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Trotz "Kaffeetasse Loffenau stets im Blick"
21.12.2017 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Loffenau - Selbst der gewiss an Rekorden nicht arme Erich Steigerwald hätte weit zurück in seine 40 Jahre lange Ära blicken müssen, um diese "Bestleistung" zu unterbieten: Die erste öffentliche Gemeinderatssitzung seines Nachfolgers Markus Burger dauerte nur 16 Minuten - darunter auch noch die Übergabe eines Präsents an den neuen Bürgermeister von Loffenau.

"Es lagen keine gravierenden Themen vor", ordnete der junge Rathaus-Chef sein erstes Tête-à-tête mit den Bürgervertretern ein. Erfreulich war die Abrechnung der "sehr herausfordernden" Ortsdurchfahrts-Sanierung von 2016. Die Kosten fielen deutlich niedriger aus als erwartet. Der Gemeinderat nahm daher gerne zur Kenntnis, dass der Gehwegausbau fast nur ein Drittel der einst veranschlagten 238000 Euro kostete mit jetzt 84000 Euro. Auch beim Kanalneubau spart der Steuerzahler 105000 Euro der vorgesehenen 311000 Euro. So ist es zu verschmerzen, dass die Erneuerung der Wasserleitungen von 126000 auf 138000 Euro stieg. Stets gut gearbeitet hat die Verwaltung auch bei anderen Bauausgaben in den Jahren 2013 bis 2016. Das Landratsamt beanstandete bei seiner Prüfung nur ein paar kleinere Fehler im Promille-Bereich.

Zum Auftakt der Sitzung hatte Hauptamtsleiterin Daniela Tamba kurz über den Umbau des Kindergartens Kirchhaldenpfad informiert. Die Bürgervertreter mussten für den bereits genehmigten Umbau der Mietswohnung im ersten Geschoss das kommunale Einvernehmen erteilen. Dieses erfolgte einstimmig.

Ein kleines "Politikum" bereits während des Wahlkampfs fand seinen Abschluss: Zahlreiche Bürger hatten sich an zu viel Hundekot im Ort ereifert. Inzwischen wurden vier weitere "Dog Stations" mit Tütchen für Hundehalter aufgebaut, damit diese Hinterlassenschaften der Vierbeiner beseitigen können. Die neuen Stationen finden sich nun beim Obst- und Gartenbauverein, gegenüber der Feuerwehr, im Erdbrüchle und an der Wassertretstelle.

"Ein gutes Signal für den Standort Loffenau" machte der neue Ratshaus-Chef bezüglich der Banken aus: Zwar "fährt die Volksbank ab 1. April ihr Angebot" in der Gemeinde zurück und "berät nur noch nach Terminvereinbarung" beziehungsweise hält lediglich einen Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker bereit. Und auch die Sparkasse Pforzheim Calw streicht ihre Präsenz zusammen: Der Schalter ist im neuen Jahr allein montags, mittwochs und freitags besetzt. "Dafür bekam ich die Zusage, dass sich daran in den nächsten fünf, sechs Jahren nichts mehr ändert", konnte Burger zumindest den Status quo in persönlichen Gesprächen sichern. Bei der Sparkasse Rastatt-Gernsbach, die ebenfalls in Loffenau eine Zweigstelle hat, ändert sich vorerst nichts.

Am Ende von Burgers öffentlicher Gemeinderats-Premiere bedankte sich Helmut Möhrmann (SPD&Aktive Loffenauer Bürger) im Namen aller Mitglieder "für die Zusammenarbeit. Das hört sich bei Ihnen etwas komisch an, weil sie erst so kurz im Amt sind. Aber die ersten Kontakte waren so, wie man sich das vorstellt", lobte der Bürgermeister-Stellvertreter den neuen Verwaltungschef und glaubt: "Das lässt für die weitere Zusammenarbeit Gutes erwarten." Als Geschenk überreichte er dem stets ruhig wie bescheiden auftretenden Burger eine "Tasse - denn es gibt Situationen, da braucht man einen Kaffee. Aber auch da haben Sie dann das ganze Dorf im Blick!", scherzte Möhrmann wegen des kleinen Präsents, das ein Loffenauer Panorama aufgedruckt hat.

Nicht nur deswegen bewertete Burger gestern im BT-Gespräch die erste Woche im Amt als "super". Die Verwaltung habe ihn "sehr gut aufgenommen. Der Start wurde mir so leicht wie möglich gemacht". Der Gemeinderat deutete dann aber am Dienstagabend doch auch noch an, dass er den Bürgermeister durchaus länger beschäftigen kann: Die nicht-öffentliche Sitzung dauerte mit 70 Minuten mehr als viermal so lang. Aber auch das nahm Burger äußerst gelassen.

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