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Der Gutachter wird zum Planer
Das Waldseebad hatte sich in den Jahren nach der Wiedereröffnung als Naturbad zum Magneten entwickelt. Foto: av/Arnold
06.12.2017 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Ein Kenner des bisherigen Naturbads wird auch das neue Naturbad im Waldseebadgelände planen. Der Gemeinderat beauftragte am Montag die Hardy Gutmann GmbH aus Höchenschwand. Gutmann ist in den vergangenen Jahren als Gutachter in Erscheinung getreten, als es darum ging, etwaige Planungs- und Ausführungsfehler beim Bau des 2006 eröffneten Naturbads festzustellen.

Wie berichtet, wird das Waldseebad künftig auch ein Chlorbecken erhalten. Dies soll die IGP Ingenieurgesellschaft für Technische Ausrüstung aus Pforzheim planen.

Die Planungskosten können derzeit nur abgeschätzt werden, erläutert die Stadtverwaltung: "Auf der Grundlage der von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen sehr grob ermittelten anrechenbaren Baukosten von circa 3,5 Millionen Euro für das Naturbad und 2,3 Millionen (ohne Hochbau) für das technische Bad würde sich das Honorar für die Planungsleistungen des Naturbades auf netto circa 700000 Euro und des technischen Bades auf netto circa 550000 Euro belaufen."

Am 6. November hatten sich die Bewerber einem Gremium aus Rathausspitze und Vertretern des Gemeinderats präsentiert. Nach Ansicht aller Mitglieder habe das Büro Gutmann mit 385 von 500 möglichen Punkten die beste Bewerbung abgegeben.

Allerdings waren nur zwei Bewerbungen für das Naturbad abgegeben worden und drei für das Chlorbad. Bei beiden Bädern erfüllte jeweils ein Bewerber die vorgegebenen Eignungskriterien nicht, so dass letztlich nur Gutmann beim Naturbad sowie zwei Bieter beim Chlorbad übriggeblieben waren.

Im Gemeinderat am Montag betonte Ferdinand Hurrle, dass die Bedenken der FWG gegen ein Naturbad noch immer nicht ausgeräumt seien. Darüber hinaus sei er nach wie vor überrascht, dass kein anderer Anbieter von Filteranlagen sich um den Auftrag beworben habe. Schließlich sei das von Gutmann geplante Filterverfahren in dieser Größenordnung noch nicht erprobt. Nun habe man es wieder mit einem "Pilotprojekt" zu tun, sagte er mit Blick auf die großen Filter- und Reinigungsprobleme im ehemaligen Naturbad. Er erneuerte deshalb den Vorschlag der FWG, das Naturbadbecken zu verkleinern und das Chlorbad zu vergrößern. Nach Ansicht von Experten ist eine kleinerer Naturbad-Wassermenge leichter und besser zu reinigen als eine große.

Vorgesehen sind ein Naturbad von rund 2100 Quadratmetern und ein Chlorbad von etwa 700 Quadratmetern. Die FWG plädiert für eine andere Flächenverteilung: Schließlich sei das angedachte Naturbadbecken nahezu dreimal so groß wie das Kuppelsteinbad.

"Naturbad zwischen 1200 und 1400 m2 und Chlorbad entsprechend größer", lautet die FWG-Formel. Dies hätte auch mehr Möglichkeiten im Spaßbad (Chlorbecken) zur Folge.

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