltem Loch"
Bauhofleiter Simon Faber (rechts) und Julian Christ präsentieren die Glatteisfrühwarnanlage in Reichental.  Foto: Metz
14.11.2017 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Gernsbach - Kurz vor Reichental schlägt die Elektronik des Autos gestern an: 4 Grad! Warnung vor möglichem Glatteis. Am Ende des Alten Postwegs wird es noch einen Hauch frischer: 3,4 Grad zeigt die App von Simon Faber. Hier, quasi in Gernsbach-Sibirien, hat die Stadt ihre erste Glatteisfrühwarnanlage in Betrieb genommen.

Eine Kamera mit Infrarotscheinwerfer übermittelt Bilder von der Straße des Höhenortsteils, ein Fühler ermittelt die Meteodaten vor dem mit erstem Reif bedeckten Wald. Der Wind weht nur schwach mit 2,5 Stundenkilometern Geschwindigkeit, als Faber zusammen mit Bürgermeister Julian Christ den "Meilenstein" präsentiert. Die Bodensonde vier Meter entfernt taxiert die Fahrbahntemperatur auf 4,7 Grad. Die Wasserfilmdicke liegt während des gerade aussetzenden Nieselregens bei 0 µ. Die Salzkonzentration befindet sich ebenfalls noch mangels Streuung auf dem Nullpunkt. Die gesamten Daten werden aufbereitet und gehen dem Gernsbacher Bauhof zu.

Die 23640 Euro teure Technik samt der laufenden Kosten von 640 Euro jährlich dürften sich langfristig amortisieren, zeigt sich Faber überzeugt. In der Probephase fahren die Mitarbeiter zwar noch hoch nach Reichental, um die Sicherheitslage auf den Straßen mit den gelieferten Daten zu überprüfen - klappt jedoch alles nach Wunsch, kann sich der Streudienst künftig viele Fahrten sparen. Oder wahlweise auch zeitig Einsätze mit einem der sieben Fahrzeuge vorbereiten, wenn die Glatteisfrühwarnanlage Alarm wegen der ersten Schneeflocken oder tiefen Temperaturen schlägt. 45 Minuten später ist der Bauhof bereit für den Einsatz.

Christ sieht den Kauf des "tollen Systems" nicht nur als Signal, dass wir "in die Ortsteile investieren und deren Entwicklung auf dem Schirm haben". Der Bürgermeister wertet die Anlage auch als "Einstieg in die Digitalisierung. Bei der Mülleimer-Leerung sehe ich enorme Potenziale für Stadt und Bauhof. Der Winterdienst wird optimiert, weil niemand hinfahren muss, sondern mitgeteilt wird, ob etwas zu tun ist. So können wir in der Höhenlage von Reichental schneller bei Glatteis reagieren".

Bewährt sich der Glatteiswarner, befürwortet Faber weitere Anschaffungen für "Staufenberg und Lautenbach, wo es auch kalte Löcher gibt". Die Probephase befindet sich am kältesten bewohnten Punkt von Reichental, weil der Ort besonders "exponiert" sei - und die Temperaturen teilweise sechs bis acht Grad unter denen in Gernsbachs Innenstadt liegen können.

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