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Plastische Klangsprache und eingängige Melodik
Plastische Klangsprache und eingängige Melodik
27.12.2017 - 00:00 Uhr
Von Wolfgang Froese

Gaggenau - Das Weihnachts-Hochamt in St. Josef erhielt auch in diesem Jahr eine musikalisch besonders festliche Ausgestaltung. Zur Aufführung gelangte diesmal die Missa Brevis von Jacob de Haan, eine 2002 im oberelsässischen Egisheim uraufgeführte Auftragskomposition zum tausendsten Geburtstag des späteren Papstes und Heiligen Leo IX., Bruno von Egisheim-Dagsburg.

Der Niederländer de Haan zählt zu den meist gespielten zeitgenössischen Komponisten für Blasmusik. Kaum ein Konzert eines Murgtäler Musikvereins kommt heute ohne eines seiner sehr farbenprächtigen, sinfonisch angelegten Stücke aus, die oft an Filmmusiken erinnern. Auch die Missa Brevis für vierstimmigen Chor und Blasorchester besitzt deren typische plastische Klangsprache mit alternierend fließenden und rhythmisch fortschreitenden Bewegungen, zugleich bewegt sie sich in ihrer eingängigen melodischen Gestaltung sehr stilsicher im Kontext der vertrauten Kirchenmusik.

Es sang der Kirchenchor St. Josef/St. Marien, das Bläserensemble rekrutierte sich aus Mitgliedern des Musikvereins Sulzbach, zu dem Chorleiter Frank Herm über die Freundschaft mit Dirigent Stefan Göhler eine enge Verbindung pflegt. Die Abstimmung und die Klangbalance zwischen Chor und Orchester gelang bestens. Auffallend, so gleich beim Kyrie, war ein dank der Instrumentierung über weite Strecken ausgeprägt weich und dunkel getönter Bläserklang und kontrastierend dazu ein häufiger Paukeneinsatz, der der Komposition immer wieder eine feierliche Note verlieh. Die Bläser gefielen mit einem kultivierten und reinen Spiel. Der Chor agierte homogen, zeigte sich intonationssicher bis in die Höhen und überzeugte mit einer präzisen Artikulation der lateinischen Texte.

Warm und berührend das Benedictus

Das Gloria lebte von kurzen a-cappella-Passagen, ganz tiefen Blechklängen und dann wieder schönen Übergängen ins Warme und Helle. Beim Credo hinterließ insbesondere der Schlussteil nachhaltigen Eindruck mit einem vierstimmigen, stetig wiederholten und sich steigernden Halleluja. Das Sanctus eröffneten die Bläser warm und getragen. Auch hier zeigte sich der Chor mit einer prägnanten Melodieführung sehr präsent. Die vielleicht schönsten Stellen der Messe wies das Benedictus auf, das wieder warm und weich instrumental begann und dann mit den drängenden Benedictus-Rufen des Chors eine berührende Fortsetzung fand. Bewegend gelang auch das Agnus Dei, das ungeachtet des langsamen Tempos spannungsvoll dargeboten wurde bis hin zum abschließenden "dona nobis pacem".

Die Weihnachtspredigt hielt Diakon Matthias Richtzenhain über die Eingangsverse des Johannes-Evangeliums. Er legte dar, dass am Anfang nicht das Nichts stehe, sondern Gott in seiner Unverfügbarkeit und Liebe. Aus dem Wort sei alles geworden. Der Mensch sei eingebunden in die Heilsgeschichte Gottes.

Mit Bezug auf die Weihnachtserzählung im Lukas-Evangelium forderte Richtzenhain dazu auf, die Geborgenheit des Stalls zu verlassen und den Glauben zu leben. "Gott ist Mensch geworden, damit wir uns an ihm festhalten können", sagte er. Zu Weihnachten gehöre das Tun, dass das Wort lebendig werden lasse. Dann werde sichtbar, dass das Reich Gottes schon unter uns begonnen habe.

Neben der Missa Brevis gestaltete das Bläserensemble auch einige Gemeindelieder stimmungsvoll musikalisch mit, so "O du fröhliche" und als Schlusslied "Stille Nacht" bei gelöschter Beleuchtung im Kerzenschein.

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