https://www.badisches-tagblatt.de/anzeigen_privat_marktplatz/index.html
"Fantasie ist keine Spinnerei!"
'Fantasie ist keine Spinnerei!'
17.02.2018 - 00:00 Uhr
Forbach (kv) - "Die Masterexpertise sollten wir Politiker uns bei den Leuten vor Ort abholen. Die wissen am besten, welche Auswirkungen bestimmte Maßnahmen ganz praktisch haben." Der grüne Landtagsabgeordnete Thomas Hentschel will den Kontakt zu den Menschen in seinem Wahlkreis Rastatt verbessern und einen Stammtisch an wechselnden Orten als regelmäßige Veranstaltungsreihe etablieren.

Nach dem Motto "Politik zum Anfassen" möchte er alle vier bis sechs Wochen gezielt den Dialog mit Bürgern zu verschiedenen Themen vor Ort aufnehmen und dabei nicht nur Grüne ansprechen. Am Donnerstagabend fand der erste Stammtisch beim Schwarzwalditaliener in Forbach statt. Die knapp 20 Teilnehmer aus verschiedenen politischen Lagern aus dem ganzen Murgtal diskutierten lebhaft und engagiert über alle Gemeinde- und Lagergrenzen hinweg.

Die Themenauswahl war wohl gerade für Murgtäler sehr interessant: Verkehrskonzept Murgtal, Visionen zur Standortstärkung, das Pumpspeicherwerk Forbach, gemeindeübergreifende Zusammenarbeit in der Nationalparkregion, Dorfladen-Konzeptionen, demografischer Wandel und andere Themen wurden angesprochen. Der Notizblock des Abgeordneten füllte sich mit Anmerkungen und Notizen.

Schnell wurde im Laufe der engagierten Diskussion deutlich, dass sich Lebensalltag und Bedürfnisse der Menschen zwischen Stadt und Land stark unterscheiden. Im oberen Murgtal herrscht durch die steile Topographie und die Enge des Tales eine völlig andere Situation bei der Nutzung von E-Mobilität. Die Stammtischbesucher bemängelten, dass die S-Bahnen gerade zu Stoßzeiten, wenn viele Schüler die Bahn nützen wollen, in beide Fahrtrichtungen völlig überfüllt seien und dass oft große Radfahrergruppen die ganze Bahn regelrecht verstopfen würden. Hentschel erläuterte die Schwierigkeiten mit dem EU-Wettbewerbsrecht in Bezug auf die Ausschreibungen im KVV-Stadtbahnnetz auch und gerade bei den Linien ins Murgtal.

Gefordert wurde seitens der Bürger aber vor allem eine deutliche Attraktivitätssteigerung des ÖPNV insgesamt und eine bessere Steuerung und auch ein einfacheres, leicht verständliches Tarifsystem mit der Möglichkeit, in den Bahnen und an den Bahnsteigen Fahrkarten bis zum Reiseziel zu kaufen, auch wenn der Tarifverband KVV verlassen wird. Hentschel stellte in Aussicht, dass die Landesregierung ein einheitliches Tarifsystem für das ganze Bundesland anstrebt: "Den einheitlichen Verkehrsverbund ab 2019 halte ich für einen sehr ambitionierten Plan, es wird wohl eher 2020 werden."

Der Abgeordnete rief dazu auf, sich nicht ausschließlich mit den aktuellen Problemen zu beschäftigen, sondern: "Wenn wir nicht anfangen Fantasien zu entwickeln, wird sich nichts ändern - Fantasie ist keine Spinnerei!"

Klare Absage an Seilbahn-Bau

Trotzdem erteilte die Mehrzahl der Besucher der Idee, zwischen Langenbrand, Bermersbach und Roter Lache eine Seilbahn zu bauen, eine klare Absage. Angeregt wurden zur Anbindung an den Nationalpark Rundfahrten von E-Bussen über Bermersbach, Baden-Baden und zurück über die B500 und Hundsbach oder Herrenwies, das würde es für ältere Forbacher Bürger in den "alten" Ortsteilen möglich machen, zum Beispiel aus Hundsbach zum Arzt zu kommen.

Ergänzend entstand der Wunsch für attraktive Fahrradstrecken für E-Bikes in den Seitentälern als Seitenabzweige der Tour de Murg. Dass in Forbach der Ausbau des Pumpspeicherwerkes mehrheitlich positiv bewertet wird, liegt nach Meinung von Bürgern und Mandatsträgern vor allem daran, dass von Anfang an eine gute Informationspolitik gemacht worden sei und dass damit der Standort und die Arbeitsplätze gesichert werden.

Thomas Hentschel zeigte sich am Ende begeistert von der Auftaktveranstaltung. Geplant sind die nächsten Stammtische für den 23. März (in Durmersheim zum Thema "Pflege") und am 20. April in Rastatt zum Thema "Wohnen".

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Rastatt
--mediatextglobal-- Manuela Klein betreibt seit elf Jahren die ´Linde´. Meist ist die Chefin in der Küche zu finden, gelegentlich auch am Zapfhahn.  Foto: Koch

16.02.2018
"Linde" braucht neuen Pächter
Rastatt (mak) -  Manuela Klein, Pächterin des Rastatter Traditionsgasthauses "Linde", hat sich mit dem Kleinkaliberschützenverein Iffezheim geeinigt: Ab 1. März wird sie das Schützenhaus an der B 36 bewirten. "Viele Stammkunden sind traurig", berichtet die 47-Jährige (Foto: Koch). »-Mehr
Sinzheim
´Haus am See´: Neuer Eigentümer saniert

27.01.2018
"Haus am See" verkauft
Sinzheim (cri) - Im Dezember 2017 hat das "Haus am See" im Sinzheimer Ortsteil Vormberg den Besitzer gewechselt. Neue Eigentümer ist das Ehepaar Julia und Thomas Zgraja aus dem Baden-Badener Stadtteil Sandweier. Es will das Haus wieder zu alter Blüte führen (Foto: Hoffmann). »-Mehr
Baden-Baden
--mediatextglobal-- Rolf Pilarski, FDP-Direktkandidat für die Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis 273, der den Landkreis Rastatt und Baden-Baden umfasst. Foto: Broß

06.09.2017
Liberale Stimme soll wieder ertönen
Baden-Baden (red) - Die liberale Stimme soll in Deutschland wieder gehört werden - das ist das erklärte Ziel von Rolf Pilarski. Der 62-Jährige ist der FDP-Direktkandidat für die Bundestagswahl im Wahlkreis Rastatt. Das Badische Tagblatt hat mit ihm gesprochen (Foto: Broß). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Der Streit in der Union über Zurückweisungen von Migranten an den Grenzen ist vertagt. Glauben Sie, dass CDU und CSU noch zu einer Einigung finden?

Ja.
Nein.


Wetter in Mittelbaden


Facebook


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen