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"Gernsbach kommt voran"
Triumphaler Wahlabend im Gernsbacher Rathaus: Julian Christ und seine Anhänger bejubeln die ersten Zahlen aus Reichental, die ihn klar vorne sehen. Foto: vgk/av
10.01.2018 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Bürgermeister Julian Christ ist heute seit exakt 100 Tagen im Amt. Im BT-Gespräch zieht der 30-jährige Rathauschef eine durchweg positive Bilanz und freut sich vor allem darüber, dass die Gernsbacher ihm und seiner Frau "sehr offen und aufgeschlossen" begegnen. Kommunalpolitisch sieht der Wahl-Staufenberger einiges auf den Weg gebracht: "Zentrale Versprechen meines Wahlkampfs sind bereits in der Umsetzungsphase."

Insbesondere blickt Christ diesbezüglich auf das Pfleiderer-Areal, für das nach "Jahren der Diskussion" nun die Weichen gestellt seien, um "zügig eine Lösung zu finden, die alle Parteien mitnimmt und den Konflikt nachhaltig befriedet" (siehe Im Blickpunkt).

Julian Christs Handschrift ist vor allem in Sachen Bürgerbeteiligung zu erkennen: Diese hatte er im Wahlkampf propagiert, mit dem Beitritt zur Allianz für Bürgerbeteiligung des Landes Baden-Württemberg, der Bildung eines entsprechenden Arbeitskreises im Gemeinderat und der Vereinbarung, dass ab sofort sämtliche städtische Haushaltsberatungen komplett öffentlich stattfinden, hat er Taten folgen lassen. Gernsbach nehme "hier ganz bewusst eine Vorreiterrolle ein", erklärt der Bürgermeister.

Positiv bewertet Christ auch die Entwicklung im Gemeinderat. Die Klausur zum Start der Zusammenarbeit sei auf "sehr gute Resonanz" gestoßen. Sie werde man künftig jährlich abhalten, um über den Tellerrand hinauszublicken und um abseits des Tagesgeschäfts grundlegende Themen anzugehen.

Dabei orientiere man sich an den vereinbarten Leitlinien, "darauf werde ich achten", verweist Christ auf weiteren Verbesserungsbedarf in der Gremienarbeit. Erfolge habe man bereits verbuchen können, was das Zeitmanagement bei den Gemeinderatssitzungen anbelangt. Zudem sieht der Schultes die von ihm verordnete "proaktive Informationspolitik" des Rathauses als einen wichtigen Schritt, um mehr Transparenz beim Verwaltungshandeln herzustellen. Man müsse dem Bürger erklären, was die Stadt leistet, um auf größeres Verständnis zu stoßen.

Überrascht zeigte sich der Jungbürgermeister über die Termindichte, die seit Amtsantritt im Oktober seinen Kalender bestimmt: So habe er noch bis in den März hinein Antrittsbesuche zu absolvieren. Das zeige das große Interesse an dem Amt und der Stadt, sei aber auch sehr fordernd. Allerdings hätten sich auch schon konkrete Erfolge aus diesen Besprechungen ergeben. So zum Beispiel beim Regierungspräsidium, als Christ aus Karlsruhe die Zusage mitbrachte, dass die L76b oberhalb von Reichental bis spätestens 2020 saniert werden soll - bereits in diesem Jahr erfolge der nächste Teilabschnitt. "Das ist ein wichtiges Signal an die Ortsteile", so Christ.

Intensiviert habe er die Vorbereitungen für das Stadtjubiläum 2019 und den Lenkungskreis reaktiviert (nächstes Treffen ist am 1. Februar). Auch den unter seinem Vorgänger abgerissenen Gesprächsfaden zum Eigentümer der Brückenmühle habe Christ wieder neu geknüpft, listet der Schultes seine Aktivitäten auf: "Gernsbach kommt voran, es tut sich was in der Stadt."

Erfreut zeigt sich der Rathauschef über die gefundene Nachfolgerereglung für Hauptamtsleiter Wolfgang Hermann. Wie berichtet, wird die Stelle ab 1. März von Thomas Lachnicht besetzt, der vom Kuppenheimer Rathaus in die Papiermacherstadt wechselt.

"Es ist für uns als Kommune eine große Herausforderung, gute Mitarbeiter zu finden und zu halten", erklärt Christ im Blick auf die Situation am Arbeitsmarkt, die auch für den öffentlichen Dienst nicht einfach sei.

Hochwasserereignis "ein klarer Auftrag"

Ein Lob hat der oberste Dienstherr für seine Feuerwehr parat, die in der vergangenen Woche aufgrund von Sturmtief Burglind und dem folgenden Hochwasser drei Tage im Dauereinsatz war. Was die Schäden in der Stadt anbelange, sei man "mit einem blauen Auge davongekommen". Allerdings, so Christ, sehe man das jüngste Hochwasserereignis "auch als klaren Auftrag", weitere Maßnahmen zum Schutz im Auge zu behalten.

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