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Integration braucht eine breite Basis
Zum ersten Begegnungscafé treffen sich Weisenbacher Gemeindehaus ehrenamtliche Helfer, Vereinsvertreter und Flüchtlingsfamilien.  Foto:  pr
17.11.2017 - 00:00 Uhr
Weisenbach (red) - Erfreulich groß war die Beteiligung und das Interesse beim ersten Begegnungscafé im Weisenbacher Gemeindehaus. Eingeladen waren neben den Flüchtlingsfamilien, den ehrenamtlich Engagierten und Vereinsvertretern auch die Bürger. Integration kann, so Bürgermeister Toni Huber, nur auf der breiten Basis der Vereine und der Dorfgemeinschaft gelingen.

Vor etwa drei Jahren wurde die erste Familie in Weisenbach aufgenommen. Im Herbst 2015 und im Frühjahr 2016 folgten weitere Familien. Diesen wurde von der Kommune der erforderliche Wohnraum zur Verfügung gestellt.

Bereits im März 2016 trafen sich erstmals Ehrenamtliche zur Gründung eines Integrationskreises und Unterstützung der Flüchtlinge. Doch die damals in Weisenbach untergebrachten Familien wurden, so berichtete Bürgermeister Toni Huber, jeweils im Wohnumfeld betreut, so dass sich zunächst kein weiterer Bedarf an zusätzlicher Betreuung ergab. Diesen Erstbetreuern galt der besondere Dank des Ortsoberhaupts. Nachdem insbesondere im Sommer 2017 nochmals zahlreiche weitere Familien hinzugekommen sind, hat man das Thema Integrationskreis erneut aufgegriffen.

Nach einem vorbereitenden Treffen der Ehrenamtlichen vor wenigen Wochen war die Beteiligung am Begegnungscafé äußert rege. Die Mitarbeiterinnen um Hauptamtsleiter Walter Wörner hatte alle Hände voll zu tun, berichtet die Gemeindeverwaltung. Es mussten Stühle nachgestellt werden, weit mehr als 60 Personen waren gekommen. Mit Kaffee, Tee und alkoholfreien Getränken sowie Kuchenspenden der Ehrenamtlichen und Spezialitäten der Flüchtlingsfamilien wurde bewirtet.

Zehn Familien haben neue Bleibe

Glücklich schätzt man sich, erläuterte Bürgermeister Toni Huber, dass es immer gelungen sei, in der Anschlussunterbringung Familien aufzunehmen. So sind es mittlerweile zehn Familien mit insgesamt 52 Personen aus Syrien, Afghanistan, Serbien, Irak, Iran und dem Togo, die in Weisenbach eine Bleibe gefunden haben.

Darunter sind 31 Kinder und Jugendliche, die teilweise den Weisenbacher Kindergarten und die Johann-Belzer-Schule besuchen. Die Aufnahmeverpflichtung der Gemeinde im Landkreis habe man, so der Bürgermeister, auch schon für das Jahr 2018 komplett erfüllt.

Es gelte nunmehr, den Fokus auf die Integration zu legen. Damit habe man, meinte er, in Erinnerung an die italienischen Arbeiter beim Bahnbau oder türkische Einwohner im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwunges nach dem Kriege ja gute Erfahrungen.

Aufmerksam lauschten die Besucher den Ausführungen der sieben Flüchtlingsfamilien, welche sich jeweils persönlich vorstellten. Dabei konnten diese ihre in der Schule oder bei Kursen erlernten Deutschkenntnisse demonstrieren. Der Weisenbacher Turnverein stellte seine vielfältigen Vereinsangebote vor. Neben den sportreibenden Vereinen waren auch musizierende und singende Gruppierungen sowie der Obst- und Gartenbauverein vertreten.

Rege wurden an den Tischen neue Kontakte geknüpft, Adressen und Telefonnummern ausgetauscht und viele Ideen kreiert, wie man die Familien im Zug der Integration unterstützen und "mitnehmen" könne.

Vielfältig sind dabei die Wünsche und Möglichkeiten, sei es bei der Hausaufgabenbetreuung, bei der Begleitung zu Behörden- oder Arztterminen, der Betreuung von Kindern, wenn beide Elternteile entsprechende Kurse besuchen, technischen Hilfen bei Fernsehen und Internet oder Gartenbewirtschaftung und vielem mehr. Angetan war man von der Freundlichkeit und Herzlichkeit der Flüchtlingsfamilien, insbesondere der Kinder und Jugendlichen, die keine Scheu zeigten. Der Ehrenamtskreis wird sich regelmäßig zum Informationsaustausch treffen.

Die Sozialbetreuung des Landkreises Rastatt war durch Simona Badescu vertreten. Sie stand sowohl den Flüchtlingsfamilien, aber auch den Ehrenamtlichen, Rede und Antwort. Badescu hält als Ansprechpartnerin jeweils donnerstags von 14 bis 17 Uhr Sprechstunden im Weisenbacher Rathaus ab.

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