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60 Minuten im Sinne der Sicherheit
Kurt Luft (81) steigt ganz beruhigt in seinen Mercedes ein. Seit er ein Fahrsicherheitstraining beim ADAC absolviert hat, fühlt er sich auf der Straße noch sicherer. Foto: Juch
27.01.2018 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Anfang Januar hat ein 86-Jähriger auf der B462 von Gaggenau in Richtung Gernsbach beinahe einen verheerenden Frontalzusammenstoß verursacht, als er ohne ersichtlichen Grund auf die Gegenfahrbahn geriet. Der entgegenkommende 52-Jährige konnte mit seinem Mercedes gerade noch ausweichen und verhinderte Schlimmeres. Polizeimeldungen wie diese erreichen die BT-Redaktion sehr häufig. Aber sind ältere Menschen wirklich öfter schuld an einem Unfall als Jungspunde frisch von der Fahrschule?

Nein, sie sind laut Statistischem Bundesamt sogar seltener an Unfällen mit Personenschäden beteiligt als andere Altersgruppen. Dennoch haben viele Senioren Probleme mit altersbedingt nachlassender körperlicher Widerstandskraft, unsicherer werdenden Bewegungsabläufen oder zunehmenden Reaktionsschwächen. Das führt nicht selten zu gefährlichen Situationen im Straßenverkehr. Dem kann man entgegenwirken, zum Beispiel mit einem Fahr-Fitness-Check, wie ihn der ADAC speziell für Senioren anbietet. "Das ist gut investiertes Geld", meint Kurt Luft.

Vorfahrtsfehler die häufigste Unfallursache

Der 81-jährige Gernsbacher hat einen solchen im Vorjahr erstmals absolviert und ist vom Ergebnis nachhaltig beeindruckt. Er nimmt seit 1954 unfallfrei am Straßenverkehr teil, zunächst mit einem Führerschein Klasse 5 (bis 125 Kubik), den er für seine Touren auf der NSU Quickly - eines der ersten "echten" Mopeds der deutschen Nachkriegsgeschichte -, dann auf einer 98er Lux nutzte. Ein Jahr später machte Luft auch "den Lappen" der Klassen 1, 2, 3 und 4.

Fortan "schrubbte" der gelernte Fleischermeister als Warenbereichsleiter beruflich Tausende von Kilometern. "Disziplin, gegenseitige Rücksichtnahme und Entgegenkommen", nennt er seine Maximen im Straßenverkehr. Auch im hohen Alter fährt er regelmäßig mit seinem Mercedes. "Ich fühle mich fit", sagt der 81-Jährige im BT-Gespräch, "aber vielleicht macht man ja Fehler, die man gar nicht merkt?"

Um diese Frage für sich zu beantworten, hat er sich beim ADAC für den Fahr-Fitness-Check angemeldet. Der einstündige Kurs, den man mit dem eigenen Pkw absolviert, bezieht sich auf das individuelle Fahrvermögen und die Fahrfertigkeit. Insbesondere wird dabei das persönliche Verbesserungspotenzial aufgezeigt, zudem erhält man vom Fahrlehrer konkrete individuelle Trainingsempfehlungen.

Das Ergebnis hat den rüstigen Senior beeindruckt. "Meine Frau hat danach sofort gemerkt, dass ich anders unterwegs bin", schmunzelt der gebürtige Reichentaler: "Ich habe keine Kurven mehr geschnitten." Auch beim Rückwärtsfahren fühle er sich jetzt sicherer. Diszipliniert sei er schon immer gefahren, "jetzt aber noch mehr", versichert Kurt Luft.

Aus seinem Bekanntenkreis habe der 81-Jährige durchweg positive Rückmeldungen erhalten, nachdem er den Fahr-Fitness-Check absolviert hatte. "Ich kann es nur weiterempfehlen." Die 49 Euro (für ADAC-Mitglieder, sonst 69 Euro) seien es definitiv wert. "Wenn man glaubt, es geht noch, kann es schon zu spät sein", betont der erfahrene Autofahrer und ermutigt seine Alterskameraden, es ihm nachzumachen - im Sinne der Verkehrssicherheit.

Laut ADAC ist für eine unfallfreie Teilnahme am Straßenverkehr nicht das Lebensalter entscheidend, sondern neben dem Gesundheitszustand des Fahrers auch die in einem langen Kraftfahrerleben erworbene Fahrroutine. Gesundheitliche Probleme von Senioren sollten durch umfassende Aufklärung über mögliche Gefahren und durch die Stärkung der Eigenverantwortlichkeit gelöst werden. Der ADAC empfiehlt seit Jahren trotzdem allen älteren Autofahrern, sich freiwillig regelmäßig ärztlich untersuchen zu lassen. Das gelte vor allem für das Sehvermögen.

Die Sehkraft ist wahrscheinlich auch der Grund, dass laut ADAC Unfallforschung die häufigsten Unfallursachen bei den Senioren "Vorfahrtsfehler" sowie Fehler beim "Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren" sind.

Andere Gründe, die vor allem bei jüngeren Fahrern zu Unfällen führten, wie Abstandsfehler, falsches Verhalten gegenüber Fußgängern oder nicht angepasste Geschwindigkeit, spielten dagegen bei älteren Verkehrsteilnehmern eine geringere Rolle, informiert der ADAC.

www.adac.de

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