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Von Pyramide bis Partybus
25.11.2017 - 00:00 Uhr
Gaggenau - Alle Jahre wieder wird auf der Freifläche vor dem Rathaus Adventsmarkt abgehalten - ein beschaulicher im Vergleich zu manchen "großen" in der weiteren Umgebung. Gleichwohl hat sich der Gaggenauer Adventsmarkt in den vergangenen Jahren stets ein bisschen verbessert. Thomas Senger sprach mit Marktmeisterin Edith Grimm und City-Manager Philipp Springer.

Interview

BT: Frau Grimm, die Weihnachtspyramide ragt schon unübersehbar in den Himmel über dem Marktplatz. Eine der Neuerungen auf dem diesjährigen Adventsmarkt.

Edith Grimm: Ja, die Schaustellerfamilie Levy aus Rastatt hat sie eigens für unseren Markt anfertigen lassen. Die Familie ist seit Generationen Teil des Gaggenauer Markt- und Messegeschehens mit Fahrgeschäften und Ständen.

BT: Die bewirtete Pyramide steht auf dem Brunnen; die lebensgroße Krippe gibt es nicht mehr?

Grimm: Mit der Pyramide ist nun der Brunnenüberbau gewährleistet. Die Krippe war in die Jahre gekommen, wir konnten sie nicht noch einmal aufstellen. Die Pyramide bleibt übrigens über den Adventsmarkt hinaus bis einschließlich 6. Januar stehen. Etwa ab 20. Dezember, nach Abbau des Adventsmarkts, wird Familie Levy einen Verzehrstand dazu stellen.

BT: Adventliches Geschehen bis Dreikönig, auch das ist neu.

Philipp Springer: Es hat sich so entwickelt, dass auch zwischen den Jahren Leute gerne noch weihnachtliche Atmosphäre genießen wollen. Ein zusätzlicher Anlaufpunkt ist sicher auch im Interesse des Einzelhandels und der umliegenden Gastronomiebetriebe.

BT: Gastronomisch will ja auch der rote Partybus des "Club Rosé" ein neues Ausrufezeichen setzen.

Grimm: Er wird beim Rindeschwender-Denkmal stehen, neben einem Musik-Pavillon und bei Christian Senekovic mit Cevapcici-Burgern und Björn Krafts "Gaggenauer Smoker" mit Wildgerichten und Feuerzangenbowle.

BT: Immer wieder Thema ist das, was es an den Buden zu kaufen gibt. Ist es schwer, Betreiber zu finden?

Grimm: Bei Bastelangeboten eindeutig ja. Wir wissen zwar, dass diese Stände von den Besuchern gewünscht werden. Aber: Viele Leute gucken nur, kaufen aber nicht.

Springer: Zum Glück haben wir einen großen Stamm an Enthusiasten, die mit ihrem Kunsthandwerk und Basteleien immer dabei sind.

Grimm: Dabei könnten wir allein mit Kulinarik den Markt doppelt so groß machen.

BT: Warum ist Giuseppe Chiara mit seinen beliebten Salsiccia nach vielen Jahren nicht mehr dabei?

Springer: Das hat verschiedene Gründe. Wir hoffen, dass er den Adventsmarkt im nächsten Jahr wieder bereichern kann.

Grimm: Neu dabei ist übrigens auch Familie Safaridis vom Gasthaus "Kreuz" in Michelbach mit griechischen Speisen und Mokka.

BT: Die Standbetreiber wechseln ja auch während des Markts?

Springer: Von 1. bis 17. Dezember ist regulärer Budenbetrieb. Manche Betreiber hören früher auf, andere kommen neu hinzu, weil ihnen zweieinhalb Wochen zu lang sind. Diese Art der "Wechselhütten" ist relativ neu bei uns.

BT: Neu ist auch die Aktion "Stille Engel", bei der Menschen, die scheinbar unsichtbar ihren Mitmenschen helfen, eine kleine Anerkennung bekommen sollen.

Springer: Die Idee wurde an uns herangetragen, und wir fanden sie so sympathisch, nett und so passend für den Advent, dass wir das noch ins Programm genommen haben. Es gibt jede Menge Menschen, die stille und kleine Helferlein sind, ich bin mir sicher, dass wir 24 "stille Engel" finden.

BT: Nicht neu, aber unübersehbar: die große Bühne.

Grimm: Sie ist bei vielen Akteuren sehr beliebt. Auch und gerade Kinder freuen sich, wenn sie auf eine große Bühne dürfen

Springer: Sie ist ein Alleinstellungsmerkmal in der Region. Wir können da Tanzdarbietungen präsentieren und größere Ensembles wie Kindergärten und Schulen.

Grimm: Wir haben nun mal kein klassisches Ambiente in der Innenstadt, dennoch versuchen wir auch für die Besucher was Schönes zu gestalten. Mit unserem Bühnenprogramm sprechen wir verschiedene Zielgruppen an: Sowohl Besinnliches als auch Pop oder Rock.

BT: Ist die überschaubare Größe des Markts ein Nachteil?

Grimm: Mir persönlich gefällt es, dass er nicht so groß ist. Wenn ich drüber laufe, dann vergleiche ich das mit meinem adventlich geschmückten Wohnzimmer - und freue mich.

Springer: Der Markt ist eben auch sehr gut geeignet für Familien, man kommt mit dem Kinderwagen sehr gut durch; die Budenbetreiber stehen auch für eine gewisse Nähe zu den Besuchern.

BT: Das geplante Feuerwerk vom Rathaus-Dach zur Eröffnung wird nun doch nicht realisiert. Der "Gegenwind" war unüberhörbar.

Springer. Es gab Fürsprecher und Gegner. Das ist in Ordnung. Nicht zuletzt gab es wirklich technische Probleme durch die Nähe des Feuerwerks zu den Besuchern.

BT: "Der Gaggenauer" richtet sein Augenmerk halt gerne auf das, was nicht geklappt hat.

Springer: Wir gehen trotzdem immer mit Elan an die Sachen ran. Anregungen nehmen wir gerne auf. Zum Beispiel haben die Stände an den Markttagen Mittwoch und Samstag bereits um 10 Uhr statt ab 12 Uhr geöffnet.

Grimm: Und wir freuen uns über Ideen und Euphorie, zum Beispiel bei den Leuten vom Partybus, die richtig darauf brennen, endlich anzufangen.

BT: Gibt es weitere Neurungen?

Springer: Wir testen immer wieder Dinge aus, zum Beispiel dieses Mal einen Fotowettbewerb "Schick uns dein Selfie vom Adventsmarkt".

Grimm: Zum ersten Mal haben wir dieses Jahr zwei Tische für Rollstuhlfahrer, die unser TechnischerBetriebgebaut hat.

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