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Applaus für die Gemeinderäte
Glasfaserkabel wie hier in Gaggenau werden bald nach Winkel verlegt. Foto: av/Jahn
24.01.2018 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Applaus gibt es in Gemeinderatssitzungen so gut wie nie. Beifallbekundungen sind eigentlich nicht zulässig. Aber am Montagabend kümmerte sich niemand darum. Sowohl während der Diskussion als auch nach der Abstimmung gab es aus den gutgefüllten Zuschauerrängen Applaus.

Der Grund: Der Gaggenauer Stadtteil Winkel wird ans schnelle Internet angeschlossen. Ermöglicht werden soll das mittels Glasfaserkabel. Zuständig dafür sind die Stadtwerke Gaggenau, die vom Gemeinderat den entsprechenden Auftrag bekamen. Auf die Aussage von Stadtwerkechef Paul Schreiner, dass Winkel dieses Jahr angeschlossen werden soll, gab es den ersten Beifallssturm von den Zuhörern, die am Montag in der deutlichen Überzahl Bewohner aus Winkel waren.

Den Stadtteil Winkel an das vorhandene Glasfasernetz der Stadtwerke Gaggenau anzuschließen, kostet etwa 820000 Euro. Weiter heißt es in der Sitzungsvorlage: "Innerhalb von Winkel werden dann in circa 1900 Meter Kabelkanal circa 2300 Meter Pipe-Verbände (Rohre) eingelegt. In einer zentralen Verteilerstation auf einem noch zu beschaffenden Grundstück werden dort dann die einzelnen Glasfasern für jedes Haus beziehungsweise Grundstück aufgelegt". In Winkel gibt es 83 Wohneinheiten. Von 53 gibt es die Bereitschaft, entsprechende Verträge abzuschließen.

"Längenabhängige Gesamtpauschale"

Die Hausanschlüsse werden stark subventioniert. Für den Erstanschluss im Zusammenhang mit der Glasfasererschließung schlagen die Stadtwerke eine "längenabhängige Gesamtpauschale von derzeit 297,50 Euro vor. Darin enthalten sind zehn Meter Kabel von der Straßenmitte bis zum Haus. Ist ein längeres Kabel für den Hausanschluss erforderlich, werden die entsprechenden Mehrkosten in Rechnung gestellt. Entschließt sich ein Anwohner, erst später einen Glasfaseranschluss legen zu lassen, werden momentan 1244 Euro für jeden Anschluss angerechnet. Diese Tarife sollen für ganz Gaggenau gelten, sagte Schreiner. Die tatsächlichen Kosten betragen laut Sitzungsvorlage etwa 2000 Euro je Haushalt. Für die Erschließung mit Glasfaser in ganz Gaggenau wäre nach heutigem Stand mit etwa 80 Millionen Euro zuzüglich Mehrwertsteuer zu rechnen. Damit, so die Verwaltung, sei sicher, dass "auf absehbare Zeit auch bei einem zumutbaren Baukostenzuschuss durch den Grundstückeigentümer beziehungsweise zumutbaren Kosten für einen Hausanschluss kein wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell für die Stadtwerke abbildbar ist". Es sei jedoch fraglich, ob eine Stadt langfristig ein attraktiver Standort für Gewerbe und Bürger bleibt, ohne dass eine leistungsfähige und moderne Breitbandinfrastruktur auf Glasfaserbasis vorhanden ist oder zur Verfügung gestellt wird. Ein nächster und konsequenter Schritt sei es, den Bürgern die Möglichkeit zu geben, jedes Haus an ein Glasfasernetz anzuschließen.

Winkel wäre nach Anschluss der erste Ortsteil mit Glasfaser in Gaggenau. Dass Nachholbedarf besteht, wird darin deutlich, dass Winkel aufgrund einer Eigeninitiative der Bürger über eine Funklösung der Firma Skytron versorgt wird. Bezüglich Zuverlässigkeit der Übertragung, stark schwankenden Übertragungsgeschwindigkeiten und einem schwierig zu erreichenden Kundenservice der Firma habe es massive Probleme gegeben.

Die Möglichkeit, im Zuge der Verlegung des Glasfasers nach Winkel auch gleich den lange geforderten Radweg zudem Ortsteil zu realisieren, ist nicht gegeben. Auf eine Frage von Andreas Paul (CDU) sagte Oberbürgermeister Christof Florus, dass man das schon aus Kostengründen nicht koppeln könnte. Schreiner ergänzte, dass keine direkten Grabarbeiten erforderlich seien, sondern bestehende Leerrohre genutzt würden. Nur punktuell seien Grabarbeiten erforderlich.

Erneut starken Beifall gab es von den Zuhörern, als der Gemeinderat einstimmig die Erschließung von Winkel mit schnellem Internet auf Glasfaserbasis beschloss.

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