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Deutlich vollere Vogelhäuschen
Bei der Winterzählung dürfen sich die 13 000 Helfer im Ländle besonders oft über Kohl- und Blaumeisen freuen.  Foto: dpa
15.02.2018 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Gernsbach - Der Überbringer des Traurings war wieder öfter zu sehen. Das "Kyrie eleise"" erklang ebenfalls vielstimmig - und selbst die Braut war mehrfach zugegen. Umweltschützer Stefan Eisenbarth hatte diesen Winter allen Grund, merklich vergnügter als 2017 "Die Vogelhochzeit" zu trällern. In seinem Garten in Gernsbach häuften sich die Besuche der gefiederten Freunde.

"Der Sperling, der Sperling, der bringt der Braut den Trauring", "Die Meise, die Meise, die singt das Kyrie eleise" oder gleich zu Beginn des beliebten Volkslieds - fidirallala, fidirallala, fidirallalalala - heißt es "Die Drossel war der Bräutigam, die Amsel war die Braute". Außer bei der Drossel stellte Eisenbarth bei der Volkszählung der genannten Vögel "einen positiven Trend im Garten fest. Haussperling, Amseln gefolgt von Kohl- und Blaumeisen" beobachtete der Gernsbacher besonders oft, als der Naturschutzbund Deutschland (NABU) zur "Stunde der Wintervögel" aufrief.

Johannes Arlt notierte im Bereich der Alten Weinstraße "eine noch größere Artenvielfalt", berichtet Eisenbarth und verweist auf beobachtete Buntspechte, Gimpel, Schwanzmeisen, Zeisige und andere.

Gründe für die Zunahme, als sich nur noch "ganz, ganz wenige Vögel" fanden, kann der seit 30 Jahren im Umweltschutz aktive Murgtäler nur mutmaßen: "Vielleicht gab es im Vorjahr mehr Samen im Wald, zum Beispiel Bucheckern, weshalb die Vögel zur Futtersuche seltener in die Gärten kamen", nennt er als eine Möglichkeit. Entwarnung will Eisenbarth deswegen aber noch lange nicht geben. "In den vergangenen 20 Jahren hat es schon einen massiven Rückgang gegeben", betont er und verweist darauf, dass dies "bei Fledermäusen genauso ist. Die finden auch schlechter Nahrung, weil es eine dramatische Entwicklung bei den Insekten gibt mit einem Schwund um 80 Prozent"!

Mit Sorgenfalten auf der Stirn sieht deshalb Eisenbarth den Niedergang in seiner Heimat. "Wir brauchen nicht über die Abholzung im Amazonas zu schimpfen, wenn wir unsere eigenen Streuobstwiesen beseitigen", schimpft der CDU-Gemeinderat und bekommt "schon wieder Angst, wenn ich die Entwicklung im Baugebiet Eben II sehe. Wir haben für Eben eine so schöne Satzung beschlossen - aber nicht einmal die Stadt hält sich daran". Ihm missfällt deshalb die Ankündigung der Stadt, "neues Bauland zu suchen". Angesichts der schwindenden Artenvielfalt hält Eisenbarth Nachverdichtung und ressourcenschonenden Umgang mit der Umwelt nicht nur im Murgtal für dringend geboten.

Der NABU in Stuttgart vermeldete derweil eine neue "Rekord-Beteiligung im Südwesten" und zeigte sich ebenso erfreut über das bessere Endergebnis als 2017. Die Einsendungen der mehr als 13000 ehrenamtlichen Helfer der diesjährigen Wintervogelzählung "sorgen für vorsichtige Erleichterung: Gegenüber den massiven Einbrüchen im Vorjahr sind die meisten Vogelbestände wieder im üblichen Rahmen, sowohl bundesweit als auch im Südwesten".

Laut dem NABU-Vogelexperten Stefan Bosch landeten bei der Winterzählung Haussperling, Kohl- und Blaumeise auf den Medaillenplätzen. "Die Situation der Feldvögel dagegen verschlechtert sich weiter", schiebt er jedoch nach und verweist auf Goldammern, die zu 45 Prozent seltener gesichtet wurden. "Leider gibt es auch bei den Gartenvögeln Verlierer", sagt Bosch und stellt fern des Murgtals in Gesamt-Baden-Württemberg fest, "wer sich derzeit über wenige Amseln vor dem Fenster wundert: Es ist ein Rückgang um ein Viertel zu verzeichnen."

Stare hingegen lassen sich ungewohnt viele beobachten: Mit fast 4700 Vögeln wurden noch nie so viele von ihnen im Winter im Ländle gesichtet wie 2018. "Die milden Temperaturen haben viele Zugvögel zum Bleiben animiert", erläutert Bosch. So wurden auch außergewöhnlich viele andere Winter-Ausharrer gemeldet, darunter Hausrotschwänze, Heckenbraunellen, Bachstelzen, Mönchsgrasmücken und Zilpzalpe.

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