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Gaggenauer Know-how für die Lebensretter in Bolivien und Peru
Niklas Herrmann, Birgit Lüders, Projektassistent Gracomo Alonso Ramirez Ly und Projektleiter Bernd Fertig. Foto: refra
14.02.2018 - 00:00 Uhr
Von Regina Frammelsberger

Gaggenau - Die Steinbeis Business Academy in Gaggenau ist Partner eines umfassenden Projekts mit dem Ziel, das entwicklungsbedürftige Rettungswesen in Bolivien und Peru zu verbessern.

Zusammen mit der Direktorin der Steinbeis Akademie, Birgit Lüders, entwickelte Projektleiter Bernd Fertig in Gaggenau den Studiengang "Präklinische Notfallmedizin". Diese Vertiefung im Fachbereich der interdisziplinären Gesundheitsversorgung soll das Rettungswesen international professionalisieren. Die Steinbeis-Hochschule bietet hierzu praxisorientierte Bachelor- und Masterstudiengänge an. Das duale und vielschichtige Lernsystem passe perfekt zu der entwicklungshelfenden Idee von Bernd Fertig, so dass dieser sich sicher ist, "für (sein) Projekt die beste Hochschule ausgesucht" zu haben.

Zukünftig werden die Sanitäter nicht nur in der Steinbeis-Akademie Gaggenau professionell ausgebildet, sondern auch in acht peruanischen und sechs bolivianischen Hochschulen - nach deutschem Vorbild und internationalen Standards.

Bernd Fertig ist selbst im Rettungsdienst tätig und seit etwa 30 Jahren in Peru aktiv. Dort erlebte er, dass ungelernte Rettungskräfte ohne ausreichende Kenntnisse und passende Ausrüstung verspätet zu einer Unfallstelle gelangen. Dies verdeutlichte ihm die Notwendigkeit einer qualifizierten Ausbildung bei gleichzeitigem Aufbau eines funktionierenden Rettungssystems. Allerdings reiche in einem armen Land für eine umfassende Veränderung kein Appell an die Menschlichkeit - vielmehr müsse sich die Rettung auch ökonomisch rechnen. Dies wiederum erfordere ein abgestimmtes Verhältnis von Ausbildung, Ausrüstung, qualifiziertem Personal und dem überlegten Einsatz der Finanzmittel. Laut Bernd Fertig müsse es Ziel sein, "in allen Bereichen Spezialisten auszubilden - in der Notfallmedizin, im Rettungswesen, im Katastrophenschutz und im Rettungsmanagement". Das Studienkonzept der Steinbeis-Hochschule beinhalte all diese Aspekte und führe zu einer Verzahnung von Theorie und Praxis.

Projektassistent Gracomo Alonso Ramirez Ly ist Fertigs wichtigster Kontakt nach Peru. Er werde dort ein entsprechendes Hochschulstudium absolvieren und sich den "Kompetenzbereich Rettungswesen" aneignen. Dazu entwickeln die Studenten mit ihrem Arbeitgeber ein eigenes Projekt, das sie am heimischen Arbeitsplatz umsetzen und dabei selbst erleben sollen, wo Veränderungen nötig sind. Das gesamte Projekt wird von der deutschen Entwicklungsgesellschaft und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit mitfinanziert. Auch deutsche Institutionen und Firmen sind daran beteiligt. So kooperiert beispielsweise Airbus Helicopters mit der SBA im Studien-Wahlbereich "Internationale Luftrettung". Dies sei besonders für die zweite Projektphase wichtig. Denn ab 2020 soll der Aufbau eines Rettungshubschraubersystems in Peru erfolgen.

Insgesamt gelte, so Fertig, das Projekt entwicklungspolitisch als hoch wirksam, um lebensbedrohliche Verletzungen und das Abgleiten in Armut als Folge von schweren Unfällen zu reduzieren. Insofern könnten die Peruaner ihren Traum, "bald ein Land der Ersten Welt zu sein", mit dem Gaggenauer Hochschulstudium ein kleines Stück verwirklichen.

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