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Sparkassen-Randalierer muss sieben Monate in Haft
Sparkassen-Randalierer muss sieben Monate in Haft
20.12.2017 - 00:00 Uhr
Gernsbach/Weisenbach (stj) - Der 29-jährige Murgtäler, der im Dezember 2016 dreimal in Filialen der Sparkasse Rastatt-Gernsbach die Nerven verloren hat (wir berichteten), muss sieben Monate ins Gefängnis. Das entschied das Amtsgericht Gernsbach gestern nach dem zweiten Verhandlungstag.

Schon in der Vorwoche hatte sich der Angeklagte alles andere als angemessen im Gerichtssaal präsentiert, störte die anderen Prozessbeteiligten in ihren Aussagen, fiel Richter und Staatsanwaltschaft immer wieder ins Wort und musste mehrfach ermahnt werden. Amtsgerichtsdirektor Ekkhart Koch wies den jungen Mann einige Male darauf hin, dass er sich nur selber schade. Einsicht war aber auch gestern kaum zu erkennen, obwohl die zwei Zeuginnen und das Video einer Überwachungskamera der Sparkassen-Filiale in Weisenbach die Vorwürfe gegen ihn eindeutig bestätigten.

Trotz Hausverbots hatte der Angeklagte die Bank am Zimmerplatz am 19. und am 20. Dezember vergangenen Jahres betreten, zwei Mitarbeiterinnen verbal attackiert und beleidigt sowie einen Angestellten mit Schlägen und mindestens einem Tritt malträtiert. Die Vorwürfe gestand der Mann teilweise ein. Er sah sich von dem Kreditinstitut falsch beraten, fühlte sich ungerecht behandelt und machte aufgrund seiner Abhängigkeit vom Geschäftskonto bei der Sparkasse Existenzängste geltend.

Das ließ Oberamtsanwalt Andreas Adam als einzigen für den Angeklagten positiven Aspekt in sein Plädoyer einfließen. Ansonsten erkannte er ein "Persönlichkeitsproblem: Sie sind respektlos und schnell auf 180 - das merkt man auch hier im Gerichtssaal". Dass der Mann kurz vor Weihnachten 2016 in einer finanziell angespannten Lage war, entschuldige sein Verhalten nicht. Zudem spreche eine ganze Latte an Vorstrafen - teils einschlägig - gegen den Angeklagten, der zwölf Einträge im Bundeszentralregister vorzuweisen hat. Deshalb müsse die Justiz hier ein deutliches Zeichen setzen - auch um einen Lerneffekt zu erzielen. Adam forderte eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten auf Bewährung plus 150 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Diesem Antrag schloss sich die Nebenklage an. Sie vertrat das Opfer der Körperverletzung, einen 20-jährigen früheren Bankangestellten, dem wegen der Sache bei einem Zivilverfahren bereits 2000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen wurden, auf die er allerdings noch wartet. Sein Rechtsanwalt verwies insbesondere darauf, dass beim Täter bis heute keinerlei Bedauern zu erkennen sei: "Er hat hier demonstrativ zur Schau gestellt, wie wenig Respekt er vor Institutionen hat."

Das bestätigte Amtsgerichtsdirektor Ekkhart Koch, der in seinem Urteil sogar noch über das geforderte Strafmaß der Staatsanwaltschaft hinausging und eine Bewährungsstrafe ablehnte: Sieben Monate Freiheitsstrafe plus Verfahrenskosten lautete es. "Man kann nicht einfach zum Faustrecht greifen, auch wenn man sich ungerecht behandelt fühlt", erklärte der Richter und verwies auf Institutionen wie zum Beispiel das Jobcenter, wo uneinsichtiges Verhalten immer mehr um sich greife. Deshalb "muss die Gesellschaft da gegensteuern", meinte Koch.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, binnen einer Woche kann Revision eingelegt werden.

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