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"Wem das Dixi-Klo gehört, wissen wir nicht"
04.01.2018 - 00:00 Uhr
Murgtal (fmb/uj/mm/stj) - Sturmtief "Burglind" hat auch im Murgtal zahlreiche Schäden verursacht. Die Feuerwehren wurden in allen Kommunen zu Einsätzen gerufen. Der wohl größte Schaden entstand auf dem Gelände der Stadtwerke Gaggenau. Dort löste sich durch die Kraft des Sturms das Dach eines Nebengebäudes aus der Verankerung und flog etwa 50 Meter durch die Luft.

An der Zufahrt zum Gelände der Stadtwerke und des Baubetriebshofs der Stadt liegt ein Dixi-Klo. "Wem das gehört, wissen wir nicht", sagte Stadtwerkechef Paul Schreiner eher beiläufig. Er interessierte sich eher für "sein" Gebäude. In diesem befinden sich die Netzleitstelle und die 20-KV-Schaltstelle. Glück im Unglück: Es entstand nur Sachschaden, den Schreiner auf 100000 Euro schätzte. Menschen kamen nicht zu Schaden. Obwohl das Dach weggeblasen wurde, läuft kein Wasser in das Gebäude. Denn es ist nach wie vor nicht "oben ohne". Eine Isolierschicht verhindert, dass Wasser eindringt. Wenn der Sturm nachlässt, soll eine Plane für zusätzlichen provisorischen Schutz sorgen. "Orkan Lothar hat das Dach unbeschadet überstanden, genauso wie die folgenden Stürme", informierte Schreiner: Jetzt hat es eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

In Mitleidenschaft gezogen worden sind auch Teile des Dachs vom städtischen Baubetriebshof. Wenn man das am Boden liegende Dach und dessen Ausmaße betrachtet, grenzt es schon an ein Wunder, dass nicht noch mehr Schaden entstanden ist. Die Stromversorgung wurde durch den Schaden an dem Gebäude nicht unterbrochen, betonte Schreiner.

Nach einem kurzen, aber heftigen Gewitter war in Gaggenau am Morgen kurzfristig "Land unter" angesagt. Orkanartige Böen und ein kräftiger Regenguss gegen 7.45 Uhr machten das Einschreiten der Feuerwehr notwendig. Um 7.51 Uhr wurden die Rettungskräfte zu einem Gebäudeschaden in der Kniebisstraße alarmiert: Eine Blechverwahrung musste an einem Vordach gesichert werden. Kurz danach knickte in der Wißstraße eine hohe Tanne im oberen Drittel ab und durchschlug das Dach einer Wohnung. Die Feuerwehr räumte die Tannenreste weg und sicherte die Einsatzstelle. Eine Dachdeckerfirma übernahm die Reparatur der beschädigten Ziegel.

In der August-Huber-Straße in Bad Rotenfels wurde ebenfalls eine hohe Tanne umgeworfen. Diese hat eine Stromoberleitung mit- und abgerissen. Der Dachständer eines Wohnhauses stürzte ebenfalls herunter. Dabei wurden auch zwei Pkw beschädigt. Die Einsatzmannschaft der Feuerwehr beseitigte die Tanne, die Stromabteilung der Stadtwerke kümmerte sich um den Schaden an der Stromleitung. In Freiolsheim und Selbach mussten von den Feuerwehrangehörigen zahlreiche umgestürzte Bäume beseitigt werden. Unter anderem blockierte ein umgeknickter Baum die Landesstraße 79a zwischen Selbach und Ebersteinburg unweit der dortigen Waldkapelle.

Im Laufe des Tages wurde die Feuerwehr Gaggenau zu weiteren Beschädigungen an Häusern und Dächern im Stadtgebiet sowie umgestürzten Bäumen gerufen. An mehreren Häusern lösten sich Ziegel und drohten abzustürzen. Von der Feuerwehr wurden sie zu Boden gebracht und sicher gelagert, um weiteren Risiken vorzubeugen. Hierzu musste teilweise die Drehleiter eingesetzt werden. Lose Blechteile an Gebäuden wurden entfernt oder gesichert. Auch in Oberweier mussten umgestürzte Bäume beseitigt werden.

Abgedeckte Dächer, keine Personenschäden

In Forbach meldete Gesamtkommandant Christian Striebich neun Einsätze. Bei Raumünzach kam es gegen 8.30 Uhr zu einem Erdschluss wegen einer abgerissenen 20-KV-Oberleitung im Wald beim Holdereck. Das entstandene Feuer konnte schnell abgelöscht werden. Umgestürzte Bäume blockierten die B462 beim Montanabad und in der Kurve beim Holdereck. Bereits gegen 23.45 Uhr in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde ein umgestürzter Baum auf der Straße zwischen Langenbrand und Bermersbach gemeldet und von der Feuerwehr entfernt.

Zwei Dächer in Gausbach und eins in Forbach wurden vom Sturm beschädigt. In Gausbach drang wegen eines verstopften Schachts Wasser in den Bühnenbereich der Festhalle ein. Die Abteilung Forbach war mit 28 Mann im Einsatz, aus Langenbrand kamen 13 Wehrleute, teilte Kommandant Striebich mit.

Überlandhilfe leistete die Gernsbacher Feuerwehr ihren Kollegen aus Weisenbach mit der Drehleiter. Diese war im Einsatz, um abgedeckte Ziegel auf dem Dach des Kindergartens wieder anzubringen. In der Papiermacherstadt selbst waren insgesamt 44 Einsatzkräfte der Abteilungen Gernsbach, Hilpertsau und Reichental bei zehn Einsätzen gefordert. Los ging es um 7.40 Uhr, als ein Baum auf ein Anwesen in der Friedrichstraße stürzte. Anschließend mussten Bäume entfernt werden, die Straßen blockierten: Das war auf der L564 zwischen Loffenau und Gernsbach, auf der K3701 zwischen Nachtigall und Schloss Eberstein, auf der L76b zwischen Hilpertsau und Reichental, in der Blumenstraße in Hilpertsau sowie in der Badener Straße zwischen Gernsbach und Nachtigall der Fall.

Des Weiteren meldeten die Rettungskräfte abgedeckte Dachziegeln am Sternenplatz und in der Lautenbacher Straße in Scheuern; zudem war in der Sternengasse eine abgerissene Oberleitung zu beklagen, die von der Netze BW repariert werden musste.

"Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", bilanzierte Loffenaus Bürgermeister Markus Burger gestern Nachmittag das Sturmgeschehen. Im BT-Gespräch verwies er auf umgestürzte Bäume, die den Weg zur Teufelsmühle und die L564 in Richtung Bad Herrenalb versperrten. Allerdings musste der Einsatz der Feuerwehr zwischendurch "aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden", als die zweite Sturmfront über Loffenau hinweg blies. Zudem vermeldete Burger Schäden in der Forstwirtschaft, die aber gestern noch nicht verifiziert waren. Das dürfte auch für weitere Waldgebiete im Murgtal gelten.

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