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"Schluss mit Mendelssohn?" voller Esprit
Verdienter Schlussapplaus für sechs der sieben Akteure auf der Bühne.  Foto: Froese
02.01.2018 - 00:00 Uhr
Von Wolfgang Froese

Gaggenau - Fast kein einziger Platz war in der Jahnhalle frei geblieben, als es am Tag vor Silvester zum elften Mal "Schluss mit ...?" hieß, diesmal ergänzt mit Mendelssohn. Zu erleben war ein Benefizkonzert voller Esprit, das begeisternde Musiker und ein begeisterungsfähiges Publikum in einer ungemein gelösten Stimmung miteinander verband.

Dr. Christof Maisch, inzwischen so etwas wie der künstlerische Leiter der Konzertreihe, sprach nicht von ungefähr von einem "Hauskonzert", wenn auch im größeren Rahmen der guten Stube Gaggenaus. Miteinander befreundete Musiker, ein kurzfristig zusammengestelltes Programm und vergessene Notenblätter - weshalb Benedict Kloeckner auch dort auswendig spielte, wo er es eigentlich nicht vorgehabt hatte - passten zu diesem Vergleich. Vor allem aber herrschte eine sehr familiäre Atmosphäre, die noch nie so stark spürbar war wie in diesem Jahr und wohl ausnahmslos jeden ergriff. Die von den Besuchern erbetenen Spenden kamen diesmal der Gaggenauer Tafel zugute.

Zehn Kompositionen (oder Auszüge daraus) - und damit so viele wie noch nie - sagten die Musiker im Laufe des Abends an, und auch die Zahl der Mitwirkenden war mit sieben rekordverdächtig. Zu Elena Kuschnerova (Klavier), Marie-Claudine Papadopoulos (Violine), Ulf Hoelscher (Viola), Christof Maisch (Viola) und Benedict Kloeckner (Cello), die zum wiederholten Male in diesem Rahmen konzertierten, gesellten sich erstmals Alexandre Vay (Cello) und Pervin Chakar (Sopran) hinzu.

Die musikalische Hauptlast des Abends trug einmal mehr Kuschnerova, die bis auf eine einzige Ausnahme bei jedem Programmpunkt gefordert war. So eröffnete sie auch gemeinsam mit Kloeckner das Konzert mit Mendelssohns "Lied ohne Worte" für Cello und Klavier, das in wunderschöner Tongebung innig und spannungsvoll mit feinem Rubato wiedergeben wurde, gefolgt von zwei "Liedern ohne Worte" für Klavier solo, die transparent, sehr klar und bei aller romantischen Stimmung nicht zu weich erklangen.

Den ersten Satz aus Mozarts Klarinettenquintett gab es in einer ungewohnten Klavierversion mit Papadopoulos, Maisch und Kloeckner an den Streichinstrumenten. Das klang sehr frisch und lebendig, ja quirlig, aber auch perfekt eingespielt, so als ein Thema durch die Streicher lief und es wunderbar weitergegeben wurde.

Der Kopfsatz der Sonate für Violine und Klavier in a-Moll von Robert Schumann trägt die Satzbezeichnung "Mit leidenschaftlichem Ausdruck" - und den gab es in dem in vielerlei Nuancen leuchtenden Geigenspiel von Papadopoulos zuhauf, aber ebenso großartige Übergänge in sanfte und seelenvolle Passagen. Noch deutlich virtuoser angelegt ist der Geigenpart in der Tarantella von Pablo de Sarasate, den Papadopoulos zum umjubelten Bravourstück mit rasenden Läufen und höchsten Tönen gestaltete. "Ich wollte erst Nein sagen, konnte es ihr aber nicht abschlagen", meinte scherzhaft-trocken Kuschnerova zur undankbaren Klavierbegleitung mit "ein paar Tönen, die nicht dazu passen".

Umso mehr passten die warmen und berührenden Klavier- und Celloklänge (erneut Kloeckner) zur "Élégie" von Jules Massenet, die Chakar mit ihrem dunkel timbrierten lyrischen Sopran in souveräner Melodieführung zu einem Erlebnis machte. Johan Halvorsens "Passacaglia" entwickelte sich rasch zu einem hinreißenden Dialog zwischen Papadopoulos und Kloeckner auf höchstem Niveau, den beide voller Temperament und Spaß führten.

Nach dem sehr farbig gespielten Trio c-Moll von Mendelssohn (1. Satz) gerieten die ersten beiden Sätze aus Brahms höchst anspruchsvoller Cello-Sonate F-Dur zum musikalischen Höhepunkt des Abends. Kloeckner und Kuschnerova gelangten zu einer wunderbaren Interpretation, die Kraft und Energie mit berückend schön gespielten Melodien verband. Zum schwungvollen und heiteren Schluss vereinten sich alle beteiligten Musiker zum Klaviersextett von Mendelssohn. Dass Ausnahmeviolinist Hoelscher sich hier mit der Bratsche "begnügte" und die Soli seiner einstigen Schülerin Papadopoulos überließ, und Vay einzig für diesen Satz aus München anreiste, sagte viel aus über den Zusammenhalt, aber auch die Freude, die dieses Konzert den Künstlern macht.

Eine Fortsetzung wird es geben, wie Nina Zwiebelhofer, die Geschäftsführerin von König Metall, bereits zu Beginn angekündigt hatte.

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