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Ein Edelstein alter Baukultur
Bürgermeister Julian Christ legt zum Sanierungsstart der Zehntscheuern selbst Hand an. Foto: Juch
24.02.2018 - 00:00 Uhr
Gernsbach (stj) - Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg hat die Zehntscheuern in der Amtsstraße im vergangenen November zum "Denkmal des Monats" gekürt. Gestern fiel nun der offizielle Startschuss zur Sanierung der historischen Fachwerkbauten, die auf der mittelalterlichen Stadtmauer aufsitzen und das Stadtbild Gernsbachs prägen wie kaum ein zweites Gebäude. Bis zum 800-jährigen Stadtjubiläum 2019 sollen die aus den Jahren 1694 und 1701 stammenden Scheuern für 845000 Euro bestandserhaltend restauriert werden.

Nicht umsonst sprach Bürgermeister Julian Christ am Freitag von "einem Wahrzeichen unserer Stadt", das durch die jetzt laufende Sanierung "dauerhaft unseren Nachfahren erhalten bleibt". Die Hauptarbeiten sind grundlegende Instandsetzungen der Tragkonstruktionen, das Abtragen der schweren Dacheindeckung und die altstadtgerechte Neueindeckung. Zudem werden Schäden und Mängel an Böden, Decken und Wänden sowie an der Außenfassade repariert und die Treppen, Tore, Fenster und Balkonköpfe saniert und teilweise erneuert. Dabei achte man vor allem darauf, den ursprünglichen Zustand der Gebäude, so weit es geht, wiederherzustellen beziehungsweise zu erhalten, informierte Bauamtsleiter Jürgen Zimmerlin.

Dass es nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen dringend notwendig ist, diesen "Edelstein alter Baukultur" aufzupolieren, zeigte die bröckelige Fassade, die während des Pressegesprächs auf das Pflaster der Amtsstraße prasselte, nachdem der Bürgermeister im Hubwagen selbst Hand angelegt hatte. Bereits im vergangenen Jahr musste mit einer Sofortmaßnahme eine weitere Verschlechterung des Gesamtzustands vermieden werden, auch weil man merkte, dass die Gebäude in Bewegung geraten waren.

Jetzt haben die eigentlichen Sanierungsarbeiten begonnen. Diese beziehen sich allein auf die Sicherung und den Erhalt der Zehntscheuern, die alle künftigen Nutzungsoptionen offen halten, erklärte Zimmerlin. Für die Maßnahme gibt es Fördermittel von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg (75000 Euro) und vom Regierungspräsidium Karlsruhe (71000 Euro). Auch aus Toto-Lotto-Mitteln sind bereits 105100 Euro in das Projekt geflossen.

Neben der monetären Unterstützung kann sich die Stadt auf den Verein Forum Zehntscheuern und den Arbeitskreis Stadtgeschichte verlassen. Die Denkmalstiftung hat mit ihrer Auszeichnung im November nicht zuletzt die starke ehrenamtliche Tätigkeit zum Wohle des Baudenkmals gewürdigt. Dafür bedankte sich Bürgermeister Christ gestern noch einmal ausdrücklich und stellte fest: "Die große Resonanz am offiziellen Baubeginn zeigt, wie groß das Interesse an unserer Altstadt und an den Zehntscheuern ist."

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