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Ist Gaggenau in der Pflicht?
Knapp 42 000 Besucher zählten die Verantwortlichen im Jahr 2016. Damit spiele man in der ersten Liga der vereinsbetriebenen Museen in Deutschland. Foto: av/Henrik Morlock
29.01.2018 - 07:24 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Es wird nicht leicht werden, das weiß Stefan Schwaab. Aber der Vorsitzende des Vereins Unimog-Museum ist ein erfahrener Polit-Hase und keiner, der schnell locker lässt. Für seine Vision der künftigen "Museumswelt" an der B462 hat er erneut im Gemeinderat geworben -und dabei gewichtige Argumente vorgetragen. Immerhin will er für das knapp Sechseinhalbmillionen-Projekt 1,5 Millionen Euro von der Stadt. Zwar nicht mehr als Zuschuss - dieses Ansinnen war 2016 nur zu einem Drittel erfüllt worden - aber als Darlehen.


Derzeit erhalte das Unimog-Museum keinerlei städtischen Betriebskostenzuschüsse, verweist Schwaab auf andere Einrichtungen im Jahr 2016. Dabei liege die Besucherzahl mit 41930 deutlich höher als andernorts. Davon seien zwischen 4000 und 5500 Gäste der Sonderausstellung "Industriegeschichte Murgtal" zuzuordnen. Somit sei das Unimog-Museum eben nicht nur ein monothematisches Museum für ein Produkt eines Gaggenauer Industriebetriebs, sondern zwischenzeitlich eine Einrichtung, die die Region Murgtal im Blick habe. Dies werde durch weitere Sonderausstellungen unterstrichen. Auch die Tourist-Info sei eine Einrichtung, die weit über das eigentliche Museum hinausstrahle.

Beispiel Rastatt: Dort hätten sich 2016 städtische Zuschüsse bei Stadtmuseum, Historischer Bibliothek, Riedmuseum und Galerie Fruchthalle auf fast 1,3 Millionen Euro summiert - bei insgesamt gut 11500 Besuchern. Das Wehrgeschichtliche Museum (keine städtische Einrichtung) habe 1,4 Millionen Euro bekommen bei 16600 Gästen.

Stadtmuseum Baden-Baden: Zuschuss von fast 700000 Euro bei gut 9850 Besuchern. Stadtmuseum Bühl: 212000 Euro bei 3500 Besuchern.

Die Stadt Neckarsulm, wo Audi ein großes Werk unterhält und die Marke NSU zu Hause war, gab für das renommierte Zweiradmuseum 1,2 Millionen Euro Betriebskostenzuschüsse - bei 17400 Besuchern.

Hintergrund

Einerseits werde das Unimog-Museum zwar maßgeblich von seinem Trägerverein am Leben gehalten, doch sei die Einrichtung eben nicht mit einem normalen Verein zu vergleichen - somit sollten nicht allein die städtischen Richtlinien zur Vereinsförderung zum Tragen kommen.

Schwaab verweist auch auf das Institut für Museumsforschung in Berlin: In der Kategorie der kleineren vereinsbetriebenen Museen spiele das Haus an der B462 bundesweit bei den Besucherzahlen eindeutig in der ersten Liga.

Der Verein selbst könne auf eine insgesamt stabile Entwicklung der Mitgliederzahl blicken - derzeit 1158, darunter 64 Firmen. Über 100 Helfer haben mehr als 15000 Arbeitsstunden geleistet. Darüber hinaus ist das Museum Arbeitgeber. Neu ist, dass der Verlag Buch & Bild Wessel GmbH in das Eigentum der Betriebs-GmbH übergegangen ist. Dies eröffne weitere Perspektiven für die Alttypen-Beratung - diese ist im Museum angesiedelt und ein wirtschaftliches Standbein.

Insgesamt präsentieren sich alle wirtschaftlichen Zahlen des Museums auf einem stabilen, soliden Niveau, betont Schwaab. Doch sei eine Unterstützung der Stadt notwendig, um nun in den kommenden Monaten das Museum in seiner Gesamtheit zukunftsfähig zu machen.

Stefan Schwaab - er ist auch SPD-Stadtrat - kann sich eines prinzipiellen Wohlwollens sowohl der Stadtverwaltung als auch der Ratsfraktionen sicher sein. Inwieweit sein Ansinnen erfolgreich sein wird, lässt sich derzeit schwer abschätzen. Mitentscheidend wird nach Ansicht von Beobachtern sein, inwieweit Verwaltung, Kommunalpolitik und auch regionale Wirtschaft eine Strahlkraft des Museums - es liegt vor den Toren der Stadt auf Gemarkung Kuppenheim - in die Stadt hinein erkennen können. www.unimog-museum.de

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