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Keine Lust mehr ohne Gutachten
21.12.2017 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Forbach - Die Ansage war deutlich: Die Forbacher Feuerwehr wünscht sich einen externen Gutachter. Dieser soll den Bedarfsplan der Floriansjünger ermitteln. Bislang hat diesen die Feuerwehrleitung mit der Bürgermeisterin erarbeitet und dem Gemeinderat vorgestellt. So auch in diesem Jahr, doch trotz deutlicher Einsparungen fand er bei der Sitzung am Dienstag nicht das Wohlwollen einiger Ratsmitglieder - die Entscheidung wurde verschoben. Zuvor hatte der Gemeinderat einstimmig befürwortet, keine externen Gutachter beauftragen zu wollen.

"Wenn der Gutachter nicht kommt, haben wir keine Lust mehr, unsere Arbeit fortzusetzen", machte Gesamtkommandant Christian Striebich den Frust deutlich, der mittlerweile in der Feuerwehrleitung vorherrscht. Er sowie seine beiden Stellvertreter Ralf Merkel und Stefan Lammers wollen sich für diesen Fall bei der nächsten Hauptversammlung der Gesamtwehr nicht mehr zur Wahl stellen. Aber: "Zu Gesprächen sind wir natürlich bereit", sagte er auf BT-Anfrage. Auch Bürgermeisterin Katrin Buhrke gibt sich zuversichtlich, die Gemüter wieder beruhigen zu können.

"Wir wollen wissen, ob wir als Feuerwehrleitung bei unserer Arbeit so falsch liegen", sagte Striebich. Er beklagte das Misstrauen, das in Teilen des Rats gegenüber der Feuerwehr herrsche. Dies sei für die Motivation der Wehrleute auf keinen Fall förderlich.

Im April hatte der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, einen Gutachter für das jährliche Budget der Wehr zu finden. Vier Büros waren angefragt worden, es kam zu keinen Angeboten. Die Büros hatten darauf hingewiesen, dass der Aufwand in keinem Verhältnis zum Einsparpotenzial stehe.

Aktueller "Stein des Anstoßes" ist das Feuerwehrbudget für 2018. Von ursprünglich 275000 Euro wurde es in zeitaufwendigen Gesprächen zwischen Bürgermeisterin und Feuerwehrleitung auf rund 175000 Euro reduziert. Auch Kreisbrandmeister Heiko Schäfer war in die Planung involviert.

Doch diese Summe ist Teilen des Ratsgremiums immer noch zu hoch. Zwei Punkte wollte Achim Rietz (FWG) vertagt oder geändert sehen: Zum einen die Ausgehuniformen, die für die neuen Feuerwehrleute, die aus der Jugend übernommen werden, angeschafft werden sollen. "Eine Motivation für die jungen Leute", so sieht Striebich diese Anschaffung. Zum anderen ein Hochdruckreiniger - dieser soll von Warmwasser- auf Kaltwasserversion reduziert werden, insgesamt eine Einsparung von rund 5500 Euro. Rietz und Ratskollege Werner Ruckenbrod (FWG) sprachen sich für eine Reduzierung aus. "Sicherheit hat Priorität", hatte Rietz seinen Ausführungen vorangestellt, er lobte die sehr gute Arbeit der Feuerwehr, die "schon an Grenzen geht".

Harald Mungenast (SPD) sah "keinen Einsparsinn", Frank Mayer (CDU) beurteilte den Feuerwehrvorschlag als "klaren Plan", der zeige, was die Gemeinde brauche. "Wir sollten es jetzt einmal gut sein lassen", appellierte Grünen-Rätin Margrit Haller-Reif, nicht noch weiter an der Sparschraube zu drehen.

Nur 40000 Euro habe der Feuerwehretat einst betragen; der Betrag sei in den vergangenen Jahren immer größer geworden, monierte Bernd Frey (CDU). Nun sei er erstmals für den Rat aufgelistet worden. Man habe bisher einfach keinen Überblick gehabt. Die Voraussetzungen für einen Gutachter seien jetzt genau umgedreht, meinte Achim Rietz. Man solle das Thema noch einmal in Ruhe bereden, lenkte er ein. Auch Heike Schillinger (SPD) sprach sich für dieses Vorgehen aus, schließlich seien die Emotionen in der Sitzung hochgekocht. Ob es zur externen Beratung kommt, ist derzeit völlig offen. Die Feuerwehr kann sich einen Gutachter lediglich wünschen, die Entscheidung fällt der Gemeinderat. Gesprächsbereitschaft haben die Beteiligten signalisiert.

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