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Gemeinsam, nicht einsam
Ulrich Eger (von links) und Josef Rösch zeichnen Reiner Sontheimer aus. Rechts Julian Christ.  Foto: Uebel
03.02.2018 - 00:00 Uhr
Von Dagmar Uebel

Gernsbach - Es ist schon erstaunlich, dass Henny Fischer-Zachs Wunsch und Initiative, etwas Gutes für ihre älteren und alleinstehenden Gernsbacher Mitbürger zu tun, auch heute noch Bestand hat. Denn diese Anfangsgründe liegen schon 50 Jahre zurück - und die Zeiten haben sich seither gewaltig verändert.

Unter dem Namen "Nachmittage für Ältere und Alleinstehende" bekanntgemacht und von Gleichdenkenden unterstützt, fanden 1967 im Karl-Barth-Haus die ersten Treffen statt. Die gemeinsamen, unterhaltsamen und informativen Stunden sind für viele Gernsbacher Senioren heute immer noch ein wunderbarer Anlass, sich fein zu machen, das Haus zu verlassen, Nachbarn zu begrüßen und bisher Unbekannte kennenzulernen.

Von der evangelischen St. Jakobsgemeinde und der katholischen Kirchengemeinde getragen, wirkt das Projekt über Konfessionsgrenzen hinaus und gilt im Kreis Rastatt als Vorreiter für inzwischen viele gleiche oder ähnliche Projekte. Aus der Erkenntnis Reiner Sontheimers, des jetzigen Leiters, dass man nicht erst alt und allein sein muss, um Gemeinsamkeit zu genießen, folgte die Namensänderung in "Ökumenischer Seniorentreff". Sontheimer war es wichtig, dieses Jubiläum im Rahmen eines normalen Seniorentreffs zu feiern.

Fast wie selbstverständlich sorgte Hansjörg Wallraff am Klavier für die gute musikalische Stimmung. Traudel Wetzel, Traudel Steimer, Bärbel Schoch, Uta Kelting, Monika Schenkel, Christa Keßler und Elke Hartmann kümmerten sich, wie gewohnt, um die gute Bewirtung. Sie durften sich diesmal über weiße Rosen als Dankeschön freuen. Dass Pfarrer Ulrich Eger und Dekan Josef Rösch und auch Bürgermeister Julian Christ anwesend waren, beweist die Bedeutung der Veranstaltung.

Besonders freute sich Sontheimer, dass er Lydia Schmalfuß, ein ehemaliges Gründungsmitglied, begrüßen und einen Brief von Gabriele Franke verlesen konnte. Darin beschrieb Fischer-Zachs Tochter, mit welch warmen Gedanken sich ihre Mutter an die Gründungszeit erinnerte: vor allem an Fröhlichkeit, Geselligkeit und Ausfahrten.

Funktionierende Ökumene

Pfarrer Eger stellte die vermeintlich "gute alte Zeit" den neuen Anforderungen und verbesserten sozialen Gegebenheiten gegenüber. Rösch hob die Einzigartigkeit von 50 Jahren funktionierender Ökumene und das Grundbedürfnis nach Gemeinschaft hervor: zugunsten des Einzelnen, aber auch zum Vorteil für die Gemeinschaft. Beide Kirchenvertreter überreichten Sontheimer einen Gutschein für den Seniorentreff. Dem konnte sich der "Neu-Bürgermeister" in seiner kurzen Rede nur anschließen, als er das Gernsbacher konfessionsübergreifende soziale Projekt als ein Beispiel für bürgerschaftliches Engagement hervorhob. Die Stadt Gernsbach lud zu dieser Jubiläumsveranstaltung ein und trug auch die Kosten dafür.

Für den Vorsitzenden des Seniorenrats Weisenbach, Rudolf Fritz, hat das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Ortsteilen eine Vorbildwirkung, von dem alle Beteiligten in hohem Maße profitieren. "Gemeinwesenarbeit wie in einer Großfamilie und über mehrere Generationen wirksam", wie er es sich wünschte. Aus Rastatt war Rolf Schnepf, für den Bereich Sozialplanung im Landkreis zuständig, anwesend. Sein Dank galt allen Aktiven von damals und natürlich denen von heute. "Das Alter als Gewinn, statt als Verlust zu sehen", mahnte er.

Eine Probe dafür lieferte Sontheimer, als er den Fastnachtsgedanken aufgriff, seine Baskenmütze zur Narrenkappe und das Rednerpult zur Bütt erklärte. In seiner launigen Rede ging er auf die Vergangenheit ein und brachte in seinem Loblied auf Gernsbach "Beneidenswertes Gernsbach, du große kleine Stadt ..." die mehr als 100 Besucher zum Mitsingen des Refrains.

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