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Winterfreuden auf Schwarzwaldhöhen
Die Loipencrew des Nationalparks Schwarzwald mit ihrem Pistenbully betreut die Langlaufspuren im Schutzgebiet.  Foto: av / Margull
19.12.2017 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Murgtal - Die Langläufer ziehen rund um Herrenwies ihre Spuren. "Die gesamte Woche über hinweg erwarten wir winterliche Verhältnisse mit Temperaturen im Minusbereich und immer wieder einsetzendem Schneefall, welcher die Gesamtsituation weiter verbessern wird." Zum ersten Mal seit vielen Jahren werde es wahrscheinlich über die Weihnachtsfeiertage bis zu Neujahr Loipenbetrieb entlang der Schwarzwaldhochstraße geben, heißt es am Schneetelefon und auf der Webseite des Langlaufcenters Herrenwies.

Der Langlaufbetrieb steht seit dem Winter 2014/2015 unter der Regie des Nationalparks Schwarzwald (NLP). Gerade in Richtung Nationalparkverwaltung geht die Kritik des Loipenfördervereins Freudenstadt. In seiner Hauptversammlung hatte dessen Vorsitzender Hans-Joachim Greschner moniert, dass die Vorschläge des Vereins für das Wegenetz in Nationalpark nicht berücksichtigt worden seien, berichtet der "Schwarzwälder Bote". Mit großer Sorgfalt seien die Vorschläge erarbeitet, aber nicht ansatzweise aufgenommen worden. Dies sei kein Zeichen der Honorierung von bürgeschaftlichem Engagement. Es schade den Freudenstädter Loipen zwar nicht, aber es wäre schön, wenn es gute Anschlussspuren in Richtung Herrenwies gäbe, schreibt die Zeitung.

Die Nationalparkverwaltung hatte bei der Erstellung der Wegekonzeption ein umfangreiches Programm zur Beteiligung von Kommunen, Verbänden und relevanten Institutionen sowie der Bevölkerung absolviert. "Für die Klärung von Einzelfragen haben wir auch bilaterale Gespräche geführt, unter anderem mit dem Loipenförderverein Freudenstadt", nimmt Sönke Birk Stellung zu der geäußerten Kritik. Er ist zuständig für Umweltmonitoring und Geodatenmanagement und der für die Wegekonzeption verantwortliche Modulleiter. Es sei vor allem um die Erörterung der jeweiligen Vorstellungen und Wünsche sowie die Absprache strittiger Fragen gegangen. "Dass es dabei nicht immer und in jedem Fall eine konsensfähige Lösung für alle Details gibt, mit denen alle Beteiligten zufrieden sind, liegt in der Natur der Sache", so der Projektleiter auf Anfrage des Badischen Tagblatts. Die Aussage, dass die Loipen nicht angebunden sind, sei nicht korrekt. Verbunden würden die Loipen im Nationalpark durch die kleine Zollstockrunde über die Zollstockspur, der gesamte Nordteil des Nationalparks durch den Ski-Fernwanderweg Freudenstadt-Herrenwies. Diese Loipen werden im klassischen, teilweise auch im Skating-Stil gespurt, letzteres allerdings nicht durchgehend.

Die Loipen haben eine lange Historie. Eine der Bedingungen für die Schaffung des Nationalparks war unter anderem der Erhalt der bestehenden Strecken, erläutert der NLP-Mitarbeiter. Die bis dahin teils privat, teils kommunal unterhaltenen Langlaufmöglichkeiten wurden vom Nationalpark übernommen und werden seither durch dessen Mitarbeiter gespurt. Dazu wurde ein privates Loipenspurgerät übernommen, 2018 wird voraussichtlich ein weiteres Gerät hinzukommen. Die Gesamtlänge beträgt innerhalb des Nationalparks 43,9 und außerhalb 57,1 Kilometer. Ein großer Anteil davon ist doppelt gespurt ist, so dass sich die Lauflänge deutlich erhöht, informiert Birk. Die Nutzung ist unentgeltlich, was vorher nicht der Fall war. "Während der verschiedenen Veranstaltungen zur Wegekonzeption haben wir immer wieder sehr positive Rückmeldungen über die hervorragende Qualität der Loipenspurung im Nationalpark bekommen, auch vom Förderverein".

Die "klassischen" Langläufer können auf Schwarzwaldhöhen ihrem Hobby frönen. Eine Änderung der Loipentechnik um Skating liege nicht im Interesse des Nationalparks, so Birk. Der Nationalpark Schwarzwald habe nicht die sportliche Erweiterung des touristischen Angebots im Fokus, sondern den Erhalt beziehungsweise den Ausbau der Schutzzwecke.

"In der Prognose sind wir nach wie vor verhalten, da am Donnerstag für kurze Zeit ein leichtes Zwischenhoch einsetzen wird und eventuell die Schneefälle für zwei Tage in Regen übergehen lässt. Im Moment scheint es aber, dass die Temperaturen nicht so stark in den Plusbereich ansteigen und sogar der vorhergesagte Regen als Schnee fallen könnte und dann massiven Neuschneezuwachs mit sich bringen wird" - positive Aussichten für die Freunde des Dahingleitens im Winterwald. "Das Spurteam vom Nationalpark ist seit den frühen Morgenstunden unterwegs und hat Herrenwies erreicht. Alle Loipen und Skifernwanderwege mit Ausnahme der Herrenwieser Seeloipe werden maschinell präpariert und befinden sich bei einer Gesamtschneehöhe von 45 bis 65 Zentimetern in außerordentlich gutem Zustand" hieß es gestern.

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