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Einblicke in die Gebäudesubstanz
Im Rahmen seiner Masterarbeit untersucht Frederik Armbruster die Gebäudesubstanz der Alten Kirche in Herrenwies. Foto: Haller-Reif
21.12.2017 - 00:00 Uhr
Von Margrit Haller-Reif

Forbach - Frederik Armbrusters Arbeitsplatz ist so ungewöhnlich wie die Art seiner Beschäftigung. Gleichwohl gilt sein Arbeitsfeld im Bereich der Kunst- und Baudenkmalpflege, verbunden mit einem Semesterobjekt im Rahmen des Masterstudiengangs bei Professor Roland Lenz, als besonders interessant.

Auf einem Alugerüst erfasst der gelernte Steinmetzmeister in luftiger Höhe Bestand, Zustand und Schäden des Gemäuers in der Alten Kirche in Herrenwies. Meter für Meter untersucht der Student für Konservierung und Restaurierung von Wandmalerei, Architekturoberfläche und Steinpolychromie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart diese drei Kategorien. Er dokumentiert sie per Computer und Kamera mit dem Ergebnis: "Eine spannende Sache, mit jedem Zentimeter erfährt man mehr über die Gebäudesubstanz."

Frederik Armbruster nimmt dazu Kleinproben der Mörtel- und Malschichten. Danach werden die Querschliffe der Proben unter dem Mikroskop ausgewertet. Ziel der Untersuchungen ist die Erstellung eines objektspezifischen Konzepts für Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen in der Zukunft.

Einem sinnstiftenden Netzwerk zu verdanken ist die Kontaktschiene Andreas Menrad/Professor Roland Lenz/ Hansjörg Willig, über die der aus Sigmaringen stammendende Armbruster in Herrenwies landete. Mit seinem Umzug nach Hornberg in diesem Jahr ergab sich zunächst dessen Wunsch nach einem geeigneten Semesterobjekt im Schwarzwald.

Geeignetes "Leuchtturmprojekt"

Andreas Menrad vom Landesamt für Denkmalpflege in Esslingen ist Fachgebietsleiter für Restaurierung, Bau- und Kunstdenkmalpflege und zuständig für den Bereich Schwarzwald. Architekturstudenten vom Karlsruher KIT wiederum hatten im Rahmen ihres Masterstudiums bereits detaillierte Pläne der Alten Kirche in Herrenwies angefertigt. Über das Landesdenkmalamt wurde später eine fotografische Dokumentation der Bauerfassung erstellt. Da kam das "Leuchtturmprojekt" Alte Kirche des Vereins "Kulturerbe Schwarzwaldhochstraße" letztlich wie gerufen. "Es ist schon verrückt, welche Synergieeffekte sich aus solchen losen, aber doch beständigen Kontakten ergeben", freut sich der gebürtige Herrenwieser Hansjörg Willig. Er hat Frederik Armbruster für die Dauer seines Aufenthalts seine Einliegerwohnung zur Verfügung gestellt.

Erst unlängst wurde der gleichermaßen engagierte und rührige Vorsitzende des Vereins für weitere zwei Jahre in seinem Amt bestätigt. Ende 2014 hatte der Verein "Kulturerbe Schwarzwaldhochstraße" die Alte Kirche von der Erzdiözese Freiburg erworben. Längst wird das urwüchsige, unter Denkmalschutz stehende Steingebäude rege als "kleines Kulturzentrum" genutzt. Mit einer neuen "teuren" Eichentür und einem Ende November fertiggestellten Anbau wurden auch baulich große Fortschritte erzielt. Wetterfeste Tafeln mit Infos zur Kirchen- und Schulgeschichte sowie der Geschichte der Herrenwieser Glashütte sind in Planung.

Angesichts der Temperaturen freut sich Frederik Armbruster besonders über den freistehenden Anbau mit WC und Multifunktionsraum. Hier kann er sich zwischendurch aufwärmen. "Die Gegend ist wunderschön und es ist eine gute Chance, über einen Verein wie diesen an solche Objekte zu kommen", bilanziert der junge Mann zufrieden.

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