https://www.badisches-tagblatt.de/anzeigen_privat_marktplatz/index.html
Ziel: Möglichst viele Flüchtlinge privat unterbringen
Ziel: Möglichst viele Flüchtlinge privat unterbringen
01.02.2018 - 00:00 Uhr
Gernsbach (stj) - "Die Sprache ist der Schlüssel zum Erfolg." Einer, der sie recht schnell gelernt hat, ist Basem Sarghani. Der Flüchtling aus Syrien ist im "H10 Treffpunkt Vielfalt" in der Hauptstraße neben den einheimischen Ehrenamtlichen zu einem lokal gut vernetzten Ansprechpartner geworden. Beim Pressegespräch, bei dem Bürgermeister Julian Christ das überarbeitete städtischen Strategiepapier zur Flüchtlingsunterbringung vorstellte, betonte der Syrer: "Sie brauchen jeden Tag Hilfe."

Und die bekommen sie in der Begegnungsstätte, die im September vergangenen Jahres eröffnete. Längst sei sie zu einem wichtigen Baustein der Integration geworden, erklärt Christ. So gibt es neben einer Hausaufgabenbetreuung für Schüler den Kurs "Mama lernt Deutsch". Er richtet sich speziell an Frauen mit Migrationshintergrund, die keine Möglichkeit oder keinen Anspruch darauf haben, an einem offiziellen Sprachkurs teilzunehmen. Außerdem finden eine regelmäßige Sprechstunde der städtischen Integrationsbeauftragten Ines Reil, ein offener Treff und eine Supervision für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe statt. Hinzu kommen einzelne Aktivitäten von engagierten Schülern des Albert-Schweitzer-Gymnasiums.

"Jeden Tag kommen sie", erzählt Basem Sarghani von den Flüchtlingen, die im Treffpunkt Vielfalt Hilfe suchen: "Neues Land, neue Sprache, neues System": Oft haben die Menschen zig Anträge dabei, benötigen Unterstützung bei den Anforderungen, die deutsche Behörden stellen, oder bei der Wohnungssuche. Bei der Anschlussunterbringung verfolgt die Stadt Gernsbach das Ziel, möglichst viele Neubürger aus fremden Ländern privat unterzubringen - "im Sinne einer gelingenden Integration", wie Christ betont.

Zum Stichtag 31. Dezember 2017 befanden sich 115 Personen in Gernsbach in der Anschlussunterbringung. Laut aktueller Prognose des Landratsamts ist die Stadt verpflichtet, im Jahr 2018 weitere 46 Personen aufzunehmen. Die Stadt selbst hält an sieben Standorten in der Kernstadt, Scheuern, Obertsrot und Reichental insgesamt 89 Plätze vor, davon sind aktuell 51 belegt. Die meisten freien Plätze, nämlich 26, bietet die "Waldbachschänke", die zuvor vom Landkreis Rastatt für die Erstunterbringung als Gemeinschaftsunterkunft genutzt wurde und ab diesem Frühjahr für die Anschlussunterbringung dienen soll (wir berichteten).

Wichtig sei es, so Jürgen Heursen (Sachgebietsleiter für Sicherheit und Ordnung), dass man stets noch Immobilien in der Hinterhand hat, die im Notfall kurzfristig für die Unterbringung verwendet werden können. Er verwies diesbezüglich zum Bispiel auf den leerstehenden Kindergarten in Reichental. Eine gewisse Unbekannte stelle das Thema Familiennachzug dar. Auch was den Wohnungszuschnitt anbelangt, müsse man möglichst flexibel aufgestellt sein. Bislang greife das Konzept der dezentralen Versorgung und die Stadt sei guten Mutes, dass dies so bleiben wird. Dennoch sei die Versorgung mit Wohnraum in der Anschlussunterbringung für Gernsbach weiterhin mit erheblichem Einsatz verbunden, so Christ.

BeiträgeBeitrag schreiben 
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Das Interesse an Plattformen, auf denen Beschäftigte ihre Arbeitgeber bewerten können, steigt. Würden Sie eine Bewerbung von solch Bewertungen abhängig machen?

Ja.
Vielleicht.
Nein.


www.los.de/los-rastatt/lrs/
Wetter in Mittelbaden


Facebook


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen