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Von der Suche nach Ruhe und nach Zweisamkeit
Wolfgang Tzschaschel. Foto: Hegmann
19.02.2018 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gernsbach - Ein Schreiber, der etwas von Musik versteht, und ein Musiker, der sich aufs Schreiben versteht: Dr. Wolfgang Tzschaschel ist beides. Als versierter freier Journalist hat er sich bei den Lesern der Murgtal-Ausgabe des Badischen Tagblatts einen Namen gemacht. Nun legt er seinen ersten Belletristik-Roman vor "Tannbacher Idyll".

Das Trommeln in eigener Sache ist gewiss nicht das Metier des Wahl-Gernsbachers - ebenso wie das Lärmmachen. Dies wiederum hat er mit dem Protagonisten seiner Erzählung gemeinsam, verrät Tzschaschel: "Die Sehnsucht nach einem Leben mit weniger Lärm. Und wenn man als einer, der die Stille liebt, im Murgtal lebt, dann ist jedenfalls der Verkehrslärm ein reales Problem - das man eben auch literarisch bearbeiten kann."

Das soll es dann aber auch gewesen sein mit den Gemeinsamkeiten, die der Autor mit der Romanfigur, dem Kontrabassisten Klaus Gronius, zu teilen gewillt ist. "Selbstverständlich habe ich keine Autobiografie verfasst" betont Tzschaschel, aber "da ich mich viel mit Musik beschäftige - auch aktiv als Hobby-Oboist -, lag es nahe, über einen Musiker zu schreiben."

1954 in München geboren, verbrachte Tzschaschel seine Jugend unter anderem in Paris, Bagdad und Algier. "Aus diesen Begegnungen mit verschiedenen Fremdsprachen erwuchs später das ausgeprägte Interesse auch an der Muttersprache", erinnert er sich. Promoviert wurde er allerdings als Jurist. "Der präzise Umgang mit Sprache" war ein Grund, sich der Juristerei und hier insbesondere der Rechtsphilosophie anzunehmen. Seine letzte hauptberufliche Station war die des Kanzlers der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe (bis 2011).

Vier Jahre insgesamt hat "tzsch", so sein Kürzel beim Badischen Tagblatt, an seinem Roman gearbeitet. "Der Gedanke, irgendwann einen Roman zu schreiben, spukte zuvor schon einige Jahre in meinem Kopf umher. Interessante Begebenheiten, Naturbeobachtungen, Gedanken hatte ich immer wieder mal notiert", erinnert er sich.

Die eigentliche Geschichte, sie entwickelte sich während der vier Jahre. Sie handelt nicht nur von der Flucht vor Lärm, sondern auch von der Suche nach Zweisamkeit - beides kann durchaus auch im richtigen Leben eine Beziehung begleiten.

Tzschaschel: "Für die dramatischen letzten Kapitel hatte ich zunächst ein anderes Handlungskonzept, mit einem für den Protagonisten katastrophalen Schluss. Damit wurde ich jedoch zunehmend unzufrieden, je mehr mir der Held meines Romans ans Herz wuchs." Eine Berieselung der erholsamen Art brachte letztlich die entscheidende Wendung - sowohl für den Autor als auch die Hauptperson: "Als ich etwa zwei Drittel des Buchs geschrieben hatte, kam mir unter der Dusche plötzlich die rettende Idee für einen anderen, nämlich den jetzt zu lesenden Schluss. So vergnügt bin ich noch selten aus der Dusche gestiegen!"

Wolfgang Tzschaschel (2017): "Tannbacher Idyll"; Verlag Tredition GmbH, Hamburg. Taschenbuch, 330 Seiten, ISBN 978-3-7439-6853-0. Auch gebunden oder als E-Book erhältlich.

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