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Deutlich teurer als bislang erhofft
Entweder entlang der Nordseite des künftigen Beckens (weiße Pfeile), oder auf der Südseite (rote Pfeile) soll der künftige oberflächliche Abfluss des Traischbachs verlaufen. Foto: Jahn
05.12.2017 - 00:00 Uhr
Gaggenau (tom) - Der Hochwasserschutz wird teuer als angenommen für das Waldseebad. Das wurde gestern Abend im Gemeinderat deutlich. Da die bisherige Traischbach-Verdolung nicht den Anforderungen entspricht, muss aufgerüstet werden. Denn maßgeblich sind die Werte bei einem 100-jährlichen Starkregen beziehungsweise Hochwasserereignis.

Bislang kann das Rohr maximal 2,2 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ableiten - künftig müssen es zehn Kubikmeter sein. Hinzu kommt die Forderung nach einer "ökologischen Durchgängigkeit" - sprich: Es muss zusätzlich ein oberirdisches vergleichsweise "ökologisches" Gerinne angelegt werden. Letztlich ist dieses für die hohen Kosten nur zu einem geringen Anteil verantwortlich: Im Raum steht ein Betrag von rund 300000 Euro. Dabei ist es nicht entscheidend, ob das Gerinne nördlich oder südlich des künftigen Beckens angelegt sein wird. Die Verdolung hingegen wird derzeit mit rund 1,6 Millionen Euro kalkuliert. Noch im Sommer war man von einer Million Euro ausgegangen.

Zwei Varianten für die Entwässerung stehen im Raum:

Sowohl Verdolung als auch offenes Gerinne entlang dem Südrand des Beckens.

Verdolung am Südrand und Gerinne am Nordrand, also unterhalb der Felsböschung. Hierfür müssten die Becken um zweieinhalb Meter nach Süden verlegt werden.

Beide Varianten sind grundsätzlich genehmigungsfähig, versicherte Bürgermeister Michael Pfeiffer. Welche letztlich zum Tragen komme, werde von der Planung der beiden Schwimmbecken (Naturbad- und Chlorbecken) abhängen.

Das Prinzip ist wie folgt: das oberirdische Gerinne soll ständig Wasser führen. Bei ergiebigen Niederschlägen - also erhöhtem Abfluss - soll das Mehrwasser in die unterirdische Röhre um- und damit abgeleitet werden.

Große Sorge um heimischen Steinkrebs

Das offene Gerinne werde eine Sohlenbreite von 50 Zentimeter haben und oben eine Breite von etwa zwei bis zweieinhalb Metern. Zwischen zehn und maximal 30 Zentimetern werde der Wasserstand betragen. Somit entstünde durch das Gerinne keine zusätzliche Aufsichtspflicht, zerstreute Pfeiffer Sicherheitsbedenken. Nicht zuletzt: Bei starken Niederschlägen sei ohnehin kein Schwimmbadbetrieb.

Die Ableitung des Traischbachs ohne Verdolung, also nur oberirdisch, würde zu viel Liegewiese in Anspruch nehmen.

Die Preise in der Baubranche seien in den vergangenen Monaten "massiv" gestiegen., gab Pfeiffer zu bedenken, deshalb sei das Vorhaben nun teurert. Er hoffe auf Genehmigung der Planung im Mai. Nach Auftragsvergabe sei ein Baubeginn im Frühjahr 2019 realistisch. Allerdings sei die Frage nach Zuschüssen noch offen.

FWG-Stadtrat Reinhold Künstle mahnte "dringend" den Einbau einer Krebssperre an. Denn das Traischbachtal sei ein letztes Refugium für den heimischen Steinkrebs. Ohne Sperren werde der eingeschleppte amerikanische Flusskrebs auch dort einmarschieren - und mit ihm die Krebspest. Diese werde dann die letzten heimischen Steinkrebse endgültig vernichten.

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