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Angeklagter will nichts gewusst haben
Angeklagter will nichts gewusst haben
25.11.2017 - 00:00 Uhr
Rastatt/Gaggenau (mo) - Im Prozess um das Mitglied einer polnischen Diebesbande, die sich auf hochwertige Rasenmäher auf dem Gelände von Sportvereinen im ganzen Bundesgebiet spezialisierte, fand gestern vor dem Rastatter Schöffengericht der zweite Verhandlungstag statt.

Unter anderem hatten die Täter in der Nacht vom 3. auf den 4. November letzten Jahres auf dem Sportplatz des SV Michelbach zugeschlagen. Aus dem Geräteschuppen verschwanden auch zwei neuwertige Rasentraktoren im Wert von 33 000 Euro.

Bei mehreren Beutezügen dabei

Dem 24-jährigen Angeklagten, der seit Juli in der JVA Offenburg einsitzt, wird nun die Teilnahme nicht nur in Michelbach, sondern bei zwei weiteren Beutezügen im Raum Karlsruhe und in der Oberpfalz zur Last gelegt. Die Anklage lautet auf schweren Bandendiebstahl in drei Fällen. Am ersten Verhandlungstag hatte er nur Angaben zur Person gemacht, nicht zur Sache.

Mitglieder der Rasenmäher-Bande waren im Sommer vom Landgericht Hof verurteilt worden. Die umfangreiche schriftliche Urteilsbegründung war mittlerweile beim Rastatter Schöffengericht, nicht jedoch bei Staatsanwältin und Verteidiger eingetroffen.

So mussten gestern zuerst Fotokopien gefertigt werden, um beiden die Einsicht zu ermöglichen. Danach zog sich der Angeklagte mit Verteidiger und Dolmetscherin zum Gespräch zurück.

Anschließend gab er eine Erklärung ab. Er räumte ein, für drei nächtliche Touren als Fahrer angeworben worden zu sein. Dass dabei Einbrüche geplant waren, habe er nicht gewusst.

Nur allmählich will er geahnt haben, "dass da etwas nicht stimmt". Er schäme sich nun, die Machenschaften der Drahtzieher, die ihn als Fahrer missbraucht hätten, nicht durchschaut zu haben. Er entschuldigte sich und sagte: "Ich bin kein schlechter Mensch."

Diese Einlassung, dass er sich in gutem Glauben ans Steuer gesetzt habe, als handle es sich um "ein ganz normales Geschäft", erschien dem Gericht unter Vorsitz von Angelika Binder wenig glaubhaft. Doch auch nach einem weiteren Gespräch mit seinem Verteidiger blieb der 24-Jährige bei seiner Erklärung, bei der Sache ausschließlich als Fahrer eingesetzt gewesen zu sein und nichts von der Tatplanung und Tatausführung gewusst zu haben.

Deshalb wurde von allen Prozessbeteiligten ein weiterer Fortsetzungstermin für notwendig erachtet: Am Mittwoch, 6. Dezember, ab 9 Uhr sollen ein Richter vom Landgericht Hof sowie ein Vertreter der dortigen Staatsanwaltschaft vor dem Rastatter Gericht aussagen.

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