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Die Rückkehr des Wolfs ist nur eine Frage der Zeit
Wildbiologe Peter Sürth gibt den Besuchern der neuen Sonderausstellung zusätzliche Infos rund um den Wolf. Foto: vgk
04.12.2017 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach - "Rotkäppchen und der Wolf" ist nur ein Märchen, das sich um die Gattung Canis Lupus rankt. Seit Freitag informiert im Infozentrum Kaltenbronn die Sonderausstellung "Und wenn der Wolf kommt? Alte Mythen und neue Erfahrungen" über die Tierart, die nach rund 150 Jahren Abwesenheit offensichtlich dabei ist, in den Schwarzwald zurückzukehren.

Es ist die erste Sonderausstellung, die ein Jahr lang im Infozentrum auf dem Kaltenbronn zu sehen sein wird, begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm. Das kündigte Kristina Schreier, die Infozentrumsleiterin, an.

Die neue Schau, zusammengestellt von der Stiftung Wald-Haus Freiburg, will umfassend über den Wolf aufklären, aufzeigen, was er anstatt Großmüttern wirklich frisst, und darlegen, wo es in Deutschland schon Wolfsrudel gibt. Die Schau beleuchtet die Konflikte zwischen Mensch und Wildtier.

Es werden Geschichten erzählt und über neueste Forschungsergebnisse informiert. Auch wie sich der Tiername in der Sprache widerspiegelt, ist Teil der Ausstellungs-Thematik. Es wird die Frage beantwortet: "Sind Wölfe gefährlich für den Menschen?" Das liebevoll angerichtete Wochenmenü von Canis Lupus handelt von königlicher Völlerei und asketischem Fastentum.

Entschädigung für getötete Nutztiere?

Das Interesse am Wolf ist immens, wie die große Anzahl der Besucher unter Beweis stellte, die am Freitagnachmittag zur Ausstellungseröffnung kam. Die Gäste wurden begrüßt von Julian Christ, dem Gernsbacher Bürgermeister und neuen Vorsitzenden des Zweckverbands Infozentrum Kaltenbronn. Peter Sürth, Wildbiologe und studierter Animal Manager, führte ins Thema ein. Eine lebhaft geführte Fragerunde schloss sich daran an.

Für den Wildbiologen sei es keine Frage, dass der Wolf auch dauerhaft nach Baden-Württemberg zurückkehren wird. Es ist nur eine Frage der Zeit, lautete seine Feststellung. Einzelne Tiere wurden bereits gesichtet. Ob es jedoch ein Wolf war, der in der Nähe von Bad Wildbad Schafe riss, muss erst noch zweifelsfrei festgestellt werden (wir berichteten).

Von Besucherinteresse waren unter anderem mögliche Entschädigungszahlungen für getötete Nutztiere, ebenso wie deren Schutz. Es wurde die Frage gestellt, wie man sich zu verhalten habe, wenn man einem Wolf begegnet?

Die Schau stellt ein differenziertes Bild des Wolfs vor. Die bestehenden Herausforderungen, die mit der Rückkehr des Wolfs verbunden sind, werden weder verharmlost, noch alte Vorstellungen vom "bösen Wolf" bedient. Zwischen 600 und 700 Tiere haben sich innerhalb von 17 Jahren in Deutschland niedergelassen. Ein Wolfsrudel, das in der Regel aus sechs oder mehr Tieren besteht, gleiche in seiner Sozialstruktur eher einer klassischen Kleinfamilie. Sie verspeise in der Regel und pro Jahr rund 500 Rehe.

Natürlich stehe nicht nur diese Tierart auf dem wölfischen Speisezettel, es können auch Wildschweine sein. Sürth führte aus, dass Tierhaltungskonzepte ebenso wie die Konzepte einer Bejagung in Wolfsgebieten gänzlich neu gedacht werden müssen. Zudem sei zu schauen, wie die Jagd beim Wildbestand nachzusteuern habe.

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