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Zarter Kuss statt harter Landung
Sperlichs Allgäuer Märchentheater bringt eine humorvolle Version von 'Der Froschkönig' auf die Bühne. Foto: Uebel
18.01.2018 - 00:00 Uhr
Von Dagmar Uebel

Gernsbach - "Sei doch kein Frosch" heißt es manchmal, wenn es um Spielverderber geht. Im Märchen der Gebrüder Grimm "Der Froschkönig" ist es jedoch die Königstochter, die das versprochene Spiel nicht einhalten will, und dafür - eben ein Märchen - auch noch belohnt wird. Und doch galt am Dienstagabend die Sympathie des vor allem kindlichen Publikums in der Gernsbacher Stadthalle der Prinzessin Tausendschön, die statt zu lernen, lieber spielen wollte.

Was beim Grimmschen Original eher am Rande und ganz zum Schluss erwähnt wird, erfolgte in der Aufführung schon anfangs. Offene Münder der jüngsten Zuschauer im ersten Akt, in dem sich der Prinz und sein Knappe Heinrich im Waldreich der Nymphe verlaufen hatten. Erst nach der Verzauberung des Prinzen in einen grasgrünen Frosch gelang den beiden die Flucht, um danach die Bühne für weitere drei märchenhafte Akte freizugeben. Ebenfalls von Beginn an hatten die Schauspieler auf der Bühne vor allem die Jüngsten im Saal in ihren Bann gezogen. Gebannt und fast mucksmäuschenstill verfolgten sie, auf dem Schoß von Mama, Papa oder eng an Oma und Opa geschmiegt, wie die Königstochter dem helfenden Frosch ihr Versprechen gab und dieses dann doch nicht einhalten wollte.

Doch es gab auch viele Momente, in denen die Schauspieler des "Allgäuer Märchentheaters" durch kindlich spontane Zurufe in ihrem Spaß am Spiel noch angefeuert wurden. Und auch die Märchensichersten unter den Erwachsenen entdeckten schmunzelnd, wie locker und so anders die Aufführung des bekannten Grimmschen Märchens gestaltet werden konnte. Lachen im Saal, als der Knappe Heinrich immer wieder über den Namen des Königs stolperte, sich dieser fragte, wo denn die goldene Kugel sei, und er sich am Goldenen Reichsapfel einen Zahn ausbrach.

Von der Theaterfamilie Sperlich auch für die jüngsten Zuschauer in Theaterform gebracht, inszeniert und von den sechs Schauspielerinnen und Schauspielern humorvoll aufgeführt, kam der Spaß nicht zu kurz. Und zum guten Schluss durfte natürlich auch das Happy End nicht fehlen. Da genügte ein zarter Prinzessinnenkuss statt einer harten Landung des Froschs an königlicher Schlafgemach-Wand, um aus dem garstigen Tier einen vorzeigbaren Königssohn mit Heiratsabsichten zu machen.

Die Inszenierung sprühte oft vor Situationskomik. Da geriet die sensible Zofe Zimperline (Christine Sperlich) nicht nur einmal ins Hyperventilieren, konnte sich der König (Stefan Sperlich) nur schwer konzentrieren, hatte die Prinzessin (Jane Sperlich) vor allem Spaß an Rätseln und Schnellsprechversen. Aber auch Knappe Heinrich (Roy Sperlich), der grasgrüne Frosch, der auch mal unerwartet über die Bühne hüpfte und an der Festtafel lautstark schmatzte und schlürfte, die elegante Nymphe (beide durch Sarah Sperlich verkörpert) und der Prinz (Henry Sperlich) sorgten für vergnügliches Staunen und Lachen. Bei so vielen komischen Momenten war es gut, dass die wunderbaren Kostüme und die fantasievollen Bühnenbilder, die in den kurzen Umbaupausen flugs angepasst wurden, die veränderten Situationen eindeutig vermittelten. Im Wesentlichen bestand es aus Wandbildern, die sowohl den Märchenwald, den Schlossgarten, die Festtafel als auch das Schlafgemach der Prinzessin versinnbildlichten.

Die Märchen der Brüder Grimm fallen ja oft recht grausam aus. Sperlichs Allgäuer Märchentheater gelang es aber, den Inhalt so humorvoll und von leichter Hand auf die Bühne zu bringen, dass es auch den Ängstlichsten im Saal den Schrecken nehmen konnte.

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