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"Ich bin nicht eine, ich bin vier"
Zwei von vier: Sopranistin und Bauchrednerin Sabine Murza mit Kanalratte Kalle.  Foto: Froese
29.01.2018 - 00:00 Uhr
Von Wolfgang Froese

Gernsbach - Große Kunst auf kleiner Bühne mit einem Riesenspaßfaktor - das erlebten die Besucher im voll besetzten Kirchl am Freitagabend bei Murzarellas Music-Puppet-Show. Die Musik-Comedy mit drei liebenswert-schrägen Puppencharakteren und einer blendend aufgelegten Sängerin riss das Publikum zu frenetischem Beifall hin.

Die aus dem Ruhrgebiet stammende und mittlerweile in Baden-Baden lebende Sopranistin und Bauchrednerin Sabine Murza besitzt eine ungemein wandlungsfähige Stimme, und die braucht sie auch, um sich und ihren drei Puppenfiguren in der Show eine jeweils ganz eigene Persönlichkeit zu verleihen. "Ich bin nicht eine, ich bin vier", sang sie zwischendrin nicht von ungefähr.

Da gibt es den frechen und doch liebebedürftigen Kakadu Dudu, der auf deutschen Schlager steht, dann als Tontechniker Kanalratte Kalle aus dem Ruhrpott mit kräftig-direkter Sprache, der auf Heavy Metal abfährt, und nicht zu vergessen ihre Managerin Adelheid, eine Dame in den besten Jahren, gerne beschwipst und "von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt".

Wenn ihre Puppen sprachen oder sangen, lächelte Murza(rella) stets mit leicht geöffneten Mund - und das ist auch das eigentliche Geheimnis des Bauchredens. Die Stimme wird nämlich nicht, wie das Wort nahelegt, im Bauch, sondern ganz normal im Kehlkopf gebildet.

Die große Schwierigkeit besteht nun darin, beim Sprechen oder Singen nicht die Lippen zu bewegen, um die Illusion aufrechtzuerhalten. Das gelang Sabine Murza im Kirchl perfekt. Vor allem das Singen verlangte einfach nur Bewunderung ab, denn da saß jeder Ton, und das in ganz unterschiedlichen Lagen, Stimmungen und Farben.

Die einzelnen Nummern der Show waren locker miteinander verknüpft. Die Dialoge zwischen Puppe und Sängerin gefielen dank Witz und öfters durch Tempo, wenn auch nicht jede Pointe immer ins Ziel fand. Da ging es unter anderem um Cellulite und die Wechseljahre, gelöschte Handykontakte und Schalke 04 als Lebenseinstellung. Auch einige aktuelle Anspielungen wie auf die G20-Ausschreitungen in Hamburg oder der Trend zum vegetarischen Grillen fehlten nicht.

Der eigentliche Höhepunkt des Abends aber waren natürlich die vielen, häufig witzig umgetexteten Gesangseinlagen. Der Sopran von Sabine Murza besticht durch seine große Geschmeidigkeit und seine Leichtigkeit in den Höhen.

Ihre Bandbreite im Repertoire ist verblüffend. Da gab es temperamentvolle Soulnummern wie "Lady Marmalade" (hier umgetextet zu "Marmeladenbrot") oder "Respect" der Soulröhre Aretha Franklin, mit "We Will Rock You" und "Highway To Hell" zwei Heavy-Metal-Klassiker, die Kalle wunderbar rockig-rau zum Besten gab und mit der Koloraturarie der Königin der Nacht aus der "Zauberflöte" eine höchst anspruchsvolle Opernpartie, die diesmal Adelheid mit beeindruckender Dynamik und bemerkenswert souverän sang - und das, ohne die Lippen zu bewegen!

Mit Dudu lieferte sich Sabine Murza ein hinreißendes Gesangsduell, bei der der Kakadu Hits von Helene Fischer, Andrea Berg und der Ersten Allgemeinen Verunsicherung schmetterte, während die Sängerin unter anderem Frank Sinatras "All Of Me" mit warmen Timbre zum Swingen brachte.

Auch erklang mit "My Way" ein Sinatra-Song in einem grandiosen Duett mit Dudu, ehe sich schließlich Adelheid dazugesellte, um als Terzett mit Lolitas "Seemann" zu begeistern. Zwei als Duett gesungene Zugaben erjubelten sich die Besucher, die im Kirchl aus dem Häuschen waren.

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