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Ortschaftsrat peilt Dorfladen in ehemaliger Sparkasse an
Das ehemalige Sparkassen-Gebäude gilt als ebenso kostengünstiger wie optimaler Standort für einen ehrenamtlich geführten Dorfladen samt Kommunikationszentrum.  Foto: Gareus-Kugel
02.02.2018 - 00:00 Uhr
Gernsbach (vgk) - Keine Bäckerei mehr: Um die Infrastruktur in Reichental ist es schlecht bestellt. Die zukünftige Nahversorgung der dörflichen Bevölkerung mit Lebensmitteln ist jedoch entscheidend für eine lebendige Dorfgemeinschaft, ebenso wie für die Lebensqualität im Dorf. Davon zeigen sich die Ortschaftsräte überzeugt. Mit Nachdruck werben diese deshalb jetzt bei den Einwohnern des Dorfes für die Idee zur Gründung eines Dorfladens. "Mit unserer Initiative wollen wir nach vorne gehen", betont Ortsvorsteher Bernhard Wieland.

Rund 125 Jahre kümmerte sich die Bäckerei Wieland um die Versorgung der Dorfbewohner mit Kuchen, Brötchen und Brot. Sie schloss zum 31. Dezember 2017 für immer ihre Pforten (das BT berichtete). Am Samstag schaut zwar noch ein mobiler Metzger im Ort vorbei, das war es aber auch schon, meinte Ortschaftsrat Andreas Kozlevcar im Rahmen eines Pressegesprächs am Mittwochabend im Reichentaler Rathaus. Er hat sich eingehend mit dem Aufbau einer funktionierenden Nahversorgung für das Dorf beschäftigt. Es ist allen Ortschaftsräten anzumerken, wie ihnen das Thema unter den Nägeln brennt. Ortschaftsrat Robert Klumpp will eine gewisse Erwartungshaltung innerhalb der Bevölkerung bezüglich eines Dorfladens ausgemacht haben.

"Eine Möglichkeit", so schreibt das Gremium in seinem Informationsblatt, das seit gestern alle Reichentaler Haushalte erreicht, "wäre die Gründung einer Dorfladengenossenschaft. Ein freiwilliger Zusammenschluss von Personen in Form der Mitgliedschaft in einer Gesellschaft."

Hintergrund

Es ist ein Thema, das nicht nur ältere Dorfbewohner trifft, sondern alle Bürger, meint Kozlevcar. Ein idealer Standort wäre für die Ortschaftsräte das ehemalige Sparkassengebäude. Es befindet sich seit letztem Jahr im Eigentum der Stadt Gernsbach. Das Haus liegt zentral an der Bushaltestelle und hat mit 55 Quadratmetern eine ausreichende Größe, ebenso ist es barrierefrei zugänglich, zeigen sich die Ortschaftsräte einig. Eine Anmietung der Räumlichkeiten zu günstigen Konditionen scheint möglich zu sein. Erste diesbezügliche Gespräche mit Verantwortlichen im Rathaus verliefen positiv. In dem Gebäude könnte das Geschäft mit einem qualitativ hochwertigen Warenangebot zu konkurrenzfähigen Preisen sowie ein kleines dörfliches Kommunikationszentrum entstehen.

Entscheidend ist jedoch, darüber sind sich auch die Ortschaftsräte im Klaren: Die Dorfgemeinschaft muss das Projekt mittragen. Zwischen sechs bis acht Personen werden für den ehrenamtlich agierenden Aufsichtsrat und Vorstand gebraucht. Die Mitarbeiter für den Verkauf und Einkauf sollen für ihre Tätigkeit entlohnt werden. "Es wird Ehrenamt nötig sein", daran ließ Ortsvorsteher Wieland keinen Zweifel.

Erst kürzlich besuchte das initiierende Gremium den Dorfladen von Leiberstung. Er schreibt seit zehn Jahren eine Erfolgsgeschichte. In Kürze wird der Genossenschaftsladen in größere Räumlichkeiten umziehen, wie zu hören war. Auch habe Alexander Naber, der Vorstandsvorsitzende des Ladens, seine Unterstützung zugesagt.

Leiberstung und Reichental seien vergleichbare Dörfer, so die Meinung des Ortschaftsrats. Beide Orte haben annähernd die gleiche Einwohnerzahl. Auch liege hier wie dort der nächste Supermarkt in einer Entfernung von fünf Kilometern.

Im nächsten Schritt sollen Reichentals Bürger zu Wort kommen. Eine Informationsveranstaltung ist für die erste März-Hälfte geplant. Guido Wieland appelliert an die Bewohner, sich einzubringen: "Ich sehe das Vorhaben als große Chance für Reichental."

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