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"Harmonie, Klarheit, Askese"
Der markante Kirchturm aus Beton, aber ohne Kirchturmuhr, ragt seit 1968 in den Himmel an der Bismarckstraße. Foto: Paula Binz
19.01.2018 - 00:00 Uhr
Gaggenau - (red/tom) - Es gibt wohl kaum ein Gebäude in der Großen Kreisstadt, das so weithin sichtbar ist und gleichzeitig auch so zur Kontroverse anregt wie diese Kirche: Seit einem halben Jahrhundert prägen das Gemeindezentrum St. Marien und sein Kirchturm nun das Ortsbild nicht nur in den umliegenden Straßen. Das Ensemble zählt offiziell zu den bedeutendsten kirchlichen Neubauten der Nachkriegszeit in Baden-Württemberg.

"St. Beton", wie das Ensemble liebevoll-launig von manchen Mitgliedern der Kirchengemeinde genannt wird, ist so ganz anders als beispielsweise die Stadtkirche St. Josef und die Barockkirche St. Laurentius. Alle drei bilden die Pfeiler der 2015 gegründeten neuen Seelsorgeeinheit Gaggenau.

Auf einer Luftlinie von rund 1150 Metern beziehungsweise in einer Viertelstunde Gehzeit kann man also innerhalb einer Seelsorgeeinheit eine Zeitreise vom dörflichen Barock in Bad Rotenfels in die nüchterne urbane Neuzeit von Gaggenau unternehmen. Zweihundert Jahre trennen St. Laurentius und St. Marien. Denn die Laurentiuskirche wurde im vergangenen Jahr 250 Jahre alt.

Das von dem seinerzeit renommierten Architekten Rainer Disse auf einer Fläche von rund 9600 Quadratmetern geplante und am Ostermontag 1968 seiner Bestimmung übergebene Gemeindezentrum St. Marien, zu dem neben der Kirche ein freistehender Glockenturm, ein Kindergarten, ein Pfarrhaus sowie ein Gemeindesaal gehören, öffnete bereits vor fünf Jahrzehnten Räume für die Begegnung von Kunst und Kultur: So ist in den Annalen der Pfarrei, aber auch in Unterlagen des Stadtarchivs Gaggenau, überliefert, dass im Gemeindesaal 1968 das erste Jazzkonzert in Gaggenau stattgefunden hat.

Es kommt also nicht von ungefähr, dass im Jubiläumsjahr Protagonisten von damals um den Gaggenauer "King Henry" am Samstag, 21. Juli, das traditionelle Hoffest musikalisch begleiten wollen.

Das erste Jazzkonzert in Gaggenau

Nicht zuletzt soll das Kirchenjubiläum Gelegenheit geben, sich mit der besonderen Architektur des seit 2004 unter Denkmalschutz stehenden Bauensembles auseinanderzusetzen. Nach Einschätzung der Landesdenkmalbehörde zählt das Gemeindezentrum St. Marien "zu den bedeutendsten kirchlichen Neubauten des Landes der Nachkriegszeit". Es sei in seiner künstlerischen Gestaltgebung fortschrittlich und qualitativ wegweisend. Die Anlage besitze Symbolgehalt und exemplarischen Charakter für eine Stilrichtung und das Werk der beteiligten Künstler.

Der Öffentlichkeit soll ein vertiefter Eindruck vom Charakter des Kirchengebäudes bei einer Führung am "Tag des Denkmals" am Sonntag, 9. September, vermittelt werden. Außerdem wird Oberbaudirektor Dr. Wolf Holzäpfel vom Erzbischöflichen Bauamt am Mittwoch, 26. September, über "Theologie der 68er-Jahre - Umbruch nach dem 2. Vatikanischen Konzil am Beispiel der Architektur von St. Marien" referieren.

Von jeher war die architektonisch durch Harmonie, Klarheit und Askese geprägte Pfarrkirche von St. Marien ein Ort, an dem "greifbar ist und begreifbar wird", so die Pastoralkonzeption der Seelsorgeeinheit, "dass Kirche und Moderne fruchtbar in Spannung zueinander stehen können". Von Beginn an war sie daher Ort neuer Gottesdienstformate. An diese Tradition will man am Samstag, 27. Oktober, mit einer Nacht der offenen Kirche anknüpfen. Bereits am Freitag, 23. Februar, gibt es eine spirituelle Kirchenführung.

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