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Zwei Jahre Gefängnis für nächtliche Beutezüge
Zwei Jahre Gefängnis für nächtliche Beutezüge
07.12.2017 - 00:00 Uhr
Rastatt/Gaggenau (mo) - Nach drei Verhandlungstagen wurde gestern vor dem Schöffengericht in Rastatt ein 24-jähriger polnischer Staatsbürger wegen schweren Bandendiebstahls in zwei Fällen, einmal in Tateinheit mit Sachbeschädigung, zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung verurteilt.

Der Angeklagte war Mitglied einer von Polen aus operierenden Bande, die sich auf Einbrüche bei Sportvereinen und auf Sportanlagen in der ganzen Bundesrepublik spezialisierte. Im November vergangenen Jahres war auch der SV Michelbach das Ziel der Bande (wir berichteten). Dort fanden die Täter, nachdem der einstige Trockenplatz zum Rasenplatz umgestaltet wurde, in zwei neu angeschafften Rasenmähertraktoren begehrtes Beutegut.

Gegen fünf der Bandenmitglieder wurde bereits vor dem Landgericht Hof verhandelt und am 5. Oktober die Urteile gefällt. Diese sind aber noch nicht rechtskräftig. Einer der Richter und ein Staatsanwalt aus Hof traten nun als letzte Zeugen in dem Verfahren in Rastatt auf. Dabei war zu erfahren, dass sich die Bande immer mit einem Pkw und einem Transportfahrzeug und in wechselnder Besetzung auf Beutezug begab. Nach erfolgreicher Einbruchstour kehrte man, oft über Tschechien, nach Polen zurück. In Michelbach waren fünf Mann im Einsatz. Die Fahrer seien bestens für ihren nächtlichen Einsatz bezahlt worden. Alle Beteiligten hätten gewusst, auf was sie sich einließen.

Der Beschuldigte hatte, nachdem er sich zur Sache zunächst nicht äußerte, erst am zweiten Verhandlungstag eingeräumt, dass er sich als Fahrer anwerben ließ. Ihm seien dafür 700 bis 1000 Zloty versprochen worden. Dass es sich bei dem nächtlichen Einsatz um Einbrüche handelt, sei ihm nicht gesagt worden. Er habe es nur allmählich geahnt. Diese Einlassung befand die Staatsanwältin als "absurd und alles andere als glaubhaft". Sie hatte eine Haftstrafe von drei Jahren gefordert. Die Strategie des Verteidigers lag darin, dass sein Mandant sich nicht der Mittäterschaft, sondern nur der Beihilfe schuldig gemacht habe. Er zeigte sich auch überzeugt, dass seinem Mandanten der Einbruch in Graben-Neudorf nicht nachgewiesen werden könne. Er plädierte auf eine milde Strafe. Die Höhe der Freiheitsstrafe stellteer jedoch ins Ermessen des Gerichts.

Dass die Mittäterschaft des 24-Jährigen in Graben-Neudorf nicht bewiesen werden kann, sah auch das Gericht unter Vorsitz von Richterin Angelika Binder so. Von diesem Vorwurf wurde der Beschuldigte freigesprochen. Die Anklagewar von drei Fällendes schweren Bandendiebstahls ausgegangen.

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