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Von der Kiesgrube hinauf zum "Schärfeisen"
17.11.2017 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Rastatt/Gaggenau - Als ob das von selber ginge. Im Fahrerhaus ist alles ganz unspektakulär: die extremen Steigungen und Gefälle, die Riesenkräfte, die von den dicken Reifen auf den schlammigen Untergrund gebracht werden, davon kriegt man ja fast nichts mit. So soll es auch sein, denn was die Daimler-Testfahrer präsentieren, das zählt zum Besten, was derzeit in Sachen Baustellen-Lkw auf dem Markt zu finden ist. Rund 120 Fachjournalisten aus Deutschland und Europa sollen sich davon überzeugen: Beim Fahr-Event in der Kiesgrube in Ötigheim und auf dem Sauberg bei Ottenau.

Etwa 20 Lkw verschiedener Baureihen tummeln sich auf dem Gelände; wer mag - und kann - darf sich auch selber ans Lenkrad setzen. Das Wetter, es hätte nicht besser sein können, um die zuschaltbaren Allradantriebe, die Turbo-Retarder-Kupplungen oder schlicht und einfach die schiere Kraft der Motoren zu demonstrieren. Glitschig, rutschig sind die Fahrbahnen, die Rundfahrten sind alles andere als ein Kinderspiel. Routine hingegen für die Versuchsfahrer von Daimler. Hans Luft aus Loffenau ist einer von ihnen. Ruhig beantwortet er die Fragen seines Mitfahrers, lässt die technischen Finessen des Lasters wie beiläufig glänzen.

In der rustikalen Vesperhütte mitten auf dem Gelände ist es international. Journalisten aus Russland, aus dem Balkan, aus Spanien sitzen vor ihren Laptops, schreiben ihre ersten Eindrücke nieder. Manche von ihnen sind selbst gefahren, haben den Parcours absolviert. Schnell noch einen Kaffee, dann geht es mit dem Bus hinauf zum legendären Sauberg-Testgelände bei Ottenau. Auf der Fahrt dorthin berichtet Burkhard Schlör, Teamleiter Lkw-Versuch, den Fahrgästen vom Lkw-Versuch, der 2008 von Gaggenau nach Wörth verlagert wurde - "aber Sauberg remains", - der Sauberg bleibt, sagt er auf Englisch ins Mikrophon. Denn der anstehende Felsuntergrund, das steile Gelände, das sind immer noch die Herausforderungen, die ein neues Daimler-Lkw-Modell bestehen muss.

"An old Daimler town", sagt Schlör, als Gaggenau in Sichtweite kommt, und verweist im Vorbeifahren auf das Unimog-Museum und auch den Unimog-Club. "Nearly everyone in Gaggenau has an Unimog", flachst er - "fast jeder in Gaggenau hat einen Unimog", das ist ziemlich übertrieben, bringt aber die Befindlichkeit vieler Freunde des Allrad-Könners, der so viele Jahrzehnte hier gebaut wurde, auf den Punkt.

Auf dem Sauberg wartet bereits Erprobungsfahrer Frank Stephan in einem Arocs-Baustellen-Lkw. "Slippery" ist der Untergrund heute, gibt Burkhard Schlör zu bedenken, äußerst schlüpfrig ist das Substrat, was die Zuschauer dann mit eigenen Augen sehen können. Bis zu 65 Prozent Steigung oder Gefälle sind hier zu absolvieren. Die Sauberg-Zertifizierung bekommt ein neues Lkw-Modell erst, wenn es ein halbes Jahr täglich im Zweischichtbetrieb das Gelände überstanden hat. Elektronik hin oder her: Hier im Matsch und an den Verwindungsstrecken, im Wasser und an den An- und Aufstiegen, wird das Material einem extremen Dauertest unterzogen oder, wie Schlör es formuliert: "Der Sauberg ist das Schärfeisen für die Lkw."

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