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Wie reagiert Weisenbach bei einem "Blackout"?
Wie reagiert Weisenbach bei einem 'Blackout'?
16.12.2017 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Weisenbach - Die Komplexität unserer Systeme ist gewaltig, ihre Anfälligkeit auch. So geht ohne Strom heutzutage fast gar nichts. Mit der Frage, wie die Gemeinde im Falle eines großflächigen, langanhaltenden Stromausfalls ihre Handlungsfähigkeit und eine Mindestversorgung ihrer Bürger aufrechterhalten kann, beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstagabend.

Bürgermeister Toni Huber verwies in seiner Einführung auf das Buch "Blackout", in dem Bestsellerautor Marc Elsberg die vielen Katastrophen, die nach einem totalen Stromausfall auftreten könnten, auf beklemmend realistische Weise beschreibt. Auch wenn es sich dabei um eine fiktive Geschichte handelt, sendet sie den verantwortlichen Politikern und Energiemanagern doch die Nachricht, Mechanismen zu entwickeln, um solche Szenarien zu verhindern. Wie das in Weisenbach funktionieren kann, das stellte Hans-Jürgen Klawe vom Ingenieurbüro RBS wave vor. Das war von der Gemeinde beauftragt worden, ein entsprechendes Notfall-Versorgungskonzept zu erarbeiten. Dafür hat es in den vergangenen Monaten die Ist-Situation in Abstimmung mit der Verwaltung und der Feuerwehr erfasst und daraus Handlungsempfehlungen abgeleitet. Diese sollen künftig als Basis für entsprechende Maßnahmen und Beschaffungen dienen.

Sollte es tatsächlich zu einem solchen längerfristigen Totalausfall der Stromversorgung kommen, sollte man im Weisenbacher Feuerwehrhaus einen Krisenstab einrichten; Mehrzweckhalle und Schule könnten als Notfallunterbringung für bedürftige Personen genutzt werden (auch weil es dort die Möglichkeit der Speisen-Zubereitung gibt). Um in beiden Gebäuden im Notfall handlungsfähig zu bleiben, müsste die Gemeinde dort je eine Einspeisungsmöglichkeit schaffen, zudem empfiehlt Klawe den Kauf mobiler Notstromaggregate. Diese könnten auch außerhalb des Notfalls verwendet werden - etwa bei größeren Festen.

Von großer Bedeutung bei einem länger andauernden Stromausfall ist das Aufrechterhalten der Wasserversorgung. "Da sind Sie hier begünstigt, weil keine Pumpen nötig sind", betonte Klawe. Allerdings funktioniert ohne Strom die Filtration des Wassers nicht. Ohne diese Aufbereitung reiche eine Füllung des Hochbehälters Gerstenland für vier Tage - anschließend müsste man dem Verbraucher empfehlen, das Wasser vor dem Verzehr abzukochen (was ohne Strom natürlich schwierig ist).

Probleme ergeben sich im Notfall auch im Bereich der Abwasserentsorgung. Diese könne die Gemeinde aber nicht alleine sicherstellen, dafür benötige man ein Gesamtkonzept für den Abwasserverband Mittleres Murgtal, dem die Gemeinden Gernsbach, Loffenau und Weisenbach angehören. Weitere Themen waren die Gasversorgung, die Kommunikation sowie die Kraftstoff- und Lebensmittelversorgung im Notfall.

Als Handlungsempfehlung der Priorität eins nannte Klawe die Anschaffung zweier Notstromaggregate (das Stück für etwa 34000 Euro, hinzu kommen jährliche Wartungskosten von jeweils rund 1200 Euro) und das Errichten der zwei Einspeisestellen (insgesamt circa 6000 Euro). Priorität zwei sind organisatorischer Natur und finanziell kaum von Bedeutung. Ob und was die Gemeinde letztlich davon umsetzt, das werden die Haushaltsberatungen im kommenden Jahr konkretisieren, kündigte Bürgermeister Huber an. Ein Krisenhandbuch für Notfälle sei schon jetzt vorhanden, sagte der Schultes.

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