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Sulzbach und seine Einzäunung
Absperrungen prägen das nicht gerade einladende Bild neben dem Ortseingang von Sulzbach.  Foto: Jahn
18.12.2017 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Gaggenau - "Wir sind nicht glücklich über die Einzäunung", sagt Artur Haitz, Ortsvorsteher von Sulzbach. Insbesondere die Verdolung des Sulzbachs unterhalb des dortigen Festplatzes reicht bis in die 1970er Jahre zurück. Die Konstruktion aus Wellblech ist in mehreren Bereichen so zerstört, dass dem undichten Rohr Wasser entweicht.

Nicht nachvollziehbar ist für Haitz, weshalb damals Wellblech und nicht Beton für die Herstellung des Rohrs verwendet worden ist. "Mitgeschwemmter Kies und Steine haben im Bodenbereich im Laufe der Jahre für Schäden gesorgt, der Boden ist löchrig", sagt der Ortsvorsteher. Er vermutet, dass seinerzeit Kostengründe ausschlaggebend waren. Als er 1975 nach Sulzbach gezogen ist, seien gerade die letzten Meter der Wellblechrohre beim Festplatz verlegt worden.

Das Rohr liegt zum Teil bis zu zehn Meter tief in der Erde. "Als ich in die Schächte reingeschaut habe, ist mir fast schwindelig geworden", gibt Haitz zu. Im Frühjahr 2014 war wegen der Unterspülungen an einer Stelle das Erdreich eingebrochen. Als Folge war der Festplatz von der Tiefbauabteilung auf einer Länge von rund 200 Metern und einer Breite von zehn Metern mit Absperrungen eingezäunt worden.

Bürger: Verdolung droht einzustürzen

Als Reaktion auf unseren Bericht über Hochwasserschutzmaßnahmen für den Sulzbach im Bereich des Kuppelsteinbads (Ausgabe 14. Dezember) hatte ein BT-Leser nachgefragt, wie es mit dem Hochwasserschutz in Sulzbach aussieht: "Da fließt ein Bach aus dem Dorf hinaus und die letzten dreihundert Meter, bevor er wieder ins Freie kommt, droht die Verdolung einzustürzen! Stellt man sich vor, dass ein Unwetter mit Starkregen über Bernstein und Hohe Wanne zieht und zufällig zuvor die Verdolung zusammenbricht.... wo soll das Wasser hin?" Die Stadtverwaltung wisse das seit Jahren, "sonst hätte Sulzbach nicht so einen schönen Bauzaun am Ortseingang".

"In diesem Jahr wird nichts mehr passieren", sagt Artur Haitz. Und auch im kommenden Jahr seien im Haushalt keine Gelder für bauliche Maßnahmen eingestellt. Aber zumindest für Untersuchungen und Planungen stünden Mittel in Höhe von rund 20000 Euro zur Verfügung.

Bei der Bürgerinformationsveranstaltung am 26. September wurden die Hochwasserschutzmaßnahmen, die in Sulzbach erforderlich sind, vorgestellt, erklärt die Stadtverwaltung auf Anfrage. Derzeit werde eine Planung zur Sanierung der schadhaften Wellblechverrohrung des Dorfbachs erstellt. Eine einfache Sanierung der Verdolung scheide deshalb aus, weil dann die Leistungsfähigkeit der Verdolung wesentlich geringer würde und damit der Hochwasserschutz nicht mehr ausreichend gewährleistet wäre. Zum jetzigen Zeitpunkt können allerdings noch keine weiteren Aussagen über die Ausführungsvarianten gemacht werden.

Auf das Argument, dass im Falle eines Rohrbruchs am Festplatz Sulzbach überschwemmt werden könnte, entgegnet die Stadtverwaltung in ihrer Stellungnahme, dass ein Rohreinbruch im dortigen Bereich den Oberflächenwasserabfluss zwar einschränken, nicht aber in Gänze verhindern könnte. Trotzdem werde die Stadtverwaltung dem Gemeinderat vorschlagen, die Umsetzung der Baumaßnahme Sanierung der Sulzbachverdolung im Bereich des Festplatzes mit einer hohen Priorität zu versehen, sprich ganz oben auf die Prioritätenliste zu setzen. "Diese Priorisierung ist auch daran ersichtlich, dass - neben den Hochwasserschutzmaßnahmen am Traischbach und Selbach - jene am Sulzbach bislang die einzige ist, die schon in Planung gegangen ist", erklärt die Stadt.

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