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Von der Mobilität bis zum Waldseebad
In mehreren Gruppen erarbeiten die Schüler bei der Jugendbeteiligung ihre Themen.  Foto: Jahn
16.11.2017 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Gaggenau - "Ich kann nur sagen: Hut ab!" Das Fazit kam von Oberbürgermeister Christof Florus höchstpersönlich. Im Rahmen der Gaggenauer Jugendbeteiligung hatten mehr als 100 Schüler gestern Vormittag in der Festhalle Bad Rotenfels verschiedene Themenbereiche erörtert und ihre Ergebnisse anschließend kurz vorgestellt.

Tina Frey vom städtischen Hauptamt, die zusammen mit Ricarda Moser, Leiterin des Kinder- und Familienzentrums (Jufaz) verantwortlich für die Jugendbeteiligung ist, meinte: "Ich bin begeistert, wie gut alles erarbeitet worden ist." Die Vorschläge, bekannte Florus, seien sehr gut. Viele könnten gemeinsam umgesetzt werden, machte er den jungen Menschen Hoffnung.

Die Schüler waren gestern in sieben Gruppen unterteilt. Zu jeder Gruppe gehörte ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Die Ergebnisse ihrer Arbeiten trugen Vertreter jeder Gruppe vor.

Unter anderem bemängelten Jugendliche, dass die öffentliche Toilettenanlage im Bahnhof "nicht so sauber" sei. Als gut bezeichneten sie es, dass im Rathaus kostenlos Trinkwasser konsumiert werden kann. Allerdings fehlten entsprechende Hinweise auf dieses Angebot. Deshalb regten sie an, auf dem Platz vor dem Rathaus einen weiteren Trinkbrunnen zu errichten. Bemängelt wird, dass es in der Innenstadt keine Fastfoodketten gibt. Jugendliche würden deshalb gerne die Initiative ergreifen und im Josefstreff, der derzeit vor der Josefskirche errichtet wird, an einigen Tagen selbst gemachte Burger, Frikadellen oder Ähnliches anbieten. Dieser Vorschlag wurde von den anwesenden Jugendlichen mit starkem Applaus quittiert.

Beim Themenbereich "Flucht und Integration" schlagen die jungen Menschen unter anderem Besuche in der Gemeinschaftsunterkunft vor. Flüchtlinge könnten unter anderem erzählen, warum sie nach Europa gekommen sind. Auch sei Sprachunterricht für Flüchtlingskinder denkbar.

Ein großes Thema ist immer wieder die Mobilität. Und dabei insbesondere die Anbindung der Stadtteile per Bus an die Stadtbahn. Bemängelt wurde auch, dass der Bus in Michelbach oft zu spät komme. Die Folge: Schüler treffen verspätet in den Schulen ein. Für das Anruflinientaxi schlagen Schüler vor, eine Internetseite zu schalten, auf der man sich für dieses Taxi anmelden kann. Kritisiert wird von den jungen Menschen, dass Radfahrer bei jedem Verkehrskreisel und bei Kreuzungen Probleme mit Autos hätten, wenn sie diese passieren. Sie schlugen weitere Zebrastreifen und Spiegel vor. Auch sollten Eltern angeschrieben werden im Bezug auf die Bringdienste ihrer Kinder zu den Schulen. Der Nachwuchs sollte nicht bis direkt vor die Tür der Schule gefahren werden. Eine Schülerin sagte: "Kinder haben Füße bis zum Boden, sie können ja zur Schule laufen."

Ebenfalls zahlreiche Vorschläge gibt es für das Waldseebad. Eine zentrale Aussage: Die Jugendlichen wünschen sich, dass der Naturbadbereich größer bleibt als das technische Bad, wo Chlorwasser verwendet wird. Daneben gab es zahlreiche Vorschläge bezüglich Ausstattung wie verschiedene Rutschen, Sprungturm, Sportmöglichkeiten, aber auch Veranstaltungen wie Discos, um neue Besucher ins Bad zu locken. Auch sollte es einen Einstieg für Behinderte ins Becken geben.

Mehr Partys wünschen sich die Jugendlichen im Jufaz - damit Jugendliche generell und auch häufiger kommen. Es sollten Altersgrenzen für bestimmte Veranstaltungen eingeführt werden. Freuen würde sich der Nachwuchs über Open-Air-Konzerte im Hof vom Jufaz (Schulbands, Hip-Hop oder Rapper). Auch wären mehr Ausflüge wünschenswert. Angeregt wurde eine Jufaz-App. In der nächste Woche soll es eine Besprechung geben, bei der es um Angebote speziell für Mädchen geht.

Nachdem jetzt verschiedene Vorschläge erarbeitet wurden, ist es das Hauptziel des Jugendforums, Projektgruppen zu bilden, Konzepte zu entwerfen und anschließend die Projekte zu realisieren.

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