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Die Stunde der Wintervögel
04.01.2018 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Das Vorkommen von Höhlenbrütern im Gernsbacher Kurpark ist ernüchternd: So lautet ein Ergebnis der letztjährigen Wintervogelzählung - eine Mitmachaktion des Naturschutzbunds NABU. Daran beteiligt war CDU-Stadtrat Stefan Eisenbarth, der auch kommendes Wochenende wieder auf Erkundungsmission geht.

Vom 5. bis 7. Januar veranstaltet der NABU gemeinsam mit seinem bayerischen Partner LBV (Landesbund für Vogelschutz in Bayern) die bundesweite "Stunde der Wintervögel". Dabei handelt es sich eigenen Angaben zufolge um die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands, die wertvolle Rückschlüsse auf die Entwicklung der heimischen Vogelbestände liefern soll. "Das ist wichtig, wenn wir zum Beispiel die Auswirkungen von Krankheitserregern auf die Vogelwelt einschätzen wollen. Aber auch im Zusammenhang mit dem dramatischen Insektensterben und dessen Folgen für die Vögel", erläutert Stefan Bosch, Vogelfachmann des NABU Baden-Württemberg.

Kommunalpolitisch und privat setzt sich in Gernsbach und der Umgebung seit Jahren Stefan Eisenbarth für die Belange des Umwelt- und Tierschutzes ein. So hat er in Konsequenz aus der Vogelzählung vom Januar 2017 im Gemeinderat angeregt, die Stadt möge darüber nachdenken, im Kurpark Nistkästen aufzuhängen, um wieder mehr gefiederte Gäste in das idyllische Kleinod zu locken. Zudem bot er seine ehrenamtliche Unterstützung beim Aufhängen, bei der jährlichen Kontrolle und Reinigung derselben an.

Das BT berichtete darüber und prompt meldete sich Karl Schiel bei Eisenbarth und sagte ihm Hilfe zu. Der Gernsbacher ist im Vogelschutz- und Zuchtverein Gaggenau-Ottenau aktiv, der in der Großen Kreisstadt rund 240 Nistkästen und Nisthöhlen betreut. Zudem hat Schiel 40 Nistkästen für Schwalben und Mauersegler an seinem Haus in der Gernsbacher Nordendstraße, wofür ihm der NABU die Plakette "Schwalbenfreundliches Haus" verliehen hat (wir berichteten).

Nachholbedarf im Gernsbacher Kurpark

50 Nistkästen im Gernsbacher Kurpark aufzuhängen sei kein Problem, betont Schiel, der wie Eisenbarth auch auf weitere Unterstützer hofft. Letzterer hat der Stadt nach seiner Anfrage im Gemeinderat eine entsprechende Liste mit Größen verschiedener Nistkästen zukommen lassen, die für den Kurpark geeignet seien. Gernsbach habe diesebezüglich auf jeden Fall Nachholbedarf, meint Eisenbarth.

Der NABU hofft unterdessen auf möglichst viele Mitstreiter bei der "Stunde der Wintervögel" am kommenden Wochenende. "Die einzigen Voraussetzungen fürs Mitzählen sind Interesse und Freude an der Vogelwelt. Am besten ausgestattet mit Stift und Papier zählt man eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park und meldet die Ergebnisse dem NABU - fertig", erklärt Stefan Bosch: Damit nicht zum Beispiel dieselbe Amsel mehrfach gezählt wird, meldet man die höchste Anzahl von Amseln, die sich im Lauf der Stunde gleichzeitig zeigt. Die Ergebnisse können online unter www.stundederwintervoegel.de erfasst werden. Alternativ kann man sie am 6. und 7. Januar zwischen 10 und 18 Uhr telefonisch durchgeben: (0800) 1157115 (kostenlos). Da die Ergebnisse umso zuverlässiger sind, je mehr Menschen mitmachen, hofft der NABU-Vogelexperte, dass sich die Beteiligung weiter positiv entwickelt. 2017 war erstmals die 10000er-Marke übersprungen worden, es haben mehr freiwillige Zähler mitgemacht als je zuvor. Unter allen Teilnehmern verlost der NABU Preise - vom Fernglas über Bücher bis hin zu Vogelnistkästen.

Im Mittelpunkt der Aktion stehen Vogelarten des Siedlungsraums wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen, informiert der NABU. Es sei aber auch wieder mit seltenen Exemplaren wie Seidenschwanz, Bergfink, Erlen- und Birkenzeisig zu rechnen. "Im letzten Winter sind deutlich weniger skandinavische und russische Wintergäste als sonst zu uns gekommen", berichtet Bosch: Vögel, die sonst zu uns fliegen, haben offenbar aufgrund der wärmeren Witterung und eines großen Nahrungsangebots in Polen, Russland und im Baltikum überwintert. "Dieses Mal schauen wir natürlich auch darauf, wie es um den Star als ,Vogel des Jahres' bestellt ist", ergänzt Bosch. Der NABU-Fachmann ist gespannt, ob sich der Trend fortsetzt und wieder viele Exemplare im Land geblieben sind statt Richtung Mittelmeerküste zu ziehen. Bei der Zählung Anfang 2017 waren im Vergleich zum Vorjahr über 20 Prozent mehr Stare gesichtet worden. Angesichts milderer und kürzerer Winter finden die schillernden Singvögel hierzulande immer häufiger genügend Nahrung. Bei der letzten Wintervogelzählung Anfang 2017 hatten sich allerdings insgesamt deutlich weniger Vögel gezeigt als gewohnt, in Baden-Württemberg wurden zum Beispiel 40 Prozent weniger Kohl- und Blaumeisen gezählt.

Diesen Winter scheinen im Südwesten aber wieder mehr gefiederte Gäste unterwegs zu sein, meint der NABU. Ob dieser Eindruck stimmt, das wird vom 5. bis 7. Januar überprüft.

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