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"Wir kaufen die Johanneskirche"
Auf der Wiese vor der Johanneskirche Bad Rotenfels könnten Stellplätze angelegt werden.  Foto: Jahn
01.02.2018 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Die Botschaft ist klar und eindeutig. "Wir kaufen die Johanneskirche." Wir, das ist der Verein Gebetshaus Bad Rotenfels. Und Vorsitzender Helge Rieger sowie sein Stellvertreter Achim Rheinschmidt geben damit wieder, was die Spender bei einer Zusammenkunft am Dienstag mehrheitlich beschlossen haben. Allerdings: Ein "großer Finanzierer", auf den der Verein gehofft hat, hat sich nicht gemeldet.

Die Mitglieder konnten in der Zusammenkunft unter drei Alternativen auswählen, berichtet Helge Rieger. Da das sehr ehrgeizige Ziel, 500000 Euro an Spenden bis 24. Dezember 2017 zu bekommen, nicht erreicht wurde, konnten sie sich entweder ihre Spende zurückbezahlen lassen, das Geld im Spendentopf lassen oder es auch für Alternativprojekte zur Verfügung stellen. "Niemand hat sein Geld zurückgezogen", freut sich Rieger. Der Vorsitzende zu den ursprünglich anvisierten 500000 Euro: "Man kann das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen."

Die evangelische Kirchengemeinde Gaggenau hatte vergangene Woche beschlossen, "das ehemalige Kirchengebäude mit dem Turm an den Gebetshausverein zu veräußern unter der Bedingung, dass der Verein den erforderlichen Kaufpreis bis zum 3.4.2018 aufbringen kann. Sollte der Fall eintreten, dass der Kaufpreis nicht erbracht werden kann, wird der Kirchengemeinderat andere Angebote prüfen." Nach dem Zusammenschluss der evangelischen Kirchengemeinden wird die Johanneskirche nicht mehr benötigt. Sie war Sonntag vor einer Woche entwidmet worden.

Obwohl es bislang keinen großen Finanzierer gibt, ist Rheinschmidt zuversichtlich. Es gebe weitere Spenden und Zusagen von Darlehen von privater Seite, so dass der Verein mittlerweile über einen Betrag von rund 61000 Euro verfüge. Jetzt gehe es darum, die Finanzierung auf den Weg zu bringen. Dem Vernehmen nach soll der Kaufpreis um die 300000 Euro betragen. Die Kirchturmrenovierung dürfte 50000 bis 70000 Euro verschlingen.

Den jährlichen Unterhalt des Gebetshauses beziffert Rheinschmidt mit 7000 bis 10000 Euro. Und auch bei der Außengestaltung seien verschiedene Arbeiten erforderlich. So soll im Bereich der Wiese neben der Johanneskirche ein Parkplatz entstehen.

"Jeder Euro hilft", hoffen die Vereinsmitglieder auf weitere Spenden. Bis jetzt, so Rieger gab es Spenden in Höhe von 20 Euro bis 8000 Euro von Privatleuten. Je mehr Euro in die Schatulle fließen, umso geringer wäre folglich der Betrag, den der Verein über Kredite finanzieren müsste. Vorgespräche mit Banken seien bereits geführt worden, sagt Rieger.

Für die Kirchtürme in Gaggenau ist nach Auffassung von Rheinschmidt die Stadt zuständig. Deshalb möchte er versuchen, dass die Kommune die Uhr der Johanneskirche reaktiviert. Ein Gespräch mit Oberbürgermeister Christof Florus stehe noch aus.

Sendemasten von Mobilfunkbetreibern

Auf dem Kirchturm befinden sich Sendemasten von Mobilfunkbetreibern. Mit den Anbietern werde neu verhandelt, damit die Masten auf dem Turm bleiben - und Nutzungsgebühren an den Verein fließen. In nächster Zeit, so Rheinschmidt, solle die Konzeption für das Gebetshaus erstellt werden. "Herzstück" sei der ehemalige Kindergarten, in dem der Gebetsraum entstehen soll, betont Rieger. Der ehemalige Gottesdienstraum könne für Veranstaltungen, zum Beispiel Konzerte, genutzt werden. Neben dem Gebetsraum "wollen wir die Türen öffnen", sagt Rheinschmidt. Vereine könnten dort ebenso Konzerte geben wie zum Beispiel die Musikschule. Auch die Kirchengemeinden könnten die Räume nutzen. Rheinschmidt denkt dabei zum Beispiel an Veranstaltungen zum Weltgebetstag. Für die Half Past Six Singers, die bereits seit vielen Jahren in der Johanneskirche proben, sei die Tür auch in Zukunft offen. Benötigt würden Menschen, die im Gebetshaus mithelfen. Ein solcher Personenkreis müsse sich bilden.

www.gebetshaus-bad-rotenfels.de

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