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Exquisiter Jazz mit vergnüglichen Umbaupausen
Das große Orchester der Musikschule Gaggenau beim Dreikönigskonzert in der Jahnhalle.  Foto: Mandic
08.01.2018 - 00:00 Uhr
Von Wolfgang Tzschaschel

Gaggenau - "Ein Hauch von Jazz" war für das diesjährige Dreikönigskonzert der Musikschule angekündigt, geboten wurde jedoch viel mehr als bloß ein Hauch: Lehrkräfte und Schüler präsentierten zusammen mit einigen Gastmusikern ein vielfältiges und mitreißendes Programm, das geeignet war, auch Jazzverächter für diese Musikrichtung zu begeistern.

Die Gaggenauer können stolz sein auf ihre Musikschule - und ausweislich der enormen Zuhörerzahl vergangenen Samstag in der Jahnhalle sind sie das auch. Sie erlebten fast drei Stunden lang, wie hier mit beeindruckendem Können und ansteckendem Enthusiasmus am großen Dauerprojekt "Musik" zusammengewirkt wird. Als Kopf des Ganzen: Oliver Grote, in Personalunion Conférencier, Dirigent, Posaunist, Pianist und komödiantischer "Klavierschieber".

Zum eleganten Einstieg gab es ein paar Takte am Klavier, eine launige Begrüßung und dann: "Vorhang auf für das Full Orchestra". Das war in der Tat nicht nur eine Big Band, sondern ein Sinfonieorchester, angereichert mit Saxophonen und Schlagzeug.

In perfektem Sound spielten sie das Medley "A Touch of Jazz", das dem Abend seinen Namen gab. Im folgenden Jazzensemble um Karlheinz Wagner brachte vor allem Natalia Volkova mit ihrer Gesangsartistik bei "How high the moon" die Zuhörer zum Staunen.

Was macht man mit einem Konzertflügel, der immer wieder gebraucht wird, ansonsten aber im Wege steht? Der Gaggenauer Musikschulleiter machte daraus zusammen mit seiner Schwester, der Schauspielerin Heidrun Grote, ein Requisit. Und zwar für vergnügliche Verschiebe-Einlagen zur Füllung der Umbaupausen. Heidrun Grote las zudem "Nur ein Kleines" von Dorothy Parker.

Der Zusammenhang dieser Kurzgeschichte mit dem Konzertprogramm erschloss sich zwar nicht unbedingt, Grote ließ die Protagonistin aber gekonnt und facettenreich lebendig werden.

"Rhapsody in Blue" als zentrales Werk

Das von Matthias Barth geleitete Vokalensemble Crossover brillierte klanglich ausgewogen in teils diffiziler Mehrstimmigkeit, bevor das zentrale Werk des Abends erklang, die "Rhapsody in Blue" von George Gershwin. Die Instrumentierung entsprach der Uraufführung, mit wenigen Streichern, einigen Holz- und Blechbläsern, einer Percussion-Gruppe und als Solo-Instrument Klavier. Die Pianistin Daniela Filipova stellte mit ihrem exzellenten Spiel unter Beweis, dass sie in der Vorankündigung zu Recht besonders herausgehoben worden war.

Den zweiten Teil des Konzerts leitete der Vollblut-Musiker Matthias Barth mit dem "Maple Leaf Rag" am Klavier ein. Es folgte ein reizvoller Genre-Mix, als ein klassisches Streichquartett um die Geigerin Boriana Baleff den Rag "The Entertainer" von Scott Joplin spielte.

Die Musizierfreude war unübersehbar, etwa bei dem Bratscher Christof Maisch, der in der Vorwoche am selben Ort noch Romantik interpretiert hatte. Ebenfalls mitreißend musizierte in astreiner Intonation ein Blechbläserquintett mit Horn, je zwei Trompeten und Posaunen.

Wahre Begeisterungsstürme entfachte die ausgezeichnete Jazzrock-Band der Musikschule mit Matthias Barth (Keyboards), André Thoma (fünfsaitiger E-Bass), Oliver van Thiel (Schlagzeug) und dem begnadeten Gitarristen Gerald Sänger. Der zeigte sich in "Talk to your daughter" höchst versiert auch bei dem, was seines Namens ist, also dem Singen.

Zuletzt schloss sich der Kreis, indem nochmals das große Orchester auftrat und zwei Medleys spielte, von denen eines Duke Ellington und das andere Louis Armstrong mit seinem unvergesslichen "What a wonderful world" gewidmet war.

Daraus schließlich gab es - nach unumgänglichen und verdienten "Standing Ovations" - noch einen Ausschnitt als Zugabe.

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