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Tolle Bilanz trotz belastender Faktoren
Ein absoluter Höhepunkt im Waldjahr 2017: Der Parcours zum Fest anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Infozentrums Kaltenbronn. Foto: Juch
20.12.2017 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - "Wer mit der Natur arbeitet, der muss sich nach ihr ausrichten." Das schickte Bezirksleiter Markus Krebs seinem Waldbericht voraus, den er am Montag im Gemeinderat präsentierte. Trotz zweier belastender Faktoren - Niederschlagsdefizit von Herbst 2016 bis Juni 2017 und subtropische Hitzewellen im vergangenen Juni/Juli - konnte der Leiter des Forstamtsbezirks Gaggenau ein positives Jahresfazit für den 2635 Hektar großen Gernsbacher Stadtwald ziehen.

Zum ersten Mal seit dem Orkan Lothar (26. Dezember 1999) habe man wieder Fichtenholz mit Borkenkäferbefall in ein Zwischenlager gefahren. Diese Maßnahme war notwendig geworden, weil der Käferholz-Anteil (mit Schwerpunkten in Reichental und Obertsrot) gegenüber den Vorjahren massiv angestiegen ist. 1386 Festmeter waren laut Krebs zu verzeichnen - 2016 waren es 250, 2015 240 Festmeter. Dies sei trotzdem keine dramatische Entwicklung, wie der Experte versicherte: Die Situation sei stets beherrschbar gewesen und liege mit acht Prozent im Landesvergleich deutlich unter dem Schnitt von 20 Prozent Käferholz. "Da sind wir mit einem blauen Auge davongekommen", bilanzierte Krebs.

Der Naturvollzug lief weitgehend planmüßig: 16600 Festmeter Holz sind im Stadtwald eingeschlagen worden, davon waren vier Festmeter Sturmholz. 120,8 Hektar Wald habe man durchforstet und auf 25,7 Hektar Jungbestandspflege betrieben. Die Wertästung lag bei 909 Stück und Maschinenwege wurden auf einer Länge von 2670 Laufmetern gebaut. Zudem habe man Schwerpunkte im Biotop- und Artenschutz gelegt, informierte Krebs: Dabei handelt es sich um das Alt- und Totholzkonzept, wofür es sogenannte Ökopunkte gibt, und um 37,2 Hektar Habitatpflege für Auerhühner, wofür man 12500 Euro Fördergelder aus dem Topf des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord bekommen habe.

Weitere Schwerpunkte setzten die Förster in der Schutz- und Erholungsfunktion des Walds, speziell in der Verkehrssicherheit sowie in der Unterhaltung von Waldwegenetz und Sitzbänken. Auch verwies Krebs auf einen Motorsägenkurs, der in Staufenberg angeboten wurde. Ein ganz besonderer Höhepunkt 2017 sei das Waldfest anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Infozentrums Kaltenbronn gewesen. "Die Resonanz hat uns ermutigt, so etwas häufiger zu veranstalten", freute sich der Forstbezirksleiter über das große Interesse.

Kartellverfahren bereitet Sorgen

Auch monetär war das Jahr 2017 wieder erfolgreich: Mit 490000 Euro Überschuss erwirtschaftete der Stadtwald zum zweiten Mal in Folge eine Summe knapp unter einer halben Million Euro. Das liegt laut Krebs an verschiedenen Erfolgsfaktoren: keine zu großen Störungen, gute Holzpreise und Ausgabendisziplin. Man berücksichtige alle Waldfunktionen und sei damit sowohl ökologisch als auch ökonomisch erfolgreich, betonte Krebs.

"Unser Wald schreibt seit Lothar eine einmalige Erfolgsgeschichte", bestätigte Guido Wieland (SPD) die Einschätzung des Forstbezirksleiters. Sorgen bereitet den Gemeinderäten allerdings das aktuelle Kartellverfahren gegen das Land Baden-Württemberg, das die bisher gut funktionierende Forstverwaltung mächtig durcheinanderwirbelt und bewährte Strukturen zu zerschlagen droht (wir berichteten). "Die CDU-Fraktion wird sich weiterhin für die Beförsterung des Gernsbacher Waldes durch das Kreisforstamt einsetzen und nicht einzelnen Beispielen anderer Kommunen folgen", erklärte Frauke Jung im Blick auf Baiersbronn: "Wir brauchen im Forst Kontinuität und Verlässlichkeit. Es hat sich absolut bewährt, dass unser Wald von den Menschen bewirtschaftet wird, die wir kennen und zu denen wir einen Bezug haben. Daran wollen wir nichts ändern."

Dem stimmten auch die anderen Gemeinderäte zu und folgten dem Rat von Markus Krebs, keine "vorschnellen Entscheidungen zu treffen".

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