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"Kein Kolbenfresser im Talhutzel-Motor"
05.02.2018 - 00:00 Uhr
Forbach (mhr) - Was Udo Jürgens postuliert, trifft in vollem Umfang auch auf die Forbacher Talhutzel zu: "Mit Sechsundsechzig ist noch lange nicht Schluss." Im Gegenteil: Mit 66 Jahren präsentieren sich die Talhutzel in Topform. In zwei Jubiläumsprunksitzungen setzten sie die Geschichte des Karnevalvereins Talhutzel (KVT) farbenprächtig und vielgestaltig ins Bild.

Der Vortritt gebührte diesmal den Talhutzel-Senioren. Schon beim Einmarsch des Prinzenpaares unter dem Applaus des Narrenvolkes im proppenvollen Hutzelpalast, danach auf den Plätzen des Elferrats im Narrenschiff. Die Begrüßung des langjährigen KVT-Vorsitzenden Kurt Gernsbeck verriet ebenso den Routinier wie die gewohnt lockere Moderation von Sitzungspräsident Armin Merkel.

"Kein Kolbenfresser im Talhutzel-Motor", da waren sich Prinzessin Marlene II. (Krech) und Prinz Axel II. (Reichert) einig. Sie sollten recht behalten. Im Laufe des prall gefüllten, mehrstündigen Programms flossen Tradition und Zeitgeist, Jubiläumsauftritte und Premieren nahtlos ineinander. So ist etwa die Prinzengarde des Turnvereins Forbach bis heute fester Bestandteil jeder Sitzung.

Die 43 TV-Grazien zwischen sechs und 25 Jahren (Leitung: Hedwig Fritz) eroberten mit ihrer biegsamen Vitalität die Herzen aller. Atemberaubend der tänzerische Rückblick auf die letzten 20 Jahre von ABBA bis hin zum "Tanz der Vampire" (Kostüme: Brigitte Geyer, Katja Spissinger) nach der Pause. Die mehrteilige Show, von 14 "Ehemaligen" bereichert, war allererste Sahne. Wie die Interpretation von "Alice im Wunderland" (Leitung: Yuliya Keck), die grazile TV-Girlies hinreißend umsetzten.

Ortsbüttel Marco "Charly" Merkel indes konnte nur kurz über das Ortsgeschehen berichten. Schwelgten doch "alte Schlempe" und ihre singende Schlempenkönigin lustvoll in Erinnerungen an den Rosenmontag. Den Altersunterschied zum 175-jährigen Jubiläum des Musikvereins in diesem Jahr nahmen Vertreter aus der Muppet-Show ins Visier. Allen voran die zwei alten Herren Waldorf und Statler, die süffisant der "süßen kleinen Talhutzel zum süßen kleinen Jubiläum" gratulierten.

Mit dem Motto "Schwarzwald-Marie sucht Mann" trumpften die Sauschwaben auf. Gefolgt von den fantastischen Sektkorken-Ballettmäusen (Leitung: Marie-Therese Klumpp), die zu fetzigen Rhythmen über die Bühne fegten. Stammakteur Jürgen "Baron" Wunsch scheint es an Ideen nicht zu mangeln. Diesmal machte das stoische Urgestein als Erfinder einer "Nackig-Mach-Brille", der Super-allround-MaschineDani I und einem Apfelbaum-Mostfass von sich reden.

Um neue Einfälle waren aber auch die Söhne Forbachs (Christoph Siegel, Stefan Weiler, Marco Merkel, Michael Roth, Pascal Merkel) als ausgebrannte Ü40er nicht verlegen. Der "allmächtige Fasentgott" verlangte auf Sächsisch "was mit Niveau". Ob Poetry Slammer, supercooler Rapper statt superuncooler Blumenmann: Alle machten eine tolle Figur. Auch als Büttenredner mit feuriger Kopfkino-Vision vom Jubiläumsumzugsende oder als "wunderbare" Pascale, die "ums Verrecke ämol d'Fasentprinzessin sii will".

Glanznummer der KVT-Ladies

Eine temperamentvolle Glanznummer plus Augenweide boten die KVT-Ladies mit ihren szenisch erweiterten Showtänzen (Silvia Geyer, Anja Wunsch, Kostüme: Brigitte Geyer). "Zico" (Christoph Merkel) und Stefan Kneißler, die "Schlempe aus dem Unterdorf", holten für ihr klangstarkes ABBA-Medley weibliche Verstärkung (Annette Hosenfeld, Jeanine Wunsch) ins Boot. Der Sanierung der Murghalle widmeten sich das Bauwagenteam sowie das Ex-Prinzenpaar Lilly I. und Felix I. in ihrer pfiffig-witzigen, Video-angereicherten Bühnenpremiere.

Mit Hilfe eines Märchenonkels wurde die "Liebe auf den zweiten Blick" zwischen Dorfkind Apolonia und Prinz Geckerle in Bild und Musik inszeniert. Das i-Tüpfelchen aufs kunterbunte Jubiläumsprogramm setzten die aktiven Karnevalisten mit einem Best-of-Tanzmedley - eine Powerpäckchen-Nummer mit Zugabenbedarf. Der tosende Applaus zollte dem "Alles hinein"-Motto Tribut. Auch mit 66 Jahren ist noch längst nicht Schluss! Ohnehin ist die Fastnacht in Forbach "die scheenschde Zidd im Joor!"

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